Philipp Gassert

Philipp Gassert (* 13. April 1965 in Wertheim) ist ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.

Leben

Philipp Gassert wurde nach einem Studium der Geschichtswissenschaft 1996 an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über Amerika im Dritten Reich promoviert. Von 1994 bis 1999 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Washington, D.C. Von 1998 bis 2004 war er Wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, wo er sich 2004 habilitierte. Von 2003 bis 2005 leitete er als Geschäftsführer das Heidelberg Center for American Studies. 2005/06 vertrat er den Lehrstuhl für Nordamerikanische Kulturgeschichte an der Universität München, 2006/07 ging er als „DAAD Professor für deutsche und europäische Geschichte“ an die University of Pennsylvania in Philadelphia. 2008/09 war er Stellvertretender Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Washington. Von 2009 bis 2014 war er Professor für die Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums an der Universität Augsburg. Seit 2014 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim und Leiter der Forschungsstelle „Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten“. Seit 2011 ist Gassert außerdem Mitglied des Vorstands und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien. Er ist Mitglied des Beirats der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus.

Wirken

Zu den Forschungsschwerpunkten Gasserts zählen die internationale Geschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere die transatlantischen Beziehungen, sowie die deutsche und europäische Zeitgeschichte seit 1933. Gegenwärtige Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Geschichte des europäischen Antiamerikanismus, der (Kultur-)Geschichte des „Zweiten Kalten Krieges“ der 1970/80er Jahre, der Kulturgeschichte der Nachrichtendienste und der Geschichte des politischen Protests seit 1945. Aufgrund seiner Forschungen zu den wechselseitigen Vorurteilen im transatlantischen Verhältnis lehrte er 2014 als Sir Peter Ustinov Gastprofessor der Stadt und der Universität Wien. In Augsburg engagiert sich Gassert für den Denkort Halle 116 in der ehemaligen Sheridan-Kaserne, ein Gedenkstättenprojekt zu Krieg und Frieden im 20. Jahrhundert und zur amerikanischen Militärpräsenz in Deutschland.

Schriften (Auswahl)

Monografien

Sammelbände

Sonstige

Einzelnachweise

  1. ↑ Rezension u. a. von Rüdiger Hachtmann: Philipp Gassert: Amerika im Dritten Reich. Ideologie, Propaganda und Volksmeinung 1933–1945. Stuttgart 1997. In: H-Soz-Kult, 12. September 1997.
  2. ↑ Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE.