| Predazzo | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Trentino-Südtirol | |
| Provinz | Trient (TN) | |
| Koordinaten | 46° 19′ N, 11° 36′ O | |
| Höhe | 1018 m s.l.m. | |
| Fläche | 109 km² | |
| Einwohner | 4.510 (31. Dez. 2025) | |
| Fraktionen | Bellamonte, Mezzavalle, Paneveggio, Fòl | |
| Angrenzende Gemeinden | Deutschnofen (BZ), Welschnofen (BZ), Moena, Tesero, Panchià, Ziano di Fiemme, Primiero San Martino di Castrozza, Canal San Bovo | |
| Postleitzahl | 38037 | |
| Vorwahl | 0462 | |
| ISTAT-Nummer | 022147 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Predazzani | |
| Schutzpatron | San Filippo und San Jacobo | |
| Website | www.comune.predazzo.tn.it | |
Predazzo (Dialekt Pardàc) ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Trient, Region Trentino-Südtirol, mit 4510 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025).
Der Ort wurde erstmals um das Jahr 1100 in der Form Pradassis als Bezeichnung für eine große Wiese erwähnt (lateinisch pratum magnum quod dicitur Pradassis). 1234 erscheint er als Pradacio. Giulia Mastrelli Anzilotti nimmt an, dass Predazzo eine Derivation aus dem lateinischen pratum ist. Das Suffix -āceu sollte in diesem Fall vergrößernd und nicht abwertend sein.
Das deutsche nicht mehr gebräuchliche Exonym lautet Pardatsch. Von Ziano di Fiemme talabwärts heißt der Ort im Dialekt Pardàco.
Blasonierung: Geteilter Schild, im ersten Teil silbern mit den Werkzeugen eines Maurers, bestehend aus einer Wasserwaage in natürlicher Farbe, die von einem geraden Winkelmaß gekreuzt wird, und zwei kreuzweise angeordneten Hämmern, alle drei Teile in der Mitte durch ein rotes Band verbunden, das an allen Seiten flattert; im zweiten Teil blau mit einer Schwalbe in natürlicher Farbe im Flug; der Schild ist von einem damaszierten Rahmen in Gold umgeben. Das Gemeindewappen wurde am 5. Januar 1888 mit kaiserlicher Handschrift gewährt, als Kaiser Franz Joseph I. Predazzo zur Marktgemeinde erhob. Es nimmt Bezug auf die in Predazzo vorherrschenden Tätigkeiten, den Bergbau, die Steinbrüche und die Maurer sowie auf die Emigration, auf die die Schwalbe hindeutet.
Der im Osten des Fleimstales (Val di Fiemme) auf 1018 m s.l.m. gelegene Ort liegt am Zusammenfluss des Torrente Travignolo mit dem aus dem Fassatal kommenden Avisio. Predazzo ist im Süden eingegrenzt von der Lagorai-Kette und im Nordosten von der zu den Dolomiten gehörenden Latemar-Gruppe. Östlich führt das gleichnamige vom Travignolo durchflossene Tal zum Passo Rolle und Passo Valles. Predazzo grenzt an die Gemeinden Moena, Tesero, Panchià, Ziano di Fiemme, Primiero San Martino di Castrozza und Canal San Bovo sowie an die Südtiroler Gemeinden Deutschnofen und Welschnofen.
1447 wurde den Einwohnern vom Fürstbischof von Trient Georg Hack mit der Regola feudale eine weitestgehende Selbstverwaltung gewährt. Die Regola von Predazzo gehört der Talgemeinde Fleims an. Mit der Auflösung des Fürstbistums gehörte Predazzo nach der napoleonischen Epoche von 1815 bis 1919 zur Gefürsteten Grafschaft Tirol und somit zur Habsburgermonarchie. Im Jahr 1819 machte hier der Geologe Giuseppe Marzari Pencati eine Entdeckung, die das damals vorherrschende Geologieverständnis wesentlich beeinflusste, als er entgegen der geltenden Theorie für älter eingestufte Gesteinsschichten auf jüngeren Schichten liegend vorfand. In der Folge wurde Predazzo zum Ziel zahlreicher Felduntersuchungen und unter anderem von Leopold von Buch, Alexander von Humboldt und Maria Matilda Ogilvie Gordon aufgesucht.
Bis zum Ersten Weltkrieg war Predazzo eine Garnison der k. u. k. Armee, 1914 lag hier das II. Bataillon des Tiroler Landesschützenregiments Nr. III.
Bis 1963 war der Ort Endbahnhof für die im Ersten Weltkrieg erbaute Fleimstalbahn.
| Jahr | 1921 | 1931 | 1951 | 1961 | 1971 | 1981 | 1991 | 2001 | 2011 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 3783 | 3236 | 3411 | 3783 | 3985 | 4053 | 4110 | 4298 | 4531 | 4522 |
Quelle: ISTAT
Predazzo ist nicht nur die größte Gemeinde des Fleimstals, sondern auch dessen wirtschaftliches Zentrum. Hier hat der Pastahersteller Felicetti als größter industrieller Arbeitgeber seinen Sitz. Predazzo ist zudem ein bekanntes Wintersportgebiet. Am nördlichen Ortsrand liegt die Skisprunganlage Dal-Ben-Skisprungschanzen mit der Großschanze (Hillsize 134 m) und der Normalschanze (Hillsize 106) sowie drei kleineren Nachwuchs-Schanzen. Auf dieser Anlage wurden die Wettbewerbe der Skispringer und die Sprungwettbewerbe der Nordischen Kombination bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1991, 2003 und 2013 im Val di Fiemme sowie der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo ausgetragen.