Preding

Marktgemeinde
Preding
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Preding
Preding (Österreich)
Preding (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 18,27 km²
Koordinaten: 46° 51′ N, 15° 23′ OKoordinaten: 46° 51′ 0″ N, 15° 23′ 0″ O
Höhe: 335 m ü. A.
Einwohner: 1.860 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 102 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8504
Vorwahlen: +43 3185
Gemeindekennziffer: 6 03 24
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Grazer Straße 11
8504 Preding
Website: www.preding.eu
Politik
Bürgermeister: Andreas Stangl (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
5
6
3
1
5 6 3 1 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Preding im Bezirk Deutschlandsberg
Lage der Gemeinde Preding im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)Bad SchwanbergDeutschlandsbergEibiswaldFrauental an der LaßnitzGroß Sankt FlorianLannachPölfing-BrunnPredingSankt Josef (Weststeiermark)Sankt Martin im SulmtalSankt Peter im SulmtalSankt Stefan ob StainzStainzWettmannstättenWiesSteiermark
Lage der Gemeinde Preding im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
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Preding von Süden
Preding von Süden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Preding ist eine Marktgemeinde mit 1860 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) in der Steiermark und liegt etwa 30 km südwestlich von Graz.

Geografie

Preding liegt im Nordosten des Bezirks Deutschlandsberg.

Geografische Lage

Die Marktgemeinde Preding liegt eingebettet von Hügeln in der Weststeiermark.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2023)

Die Gemeinde gliedert sich in fünf Ortschaften (in Klammern Einwohner, Stand 1. Jänner 2026):

Eingemeindungen

Am 1. Jänner 1952 wurde die frühere Gemeinde Tobis eingemeindet. Mit 1. Jänner 1969 wurden Wieselsdorf und der südliche, zur Pfarre Preding gehörende Teil der Katastralgemeinde Tobisegg (Gemeinde Sankt Josef) eingemeindet.

Von der steiermärkischen Gemeindestrukturreform, die bis 2015 die Zahl der Gemeinden im Bezirk Deutschlandsberg von 40 auf 15 verringerte, war die Gemeinde nicht betroffen, eine Zusammenlegung mit anderen Gemeinden war nicht geplant. Allerdings wurden im Rahmen dieser Reform Wünsche geäußert, einen Teil des Gebietes der Gemeinde Stainztal statt der Gemeinde Stainz entsprechend der Pfarrzugehörigkeit der Gemeinde Preding anzuschließen.

Nachbargemeinden

Eine der sechs Nachbargemeinden liegt im Bezirk Graz-Umgebung (GU), zwei im Bezirk Leibnitz (LB).

Sankt Josef (Weststeiermark) Dobl-Zwaring (GU)
Stainz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Hengsberg (LB)
Wettmannstätten Sankt Nikolai im Sausal (LB)

Geschichte

Preding ist altes Siedlungsgebiet. Neben der (bis 2022 ausdrücklich denkmalgeschützten, danach nur mehr als Fundstelle geführten) Fundstelle einer römerzeitlichen Siedlung sind auch Spuren einer spätmittelbronzezeitlichen Siedlung aus ca. dem 14. Jhdt. v. Chr. und ein Brandgrab aus der Zeit der Urnenfelderkultur dokumentiert. Die Ausgrabungen an diesen Fundorten erstrecken sich auch auf ca. 17.000 m² auf der Betriebsfläche der Hasslacher Preding Holzindustrie.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) existierte in Preding eine Art Konsortium von Fuhrleuten, das für die kaiserliche Armee benötigte Güter transportierte. Die daran beteiligten Fuhrunternehmer unternahmen Fahrten bis weit in das Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hinein.

Mit 1. Jänner 1928 wurden die Gemeinden Preding und Tobis von der Bezirksvertretung Wildon abgetrennt und zur Bezirksvertretung Deutschlandsberg zugewiesen. Das betraf nicht einen Wechsel der Bezirkshauptmannschaft, sondern nur eine Umgliederung in der Organisation der Interessenvertretung auf Gemeindeebene, für welche Bezirksvertretungen damals eine Verwaltungsebene zwischen Gemeinden und Landtag bildeten.

