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Polizei-Regiment Bozen | |
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| Aktiv | 1943 bis 1945 |
| Staat | |
| Streitkräfte | Schutzstaffel |
| Typ | Ordnungspolizei |
| Gliederung |
I. Bataillon, Meran |
| Stärke | 2357 (Februar 1944) |
| Heimatstandort | Innsbruck |
| Führung | |
| Kommandeur | Oberst Alois Menschik |
Das Polizei-Regiment Bozen wurde aus Südtiroler Rekruten im Oktober 1943 gebildet und bestand bis zum Kriegsende im Mai 1945. Es wurde zur Sicherung des rückwärtigen Gebietes und zu sogenannten Partisanenaktionen eingesetzt.
Nach dem Waffenstillstand von Cassibile und der folgenden deutschen Besetzung Norditaliens im September 1943 mit der Schaffung der Operationszone Alpenvorland wurde am 1. Oktober 1943 die Aufstellung einer Südtiroler Polizeitruppe der Ordnungspolizei angeordnet. Die erste aufgestellte Einheit erhielt die Bezeichnung Polizei-Regiment Bozen. Kommandeur war Oberst der Gendarmerie Alois Menschik. Heimatstandort war Innsbruck. Im Februar 1944 war das I. Bataillon in Meran, das II. Bataillon und der Regimentsstab in Bozen und das III. Bataillon in Gossensaß stationiert. Die Truppenstärke betrug zu dem Zeitpunkt 2357 Mann. Für die Rekrutierung der Polizisten war zunächst auf die Freiwilligenwerbung im Rahmen der Option in Südtirol gesetzt worden, aber angesichts geringfügiger Meldungen ging man rasch zu Zwangsrekrutierungen über. Den Eingezogenen wurde nachträglich eine Freiwilligkeitserklärung abgenötigt. Die Bewaffnung bestand vorwiegend aus italienischen Beutewaffen. Im April 1944 erhielt das Regiment die Bezeichnung „SS-Polizei-Regiment Bozen“, blieb aber wie die reichsdeutschen Polizei-Regimenter der Ordnungspolizei unterstellt.
Das I. Bataillon wurde von Major Oskar Kretschmer geführt und befand sich von Februar bis mindestens September 1944 in Opatija (Istrien) zur Partisanenbekämpfung. Die 3. und 4. Kompanie nahmen am Unternehmen Bozen, das Bataillon Ende April bis Anfang Mai am Unternehmen Braunschweig teil. Die 1. Kompanie war ab 2. März 1945 am Unternehmen Rübezahl III beteiligt. Im April trat das Bataillon den Rückzug von Görz über Tarvis nach Kärnten an und geriet dann in amerikanische Gefangenschaft.

Das II. Bataillon unterstand Hauptmann Ernst Schröder. Im September nahm die Einheit an der Operation Piave beim Monte Grappa teil, in deren Verlauf 601 Partisanen getötet und 171 erhängt wurden. Insgesamt wurde das Bataillon bei 85 Partisanenbekämpfungen eingesetzt. Es wurde bei Kriegsende in Ceucinighe durch Partisanen festgesetzt und in amerikanische Kriegsgefangenschaft überstellt.
Das III. Bataillon unter Major Dobek war ab 19. Februar in Rom. Das Attentat in der Via Rasella am 23. März 1944 traf die in Ausbildung befindliche 11. Kompanie. Sie bestand aus 156 Männern aus Bozen und Umgebung und unterstand dem Stadtkommandanten Roms Kurt Mälzer. Dem Attentat fielen 33 Polizisten zum Opfer, und etwa die doppelte Anzahl wurde zum Teil schwer verwundet. Der Bataillonskommandeur lehnte es aber ab, mit seiner Einheit die Vergeltungsmaßnahme (Massaker in den Ardeatinischen Höhlen) durchzuführen, und die Suche nach Freiwilligen in der Einheit verlief ebenfalls ergebnislos. Beim Rückzug aus Rom löste sich das Bataillon zunehmend auf und wurde in der Provinz Como neu formiert. Die 9. Kompanie führte nach Überfällen im Susatal mehrere Sühnemaßnahmen durch. Es wirkte noch an mehreren Aktionen in den Westalpen und in Nordostitalien mit und wurde zum Kriegsende von Partisanen gefangen genommen.
Ein IV. Bataillon wurde in Gossensaß gegründet, aber schon im Mai 1944 als I. Bataillon dem Polizeiregiment Alpenvorland unterstellt.
Di Fonzo hat die Einheit anhand einer Kollektivbiografie untersucht. Die Rekruten kamen überwiegend aus dem bäuerlichen und teilweise aus dem handwerklichen Sektor mit einem nahezu homogenen elementaren Bildungsniveau und einem ausgeprägten Katholizismus. Sie verband auch der Erfahrungshintergrund des oftmals italienischen Militärdiensts sowie der erzwungenen Italianisierungspolitik und ihre Entscheidung bei der Option in Südtirol für die deutsche Staatszugehörigkeit. Für ihn zeigt sich anhand des Regiments, wie die Ordnungspolizei in Krisensituationen effiziente Einheiten mit situativ mobilisierbaren Rekruten bilden und bestmöglich für die eigenen Zwecke – auch den nationalsozialistischen Terror – einsetzen konnte.