
Philippe Magnier (* September 1648 in Paris; † 25. Dezember 1715 ebenda), auch Manière bzw. Magniere, war ein französischer Bildhauer.
Philippe Magnier war Sohn und Schüler des Bildhauers Laurent Magnier. Im Jahr 1672 heiratete er in Paris eine Tochter der Baumeister- und Architektenfamilie um Claude Convers; unter den Trauzeugen befand sich François Girardon. 1680 wurde er mit dem Marmormedaillon Hl. Judas Thaddäus (Paris, Louvre) in die Académie royale de peinture et de sculpture aufgenommen. Ab 1692 war er Associé à Professeur, ab 1704 Professor und von 1709 bis zu seinem Lebensende zudem Schatzmeister der Akademie. Im Jahr 1708 bewilligte ihm Ludwig XIV. als Officier du Roi ein Atelier nebst Wohnung im Louvre sowie eine jährliche finanzielle Zuwendung von 1708 bis 1715.
Philippe Magnier arbeitete nahezu ausschließlich im Dienst des französischen Königs, zunächst gemeinsam mit seinem Vater und ab 1684 auf eigene Rechnung. Bis 1709 war er hauptsächlich mit der dekorativen Ausgestaltung der Schlossgebäude und Außenanlagen von Schloss Versailles beschäftigt. Im Jahr 1684 entstanden seine ersten eigenständigen Werke: Gipsmodelle zu zwei Kindergruppen für das Bassin de Thétis im dortigen Schlosspark (in Blei ausgeführt, zerstört). Von 1684 bis 1688 schuf er die bedeutende Marmorgruppe Les Lutteurs, eine Kopie nach einer Antike aus den Uffizien in Florenz. Sie war ursprünglich für den Schlosspark von Versailles bestimmt und befindet sich heute im Louvre. Für die Bronzeabgüsse von Figuren für Versailles beauftragte Magnier mehrfach die renommierten Gießer Balthasar und Johann Jacob Keller, beispielsweise für zwei liegende Nymphenfiguren im Parterre d’Eau (1685/86, beide vor Ort).

Ein weiteres umfangreiches Dekorationsprogramm betraf von 1690 bis 1702 die Ausgestaltung des Invalidendoms in Paris, vor allem mit den Steinstatuen der Apostel Matthäus und Bartholomäus (1690/91) sowie einer heute nicht mehr vorhandenen Gipsstatue und einem Basrelief der heiligen Theresia von Lisieux für den ihr gewidmeten Altar (um 1702). Vor 1698 fertigte Magnier nach Zeichnungen von Pierre Bullet ein Ton- und Gipsmodell für das geplante Grabmal des Antoine Coëffier de Ruzé, Marquis d’Effiat. Nach dessen Tod im Jahr 1698 kam die Ausführung in Marmor jedoch nicht mehr zustande. Die Ansicht ist durch eine Zeichnung im Nationalmuseum Stockholm (Sammlung Cronstedt) überliefert. 1713 vollendete Philippe Magnier sein letztes bekanntes Werk, einen Engel aus Bronze für die Kathedrale Notre-Dame de Paris.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Magnier, Philippe |
| ALTERNATIVNAMEN | Manière, Philippe; Magniere, Philippe |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | September 1648 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 25. Dezember 1715 |
| STERBEORT | Paris |