| 16H | |
|---|---|
| Typ | Experimentalhubschrauber |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Piasecki Aircraft |
| Erstflug | 21. Februar 1962 |
| Stückzahl | 1 |
Piasecki 16H Pathfinder ist die gemeinsame Bezeichnung für zwei unterschiedliche experimentelle Luftfahrzeuge des US-amerikanischen Herstellers Piasecki Aircraft. Dabei wurde die 16H-1 Pathfinder in der ersten Versuchsphase als Flugschrauber betrieben, während die 16H-1A Pathfinder II von Beginn an als Kombinationsflugschrauber im Einsatz war. Die Fluggeräte dienten als Demonstrationsmodelle für eine Technologie, die es Hubschraubern ermöglichen sollte, hohe Geschwindigkeiten im Horizontalflug zu erreichen und ihre Dienstgipfelhöhe sowie ihre Reichweite zu erhöhen.
Anfang der 1960er Jahre begann die Piasecki Aircraft in Eigeninitiative mit der Entwicklung eines Hubschrauberkonzepts, das es Hubschraubern ermöglichen sollte, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Ähnliche Arbeiten wurden zu dieser Zeit auch von anderen Hubschrauberherstellern durchgeführt. Ihr Ziel war es, eine Maschine zu entwickeln, die im Horizontalflug Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr erreichen konnte. Damals entstanden Konstruktionen wie der Bell 533, der Kaman Compound Seasprite, der Lockheed XH-51A Compound oder der Sikorsky NH-3A.
Ihr gemeinsamer Nenner war die Art und Weise, wie die Fähigkeit zum Flug mit hoher Geschwindigkeit erreicht wurde. Die Hubschrauber waren mit Tragflächen an den Seiten des Rumpfes ausgestattet, die zusätzlichen Auftrieb erzeugten, sowie mit einem oder zwei zusätzlichen Triebwerken, die horizontalen Schub erzeugten. Dabei handelte es sich meistens um ein zusätzliches Strahltriebwerk. Dank solcher Modifikationen gelang es, Geschwindigkeiten im Horizontalflug von rund 400 km/h zu erreichen.
Eine andere Lösung schlug die Firma Piasecki vor. Es entstand ein kleiner, fünfsitziger Hubschrauber mit der Bezeichnung 16H-1 Pathfinder. Die Maschine war mit einem Radfahrwerk ausgestattet, das in Aussparungen in den Tragflächen versenkt werden konnte, sowie mit einem festen Heckrad. Der dreiflügelige Hauptrotor wurde von einem Turbinentriebwerk mit einer Leistung von 550 kW angetrieben. Ähnlich wie die Hubschrauber anderer Hersteller war die Maschine mit Flügeln ausgestattet, die an der Unterseite des Rumpfes auf beiden Seiten angebracht waren. Doch im Gegensatz zu diesen wurde auf einen zusätzlichen Motor verzichtet.
Die Antriebsquelle im schnellen Horizontalflug war ein Mantelpropeller mit einem Durchmesser von 1,68 m, der senkrecht zum Rumpf der Maschine angeordnet war. Hinter dem Heckrotor befanden sich bewegliche Steuerflächen – vier vertikale und eine horizontale –, deren Auslenkung den Luftstrom hinter dem Rotor ablenkte und es dem Piloten ermöglichte, den Hubschrauber zu steuern. Das gesamte System aus dem Heck-Mantelpropeller und den Steuerflächen wurde von der Firma Piasecki als Ring-Tail bezeichnet.
Am 21. Februar 1962 hob der Hubschrauber 16H-1 zu seinem ersten Flug ab. Im Verlauf von 185 Flugteststunden gelang es, im Horizontalflug eine Höchstgeschwindigkeit von 274 km/h zu erreichen. Die United States Army und die United States Navy zeigten Interesse an den Entwicklungen des Herstellers und beauftragten ihn mit dem Bau einer größeren Version des Hubschraubers, die neben der zweiköpfigen Besatzung noch Platz für sieben Passagiere bieten sollte. Im Mai 1964 baute Piasecki die Version 16H-1 zum 16H-1A Pathfinder II um. Der Rumpf der Maschine wurde verlängert, ein neuer Hauptrotor aus dem Hubschrauber Piasecki H-21 Shawnee kam zum Einsatz. Das bisherige Triebwerk wurde durch eine General Electric T58-GE-8 ersetzt, dessen Leistung mehr als doppelt so hoch war wie die des bisherigen. Das Ring-Tail-System wurde geringfügig modifiziert, wodurch die Anzahl der Seitenruder auf sechs erhöht wurde. Die so modifizierte Version erhielt die Bezeichnung 16H-1A Pathfinder II und absolvierte am 15. November 1965 ihren Erstflug. Bei den bis zum 6. Juli 1966 andauernden Tests erreichte der Hubschrauber eine Höchstgeschwindigkeit von 309 km/h im Horizontalflug und 361 km/h im flachen Sturzflug, wobei er während 171 Flügen insgesamt 56,5 Stunden in der Luft verbrachte. Die Pathfinder flog mit dem zivilen Kennzeichen N616H. Sie wurde nach Beendigung des Programms eingelagert und später restauriert. Sie wird gelegentlich ausgestellt.
Die in den 1960er Jahren durchgeführten Versuche und Untersuchungen führten zu Beginn des 21. Jahrhunderts zur Konstruktion des Piasecki X-49, bei dem das Ring-Tail-System modifiziert wurde.
| Kenngröße | Daten Pathfinder | Pathfinder II |
|---|---|---|
| Besatzung | 1 | |
| Passagiere | 4 | 7 |
| Rumpflänge | 7,62 m | 11,35 m |
| Spannweite | 2,69 m (Breite mit Tragfläche und Rotor beigeklappt) | 9,80 m |
| Höhe | 3,25 m | |
| Rotordurchmesser | Hauptrotor: 12,50 m, Mantelpropeller: 1,68 m | Hauptrotor: 13,41 m |
| Rotorkreisfläche | 122,6 m | 179,8 m |
| Leermasse | 1184 kg | 2177 kg |
| max. Startmasse | 2585 kg (mit Startlauf) | 4900 kg |
| Reisegeschwindigkeit | 277 km/h | 280 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 286 km/h | 370 km/h |
| Max. Schwebehöhe | 3500 m (im Bodeneffekt), 1890 m (außerhalb Bodeneffekt) | |
| Reichweite | 980 km (max. Nutzlast) | 1520 km |
| Triebwerke | 1 × Pratt & Whitney Canada PT6B-2 mit 550 PS (405 kW) | 1 × General Electric T58-GE-8 mit 1.250 PS (919 kW) |