| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 32′ N, 8° 44′ O | |
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Gießen | |
| Landkreis: | Gießen | |
| Höhe: | 240 m ü. NHN | |
| Fläche: | 38 km² | |
| Einwohner: | 17.517 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 461 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 35415 | |
| Vorwahlen: | 06403, 0641, 06404, 06004 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GI | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 31 014 | |
| Stadtgliederung: | 6 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Ludwigstraße 31 35415 Pohlheim | |
| Website: | www.pohlheim.de | |
| Bürgermeister: | Andreas Ruck | |
| Lage der Stadt Pohlheim im Landkreis Gießen | ||
Pohlheim ist eine Stadt im mittelhessischen Landkreis Gießen. Nach der Stadt Gießen ist Pohlheim (Stand: 31. Dezember 2020) nach Einwohnern die größte Gemeinde im Landkreis Gießen. Aufgrund des Verlaufs des Obergermanischen Limes durch die Stadt bezeichnet sich Pohlheim selbst als „Limesstadt“; ein entsprechender amtlicher Namenszusatz besteht jedoch nicht.
Die Stadt Pohlheim liegt im südlichen Teil des Landkreises Gießen, direkt an der Gemarkung der Universitätsstadt Gießen. Pohlheim liegt am Lückenbach (fließt über den Kleebach in die Lahn).
Pohlheim grenzt im Norden an die Stadt Gießen und die Gemeinde Fernwald, im Osten an die Stadt Lich, im Süden an die Stadt Münzenberg (Wetteraukreis), sowie im Westen an die Gemeinde Langgöns und die Stadt Linden.
Zur Stadt Pohlheim gehören folgende Stadtteile, die zugleich jeweils einen Ortsbezirk mit Ortsbeirat bilden:
| Jahr (Datum) | Einwohner |
|---|---|
| 31.12.1999 | 17.119 |
| 31.12.2000 | 17.153 |
| 31.12.2002 | 17.442 |
| 31.12.2004 | 17.830 |
| 31.12.2005 | 17.909 |
| 31.12.2006 | 18.043 |
| 31.12.2007 | 18.051 |
| 30.09.2009 | 18.072 |
| 30.06.2010 | 18.108 |
| 30.06.2013 | 18.711 |
| 31.12.2016 | 18.094 |
| 30.06.2019 | 18.572 |
| 30.06.2025 | 17.598 |
Die Gemeinde Pohlheim wurde am 31. Dezember 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg gegründet. Der Name Pohlheim geht auf eine zentral im Gemeindegebiet gelegene, im Dreißigjährigen Krieg untergegangene Ortschaft zurück. Für alle ehemals selbständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet. Am 4. September 1974 wurde Pohlheim zur Stadt erhoben.
Durch das Gebiet von Pohlheim führt der Obergermanische Limes. Nördlich von ihm liegen Hausen, Watzenborn-Steinberg und Garbenteich; südlich liegen Grüningen, Dorf-Güll und Holzheim. Der Name Pohlheim lässt sich auf das ehemalige Dorf „Fahlheim“ zurückführen. Im Kopiar Lorscher Codex heißt es 793/796: „... in Wetereiba in Holzheim et in Logenehe in Fahlheimer marca ...“
Das wiederum auf den Limes hinweist („Dorf an den Pfählen“).
Der Ortsname Garbenteich wird auf den Rufnamen Garuwand zurückgeführt, welcher aus den Wortstämmen garwa und warda hergeleitet wurde. Außerdem beinhaltet der Ortsname das mhd. Wort eich, welches nicht einen Baum, sondern einen Eichenwald meint. Demnach ist Garbenteich die „Siedlung am Eichenwald des Garuward.“ Die nördlichen Dörfer gehörten im Mittelalter der Gerichtsbarkeit von Hüttenberg an, die südlichen zum Amt Gambach (1464 an Solms verpfändet). Holzheim wurde 790 erstmals urkundlich erwähnt, Grüningen und Dorf-Güll 799, Hausen 886 und als jüngste Garbenteich und Watzenborn („Wazenburne“) im Jahr 1141. Die beiden Urkunden von 1141 sind unecht bzw. gefälscht. Grüningen hatte bereits im Mittelalter – als einzige der früheren Einzelgemeinden – seit dem Jahre 1400 Stadtrechte.