Während des nationalsozialistischen Juliputsches im Jahr 1934 wurde der Markt vollständig von den Nationalsozialisten beherrscht. Ihr Anführer, der in Mettersdorf wohnende Lehrer Kurt Chibidziura, ordnete im Namen der neuen nationalsozialistischen österreichischen Regierung an, die Häuser des Marktes zu beflaggen, ferner ließ er die Häuser von „Regierungsgegnern“ durchsuchen und Waffen beschlagnahmen sowie das katholische Vereinsheim konfiszieren. Die nationalsozialistische „Machtergreifung“ war im Markt besonders brutal und blutig abgelaufen. Zwei Gendarmen, die am Nachmittag des 25. Juli versucht hatten, die Besetzung des Postamtes zu verhindern, waren von Chibidziura mit der Pistole niedergeschossen und schwer verletzt worden. Am Abend desselben Tages erlitt die 66-jährige Besitzerin vulgo „Huterer“ eine tödliche Verletzung durch einen Schuss, der in ihr Schlafzimmerfenster abgegeben worden war. Die Nationalsozialisten, deren Stärke am Höhepunkt der Erhebung hier mit bis zu 300 Personen angegeben wurde, beherrschten den Markt bis zum Eintreffen einer Einheit des Bundesheeres, die zur Befriedung des Bezirkes aufgeboten worden war. Doch während anderswo die Putschisten auf die Nachricht vom Eintreffen des Bundesheeres fluchtartig abzogen, lieferten sich jene von Preding vor ihrem Abzug am Nachmittag des 26. Juli sogar noch ein kurzes Feuergefecht mit diesem. Nach der Niederschlagung des Putsches wurden im Gebiet des Gendarmeriepostenrayons Preding 60 Personen wegen Beteiligung an diesem verhaftet, 15 weiteren, darunter auch Chibidziura, war die Flucht nach Jugoslawien geglückt. Eine Reihe von Predinger Putschisten wurden zu längeren Haftstrafen verurteilt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Einwohnerzahl von Preding lag seit dem 19. Jahrhundert bei etwa 1500 Personen und stieg ab den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bis 2021 an. 2026 lebten 1860 Menschen in Preding.

Preding: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.384
1880
  
1.563
1890
  
1.574
1900
  
1.515
1910
  
1.477
1923
  
1.505
1934
  
1.454
1939
  
1.364
1951
  
1.477
1961
  
1.392
1971
  
1.577
1981
  
1.504
1991
  
1.573
2001
  
1.642
2011
  
1.684
2021
  
1.885
2026
  
1.860
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Preding

Wirtschaft und Infrastruktur

Preding hat einen Gewerbepark. Ein Holzverarbeitungsbetrieb mit circa 270 (Stand 2025) Mitarbeitern befindet sich an der Wieserbahn und Schröttenstraße L 601. Dieser Betrieb wurde 2009 von der Hasslacher Gruppe übernommen und ist Teil einer der größten Holzindustrien Europas. Im Jahr werden etwa 530.000 Festmeter Rundholz zu Schnittholz, Konstruktionsvollholz und anderen Holzprodukten verarbeitet.

Für den Tourismus gibt es einige Fremdenpensionen, in denen auch Urlaub am Bauernhof und Reiturlaube angeboten werden.

In Preding arbeitet der letzte Seiler der Steiermark, Friedrich Teppernegg. Er zählt zu den letzten Seilermeistern in Österreich. Zu seinen Erzeugnissen der „mechanischen Seilerei“ gehören Naturfaserseile aus Hanf oder Sisal, Kunstfaserseile, Flechtleinen, Hebebänder, Rundschlingen, Gerüst- und Bindestricke, Verpackungskordeln, Wurstbindfäden, aber auch Bungy-Jumpingseile. Neben diese hochmodernen Gummiseilen werden auch Fischernetze, Fußballnetze usw. gefertigt.

Verkehr

Der modernisierte Bahnhof Preding-Wieselsdorf (2025)

Vereine

Politik

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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder und setzt sich folgendermaßen zusammen:

Verteilung der Gemeinderatssitze nach Jahr und Partei
Jahr ÖVP SPÖ FPÖ Grünen
1990 6 7 2 n. k.
1995 5 7 3 n. k.
2000 7 6 2 n. k.
2005 4 9 2 n. k.
2010 4 9 2 n. k.
2015 3 10 2 n. k.
2020 5 9 1 0
2025 6 5 2 1

Bürgermeister

Wappen

Die Steiermärkische Landesregierung verlieh 1997 der Gemeinde folgendes Wappen: Im roten Schild auf goldener Mondsichel in einem mit sieben facettierten goldenen Sternen bewinkelten goldenen Strahlenkranz die mit goldener Laubkrone gekrönte, silbern gewandete, mit blauem Mantel umhüllte Muttergottes in natürlichen Farben, das mit der Rechten nach dem Mantelsaum greifende in natürlichen Farben bloße Jesuskind auf dem rechten Arm tragend.

