Philip Rightmire

George Philip Rightmire (* 15. September 1942 in Boston, Massachusetts; † 11. April 2025) war ein US-amerikanischer Paläoanthropologe. Von 1969 bis zu seiner Pensionierung lehrte er an der Binghamton University im US-Bundesstaat New York und war zugleich zeitweise am Peabody Museum of Archaeology and Ethnology der Harvard University als Kurator tätig. Er galt als einer der weltweit anerkanntesten Experten für die Erforschung des Homo erectus und der Epoche des Mittelpleistozäns.

Forschung

G. Philip Rightmire – so seine Namensschreibung in zahlreichen Fachveröffentlichungen – schloss 1964 sein Grundstudium als Schüler von William W. Howells im Fach Anthropologie mit dem Grad Bachelor of Arts am Harvard College der Harvard University ab. 1966 erwarb er den Master-Grad (M. Sc.) an der University of Wisconsin–Madison in einem interdisziplinären Graduiertenprogramm für Anthropologie und Humanbiologie. Danach erarbeitete er an der University of Wisconsin–Madison bis 1969 seine Doktorarbeit im Fachgebiet Humanbiologie bei John T. Robinson, in der er frühere Analysen von rezenten und subfossilen Schädeln aus dem südlichen Afrika mit multivarianten und anderen statistischen Methoden überprüfte, was damals ein ganz neuer methodischer Ansatz war. Hierzu hatte er bereits vor seinem Master-Abschluss unter Raymond Dart in Makapansgat geforscht.

Nach seinem Doktorexamen wechselte Rightmire an die Binghamton University, wo er von 1969 bis 1973 als Assistant Professor tätig war und danach eine Professur für Anthropologie innehatte, die im Jahr 2002 zu einem Ordinariat (Distinguished Professor) – dem höchsten akademischen Rang in den USA – aufgewertet wurde.

Sein Forschungsinteresse galt seit den Studien für seine Doktorarbeit der Stammesgeschichte des Menschen, das heißt, den frühen verwandten Arten des Homo sapiens, insbesondere dem Homo erectus und dem Homo heidelbergensis. Seine Forschung, vor allem in Afrika, ging im Jahr 1990 ein in sein Buch The Evolution of Homo erectus. 10 Jahre später gehörte er zu dem internationalen Team, das die ungewöhnlich gut erhaltenen Schädel der homininen Fossilien von Dmanissi beschrieb und stammesgeschichtlich als Variante von Homo erectus einordnete.

Rightmire war seit 1990 Mitglied der American Association for the Advancement of Science und zuvor bereits Mitglied der American Association of Biological Anthropologists.

Er war bis zu deren Tod im Jahr 2019 verheiratete mit seiner Ehefrau Berit; das Ehepaar hatte zwei Kinder, die ebenfalls Naturwissenschaftler wurden.

Schriften (Auswahl)

Belege

  1. 1 2 3 Rolf Quam: George Philip Rightmire (1942–2025). In: American Journal of Biological Anthropology. Band 187, Nr. 4, 2025, e70102, doi:10.1002/ajpa.70102. Mit einer ausführlichen Übersicht zu seinen Fachartikeln.
  2. ↑ Tracking Human Evolution. In: Inside Research. Binghamton University, Binghamton 2000, S. 18, Volltext.
  3. ↑ Kurzbiografie auf dem Server der Harvard University. (Memento vom 23. Mai 2021 im Internet Archive)
  4. ↑ George Philip Rightmire: Recent and Subfossil Human Crania From Southern Africa: A Re-assessment By Multivariate Statistical Techniques. Ph.D. thesis, University of Wisconsin, Madison (Wisconsin) 1969.
  5. ↑ Rightmire named distinguished professor. Auf: binghamton.edu vom 16. April 2002.
  6. ↑ American Association of Physical Anthropologists: Membership list. Dezember 1986. doi:10.1002/ajpa.1330710421.
Personendaten
NAME Rightmire, Philip
ALTERNATIVNAMEN Rightmire, G. Philip; Rightmire, George Philip
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Paläoanthropologe
GEBURTSDATUM 15. September 1942
GEBURTSORT Boston, Massachusetts
STERBEDATUM 11. April 2025