Nördlich an Pohlheim angrenzend liegt zu Füßen des Schiffenbergs die in den 1960er-Jahren gegründete, zu Gießen gehörende Siedlung Petersweiher.
Die Bevölkerung Mittelhessens ist überwiegend evangelisch. In den Jahren 1954/1955 wurde in Watzenborn-Steinberg die Christuskirche erbaut und am 24. Juli 1955 geweiht. Die erste Pfarrei bestand in dem Ort aber bereits im Jahr 1606/1607. Die Alte Kirche wurde als das erste Gotteshaus auf dem Gebiet der heutigen Stadt Pohlheim wahrscheinlich im Jahre 1141 errichtet, in zeitlicher Nähe zur Gründung des Klosters Schiffenberg. Sie wurde 2006 umfassend renoviert. In den Stadtteilen befinden sich mehrere historische Dorfkirchen, so die Evangelisch-reformierte Kirche Dorf-Güll (1737), die Evangelische Kirche Garbenteich (12. Jh.), die Evangelische Kirche Grüningen (12.–16. Jh.), die Evangelische Kirche Hausen (13. Jh.) und die Evangelisch-reformierte Kirche Holzheim (1632).
Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele katholische Flüchtlinge und Vertriebene auch in die Dörfer Pohlheims. In dieser Zeit wurde die St.-Hedwig-Kapelle in Hausen gegründet. Diese wurde nach dem Neubau der katholischen Kirche St. Martin in Watzenborn-Steinberg an eine syrisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft verkauft. Nach Abriss der abgängigen St.-Hedwig-Kapelle entstand 2013 an gleicher Stelle die syrisch-orthodoxe Kirche Mor Had’Bschabo. In Garbenteich wurde 1999 die Kirche Mor Barsaumo fertiggestellt, eine dritte aramäische Gemeinde besteht in Watzenborn-Steinberg.
Das kirchliche Leben von Pohlheim wird mitgeprägt durch die Freie evangelische Gemeinde Pohlheim und die Evangelische Stadtmission, die in drei Ortsteilen vertreten ist. Des Weiteren gibt es eine Neuapostolische Kirche in Watzenborn-Steinberg.
Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Pohlheim erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
| Wahlvorschläge | % 2026 |
Sitze 2026 |
% 2021 |
Sitze 2021 |
% 2016 |
Sitze 2016 |
% 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 34,5 | 13 | 30,6 | 11 | 38,6 | 14 | 39,1 | 14 | 41,2 | 15 | 39,4 | 15 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 30,1 | 11 | 34,3 | 13 | 31,8 | 12 | 34,5 | 13 | 35,5 | 13 | 40,4 | 15 | |
| FW | Freie Wähler Pohlheim | 15,7 | 6 | 12,6 | 5 | 14,2 | 5 | 9,8 | 4 | 11,8 | 4 | 9,1 | 3 | |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | 14,8 | 5 | 16,0 | 6 | 9,6 | 4 | 13,9 | 5 | 7,3 | 3 | 6,7 | 2 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 4,9 | 2 | 6,5 | 2 | 5,8 | 2 | 2,7 | 1 | 4,1 | 2 | 4,2 | 2 | |
| Gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 56,4 | 52,7 | 51,0 | 49,2 | 47,6 | 58,5 | ||||||||
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Pohlheim neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und vier weitere Stadträte angehören (abweichend davon für die Wahlzeit 2021 bis 2026 sieben weitere Stadträte). Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2021 der parteiunabhängige Andreas Ruck. Er setzte sich am 1. November 2020 im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaber Udo Schöffmann (CDU), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 49,24 Prozent Wahlbeteiligung mit 61,75 Prozent der Stimmen durch.
| Blasonierung: „In Rot eine geschweifte goldene Spitze mit einem blauen Limes-Wachturm; vorn ein goldener Eichenzweig, hinten zwei in goldene Notenlinien gesetzte, ebenfalls goldene Achtelnoten.“ | |
| Wappenbegründung: Die Blätter und der Baumzweig wurden von den früheren Wappen von Holzheim, Grüningen und Garbenteich abgeleitet, während das Notensymbol aus dem Wappen Watzenborn-Steinbergs stammt. Der Limesturm hingegen ist ein identitätsstiftendes Symbol für alle sechs Stadtteile. Die dominierenden Farben sind blau, gelb und rot, wodurch die Farben aller früheren Gemeinden in dem neuen Stadtwappen repräsentiert werden.
Das Wappen wurde am 15. Mai 1975 durch den Hessischen Minister des Inneren genehmigt. Gestaltet wurde es von dem Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt. |
„Zwischen den mit einem goldenen Faden belegten roten Randbahnen des Flaggentuchs in der verbreiterten weißen Mittelbahn das Stadtwappen.“
Die Stadt Pohlheim unterhält Städtepartnerschaften mit der Marktgemeinde Admont in Österreich, der Stadt Zirc in Ungarn und dem sächsischen Strehla.
Die Kinogeschichte der Stadt Pohlheim geht bis zu den Anfängen des 19. Jahrhunderts zurück, doch erst durch die Einrichtung eines Lichtspieltheaters in Watzenborn-Steinberg durch Wilhelm Vogt (1915–1978) aus Hungen professionalisierte sich das Angebot. Vom kleinen Ladenkino in der Gastwirtschaft "Zur Krone" zog der Filmtheaterbesitzer Vogt 1955 in einen Kinoneubau um, der in nur wenigen Wochen errichtet wurde. Sämtliche Bildarten – bis hin zum CinemaScope – konnten vorgeführt werden. Auch 3-D-Erlebnisse waren möglich. Doch wie überall fiel das Kino dem Fernsehen und der wachsenden Mobilität zum Opfer. Die Rex-Filmtheaterbetriebe wurden 1966 abgemeldet.
Auch im Stadtteil Holzheim befand sich ein Filmtheater. Dort betrieb Anton Richter (1921–1978) die „Lichtspiele Holzheim“ im Gasthaus Sames in der Eichstraße 25. Er übernahm das seit 1955 bestehende Wanderkino des Wilhelm Vogt ca. 1958, professionalisierte es durch den Anbau eines Bildwerferraumes und betrieb es bis in die späten 1960er Jahre hinein. 1968 musste das Gewerbe aufgrund rückgängiger Zuschauerzahlen abgemeldet werden. Später sollte sich in diesem Haus eine Diskothek ansiedeln, die unter den Namen „Zarap Zap Zap“ (1982–1989), „La Boum“ (1990–1993), „Fantasy“ (1994–1998) und „Drop Inn“ (1998–2000) bekannt war.

Pohlheim liegt mit den Haltepunkten Watzenborn-Steinberg und Garbenteich an der Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen, auf der annähernd stündlich Regionalbahnen verkehren. Dabei befindet sich der Haltepunkt Watzenborn-Steinberg auf dem Gebiet von Petersweiher, das zur Stadt Gießen gehört. Im ÖPNV gelten die Tarife des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.
Weiterhin ist Pohlheim über die A 5 Frankfurt–Kassel, Anschlussstelle Fernwald, die A 45 Hanau–Dortmund (Sauerlandlinie), Anschlussstelle Münzenberg und die Anschlussstelle Gießen, Schiffenberger Tal der A 485 (Gießener Ring) erreichbar.
Durch den Stadtteil Grüningen führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.
So wird im Kreis Gießen gearbeitet: 0,6 % der Beschäftigten sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig, 26,6 % im Produzierenden Gewerbe und 72,8 % im Dienstleistungsbereich.
Auf dem Gebiet des Kreises Gießen werden pro Einwohner im Durchschnitt 602,9 Euro gemeindliche Steuern eingenommen. Dieser Wert liegt, bezogen auf die Bundesrepublik, im bundesdeutschen Mittelfeld (BRD-Durchschnitt: 494 Euro).
In Pohlheim bestehen vier Grundschulen: Die Limes-Grundschule in Watzenborn-Steinberg, die Lückebachschule in Garbenteich, die Regenbogenschule in Holzheim und die Grundschule in Hausen. Außerdem verfügt Pohlheim mit der Adolf-Reichwein-Schule in Watzenborn-Steinberg über eine Gesamtschule.