Pietro Fragiacomo

Pietro Fragiacomo

Pietro Fragiacomo (* 14. August 1856 in Pirano d’Istria bei Triest; † 18. Mai 1922 in Venedig) war ein italienischer Maler.

Leben

Pietro Fragiacomo wurde am 14. August 1856 in Pirano d’Istria bei Triest geboren. 1863 übersiedelte er mit seiner Familie nach Venedig. Ab 1871 arbeitete er als Drechsler, Schmied und technischer Zeichner bei der Società Veneta di Costruzioni Meccaniche in Treviso. 1877 kehrte er nach Venedig zurück und studierte ab 1878 für ein Jahr an der Accademia di Belle Arti di Venezia in der Landschaftsklasse bei Domenico Bresolin (Perspektive) und Tommaso Viola (Landschaft). Er war mit Giacomo Favretto befreundet, der ihn zum Malen ermutigte. In den Jahren 1878/79 stand er auch in Kontakt mit Ettore Tito, dem er assistierte und mit dem er in San Pietro in Castello Veduten malte. Sein Debüt gab er 1880 auf der Turiner Ausstellung mit dem Genrebild Un noioso accidente. In den folgenden Jahren beteiligte er sich an Ausstellungen in Mailand, Rom, Venedig, Berlin und Paris.

1891 erhielt er auf der Brera-Ausstellung in Mailand für das Gemälde Pace den Premio Principe Umberto. Das Werk wurde von König Umberto I. erworben. 1889 und 1892 hielt er sich in München auf. 1890 unternahm er eine Reise nach Konstantinopel, 1899 nach Paris. 1895 war er gemeinsam mit Guglielmo Ciardi, Ettore Tito und Luigi Nono für die Vorbereitungen der ersten Biennale in Venedig verantwortlich. 1905 wirkte er als Kommissar der venezianischen Sektion. 1918 wurde er zum Commendatore della Corona d’Italia ernannt. Seine Schwester Antonietta (* 13. Juni 1859) war ebenfalls Malerin und zahlreiche ihrer Werke wurden später ihrem Bruder zugeschrieben. 1937 fand in der Galleria Geri in Mailand eine Ausstellung mit 15 Werken Fragiacomos aus den Jahren 1885 bis 1922 statt.

Werk

Pietro Fragiacomo begann seine Karriere mit Genrebildern in der Art von Giacomo Favretto, wandte sich jedoch ab 1889 unter dem Einfluss von Filippo Carcano zunehmend der Landschaftsmalerei im Freien zu. Er bevorzugte die friulanischen Alpen sowie die venezianische Lagune mit ihren sich ständig verändernden Licht- und Wetterstimmungen als Motive. Daneben schuf er zahlreiche Marinebilder. Charakteristisch für sein Werk ist eine reduzierte Farbpalette mit vorherrschenden Grau- und Blautönen sowie akzentuierenden Schwarzpartien, die insbesondere seit den 1890er Jahren dominieren. Seine Bildtitel greifen häufig stimmungsbezogene Bezeichnungen auf.

Nach 1900 blieb er der Tradition der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts verpflichtet, nahm jedoch auch Einflüsse des Jugendstils auf. Beispiele hierfür sind Armonie del silenzio (1910 auf der Biennale in Venedig ausgestellt, Florenz, Galleria d’Arte Moderna) und I pioppi (Piacenza, Galleria Ricci Oddi). Werke Fragiacomos befinden sich unter anderem in der Alten Nationalgalerie in Berlin (Tristezza, 1895), in der Galleria d’Arte Moderna in Florenz (Traghetto), im Museo Civico Revoltella in Triest (La campana della sera, 1893), in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna in Rom (Riposo, Squeri a San Basegio), in der Galleria d’Arte Moderna Ca’ Pesaro in Venedig (Piazza San Marco, 1899) sowie in weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland. Insgesamt sind etwa 500 Werke nachgewiesen.

Pietro Fragiacomo beteiligte sich wiederholt an der Biennale in Venedig (unter anderem 1907, 1909, 1910, 1912, 1914, 1920, 1922 und 1924) sowie an Ausstellungen in München, Mailand, Rom und Wien. 1910 war er auf der Biennale in Venedig mit 72 Werken vertreten und 1918 zeigte die Galleria Pesaro in Mailand eine Ausstellung mit 133 seiner Werke.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Pietro Fragiacomo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 5: Dyck – Gémignani. Paris 2009.
  2. 1 2 Pietro Fragiacomo. Abgerufen am 12. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
Personendaten
NAME Fragiacomo, Pietro
KURZBESCHREIBUNG italienischer Maler
GEBURTSDATUM 14. August 1856
GEBURTSORT Pirano d’Istria bei Triest
STERBEDATUM 18. Mai 1922
STERBEORT Venedig