Piaggio P.166

Piaggio P.166
Piaggio P.166 der italienischen Küstenwache
Piaggio P.166 der italienischen Küstenwache
TypMehrzweckflugzeug
Entwurfsland

Italien Italien

Hersteller Piaggio
Erstflug 26. November 1957
Stückzahl 150+

Die Piaggio P.166 ist ein leichtes zweimotoriges Mehrzweckflugzeug mit Propellerantrieb. Hersteller war die Firma Piaggio mit Sitz in Genua, Italien.

Entwicklung

P.166 der italienischen Finanzpolizei
P.166 der Guardia di Finanza mit Radom am Bug
Cockpit der Piaggio P-166DL3-SEM

Nachdem Piaggio in Italien und in Nordamerika mit dem ab 1948 gebauten Amphibienflugzeug Piaggio P.136 einen gewissen Erfolg erzielt hatte, plante man eine leichtere Transportvariante mit Dreibeinfahrwerk. Von der P.136 wurden die freitragenden Schulterdecker-Knickflügel übernommen, an die bei der P.166 noch Flügelspitzentanks angebracht werden können. Auch die für Piaggio typische Druckpropellerkonfiguration mit den Avco Lycoming GSO-480-Motoren wurde übernommen. Der Prototyp der Piaggio P.166 flog erstmals am 26. November 1957. Die FAA-Zulassung wurde am 31. Juli 1958 erteilt. Bis 1963 waren bereits 85 Stück verkauft, davon 21 an die italienische Luftwaffe, die sie für Verbindungsaufgaben einsetzte.

Konstruktion

Es handelt sich bei der Piaggio P.166 um ein zweimotoriges Ganzmetallflugzeug mit freitragendem einholmigem Tragflügel und einziehbarem Bugradfahrwerk. Tragflächen, Leitwerk und Rumpf sind aus Aluminium hergestellt und in Flachniet-Technik gefügt. Die Querruder sind geschlitzt ausgeführt und tragen auf der Steuerbordseite eine Trimmfläche. Als Landeklappen kommen Schlitzklappen zum Einsatz. Im Außenflügel befinden sich rechts und links die Kraftstofftanks mit zunächst je 212 l Fassungsvermögen. Die Flügelspitzentanks haben eine Kapazität von je 208 l, spätere Ausführungen wie die P.166-DL3 haben Flügelspitzentanks mit 323 l. Optional können diese späten Ausführungen auch noch Tanks unter den Tragflächen mit je 284 l mitführen. Der Rumpf ist halbselbsttragend ausgeführt. Das Leitwerk ist ebenfalls freitragend, sowohl Höhen- als auch Seitenruder haben Trimmflächen. Das Fahrwerk kann hydraulisch ein- und ausgefahren werden. Das Hydrauliksystem arbeitet mit 127 bar und versorgt neben dem Fahrwerk auch die Landeklappen und Bremsen. Das elektrische Bordnetz hat 28 Volt DC.

Einsatz

Flugzeuge der ersten Serienproduktion wurden nach Australien und Neuguinea verkauft und in den USA von der Tracker Corporation vertrieben. Die P.166S Albatros wurde speziell für die Luftwaffe Südafrikas gebaut, die 20 Maschinen erhielt.

In Italien setzte die Luftwaffe 57 Maschinen zu Verbindungs-, Aufklärungs- und Schulungszwecken ein. Die italienische Küstenwache und die Finanzpolizei beschafften 12 beziehungsweise 10 Exemplare zur Seeraumüberwachung.

Die Fluggesellschaft Alitalia benutzte zwei Maschinen zur Pilotenausbildung in ihrem Schulungszentrum in Alghero auf Sardinien. Diese beiden P.166 wurden schließlich von der Finanzpolizei übernommen, womit deren Bestand auf 12 stieg.

Versionen

Militärische Nutzung

Technische Daten

KenngrößeDaten Piaggio P.166-DL3
Besatzung2
Passagieremax. 10
Länge11,90 m
Spannweite14,69 m (ohne Tanks: 13,51 m)
Höhe5,00 m
Flügelfläche25,56 m²
Flügelstreckung7,1
max. Startmasse4300 kg
Leermasse2126 kg
Motortypzwei Avco Lycoming LTP 101-600
Motorleistung2× 587 PS (438 kW)
Höchstgeschwindigkeit417 km/h in 3050 m Höhe
Minimalgeschwindigkeit117 km/h
Dienstgipfelhöhe8840 m
normale Reichweite2035 km

Siehe auch

Literatur

Commons: Piaggio P.166 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien