Bundeswasserstraße von Pinneberg bis zur Mündung (18,81 km) – tideabhängig
Das Flusssystem der Pinnau (schematisch)Die Pinnau um 1650 mit allen Nebenarmen und Nebenflüssen
Die Pinnau ist ein rund 41km langer, rechtsseitiger bzw. östlicher Nebenfluss der Elbe im südlichen Teil von Schleswig-Holstein (Deutschland). Vom Fließgewässertyp her handelt es sich um ein Marschengewässer (Typ 22).
Verlauf
Die Pinnau entspringt in Henstedt-Ulzburg, fließt anfangs nach Süden und ab Pinneberg nach Westen und mündet im Gemeindegebiet von Haselau von Osten kommend in die von Südosten heranfließende Elbe.
Der Wasserstand der Pinnau ist bis Pinneberg gezeitenabhängig, da die vom Tidehub beeinflusste Mündungsstrecke der Elbe das Wasser in die Flussmündungen drückt. Seit 1969 schützt ein Sperrwerk an der Mündung das Hinterland vor Sturmfluten.
Die Pinnau wurde früher auch Ütristina und später Aue to Ueterst genannt. 1650 taucht in den schriftlichen Aufzeichnungen erstmals der Name Pinnaw (Pinnau) auf. Der Name ist altpolabisch und bedeutet „Ort, an dem es Baumstämme gibt“ (*Pin’ov).
Geschichte
Bei der Allerkindleinsflut am 28. Dezember 1248 änderte sie ihren Lauf in das heutige Pinnaubett.
Bis Anfang 1960 gehörte der Fluss zu den am stärksten verschmutzten Flüssen Deutschlands, die Wasserqualität hat sich jedoch in der Zwischenzeit wieder deutlich verbessert.
Nach unwetterartigen Niederschlägen der Tiefdruckgebiete „Freia I bis IV“ im Dezember 2014 erreichte die Pinnau, zusammen mit der Krückau und der Stör, die höchsten dort je gemessenen Pegelwerte (2,30 Meter über Mittelwasser). Diese hatten Schleswig-Holstein in den Tagen bis Heiligabend deutlich mehr Regen beschert, als dem Monatsmittel im Dezember.
Von 1886 bis zur Jahrhundertwende wurde die Pinnau von der Mündung bis Pinneberg ausgebaut und dabei stark begradigt. Nach 1930 gab es weitere Ausbaumaßnahmen unterhalb von Uetersen. 1957–1962 wurde die stark gewundene Mündungsstrecke begradigt und ein 1km langer Leitdamm angelegt.
Das 1969 errichtete Sturmflutsperrwerk hat eine 20 m breite Schifffahrtsöffnung mit Stemmtoren, die beiden seitlichen je 8 m breiten Öffnungen haben Hubschütze als Verschlussorgane.
Es wird zurzeit diskutiert, ob nach Bau der sog. Westumgehung von Pinneberg die Pinnau den Status einer Bundeswasserstraße auf dem Teilstück zwischen Pinneberg und Uetersen verlieren soll, da seit etwa 1930 nur die rd. 8km unterhalb Uetersen für die gewerbliche Schifffahrt Bedeutung haben.
Aufgrund von Schlickablagerungen wird die Pinnau seit Ostern 2017 nicht mehr von gewerblichen Schiffen befahren, die bisher die Feldmühle mit Papier-Rohstoffen versorgten.
12Die Elbe und ihr Einzugsgebiet.(PDF; 166 MB)Ein geographisch-hydrologischer und wasserwirtschaftlicher Überblick.Internationale Kommission zum Schutz der Elbe,27.September 2006,S.196,abgerufen am 21.März 2017.