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

Ehrenbürger und Ehrenringträger der Gemeinde

Ehrenbürger der Marktgemeinde Wieselsdorf
Ehrenbürger der Marktgemeinde Preding
Ehrenringträger der Stadtgemeinde Preding

Söhne und Töchter der Gemeinde

sofern nicht bereits unter „Ehrenbürger und Ehrenringträger der Gemeinde“ angeführt

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Literatur

Historische Landkarten

Commons: Preding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Regionalinformation 31.12.2023.zip, bev.gv.at (1.119 kB, 0003450398_100_Verwaltungseinheiten_KG_2023.csv); abgerufen am 20. Jänner 2025
  2. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  3. ↑ Verordnung vom 31. Dezember 1951 betreffend die Vereinigung von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 21. Jänner 1952, 1. Stück, Nr. 7, S. 5.
  4. ↑ Gesetz vom 3. Dezember 1968 über Gebietsänderungen von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 27. Dezember 1968, 22. Stück, Nr. 164, S. 173–174.
  5. ↑ Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  6. ↑ Weststeirische Rundschau, Nr. 7, Jahrgang 2013, 15. Februar 2013, 86. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X, Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2013, S. 21.
  7. ↑ Das ehemals ausdrücklich denkmalgeschützte Gebiet gehört zur Fundzone bei der Pöllmühle die als Fundstelle ausgewiesen ist, als Fundart sind Siedlung?, Streufund genannt, als Datierung Urzeit; Neolithikum; Römerzeit; Kaiserzeit; Datierung unbekannt. Digitaler Atlas, Geografisches Informationssystem GIS Steiermark, Gesellschaft-Bildung-Kultur, Kunst und Kultur, Denkmalschutz - BDA. (abgerufen am 10. Juli 2023).
  8. ↑ Aufsehenerregende archäologische Funde in der Hasslacher Preding Holzindustrie. Wochenzeitung Weststeirische Rundschau vom 23. Juli 2021. 94. Jahrgang Nr. 29, S. 5.
  9. ↑ Gesetz vom 27. Juli 1927, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 17. Oktober 1927, 16. Stück, Nr. 54, S. 106.
  10. ↑ Gesetz vom 14. Juni 1866, Landesgesetz- und Verordnungsblatt für das Herzogthum Steiermark vom 12. September 1866, XV. Stück, Nr. 19, S. 55.
  11. ↑ Die bislang ausführlichste Abhandlung über die Kämpfe während des Juliputsches in Preding findet sich in Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934 (= Grazer zeitgeschichtliche Studien, Band 3) StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2008, S. 159–162, 183 (Totenliste), 186 und 188, ISBN 978-3-7065-4006-3.
  12. 1 2 3 4 5 Grazer Notizen.. In: Grazer Volksblatt, 13. Oktober 1887, S. 3 (online bei ANNO).
  13. ↑ Einladung zur Weihe der neu renovierten Dorfkapelle in Klein-Preding. Weststeirische Rundschau. 96. Jahrgang, Nummer 1, 23. Juni 2023, S. 12.
  14. ↑ Rückblick Kürbisfest 2024. In: Marktgemeinde Preding. Abgerufen am 28. Dezember 2024.
  15. ↑ Weststeirische Rundschau. Unabhängige Wochenzeitung der Firma Simadruck für den Bezirk Deutschlandsberg. 82. Jahrgang, Nummer 1, 3. Jänner 2009, S. 10.
  16. ↑ 40 Jahre Hasslacher Preding Holzindustrie. Mit 70 Mio. Invest zu einem der modernsten, voll integrierten Standorte in Europa. In: Weststeirische Rundschau Nr. 22, 98. Jahrgang 2025 (30. Mai 2025), Seite 11.
  17. ↑ Land Steiermark: Wahlarchiv - Gemeinderatswahlen allgemein. Abgerufen am 22. April 2026.
  18. ↑ Land Steiermark: Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Preding. 27. März 2025, abgerufen am 22. April 2026.
  19. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Preding. Land Steiermark, 13. März 2005, abgerufen am 22. Oktober 2024.
  20. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Preding. Land Steiermark, 21. März 2010, abgerufen am 22. Oktober 2024.
  21. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Preding. Land Steiermark, 22. März 2015, abgerufen am 22. Oktober 2024.
  22. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Preding. Land Steiermark, 28. Juni 2020, abgerufen am 22. Oktober 2024.
  23. ↑ Elmar Steiner ist der neue Bürgermeister von Preding. In: Kleine Zeitung. 3. Oktober 2023, abgerufen am 3. Oktober 2023.
  24. ↑ Koalition in Preding: Bürgermeister Stangl führt die ÖVP an. 25. April 2025, abgerufen am 28. April 2025.
  25. ↑ Wappen der Marktgemeinde. Marktgemeinde Preding, abgerufen am 17. November 2023 (deutsch).
  26. ↑ Preding listete SA-Obersturmführer als Ehrenbürger auf: aberkannt, abgerufen am 23. April 2026
  27. ↑ Diamantenes Priesterjubiläum in Preding. In: Weststeirische Rundschau Nr. 30, 24. Juli 2026, 99. Jahrgang 2026, Seite 10.
  28. ↑ TSV Preding: Meisterfeier und Mitgliederehrung, abgerufen am 23. April 2026
  29. ↑ Das dürfte Technik-Freaks interessieren … und andere Predinger Geschichten. In: Weststeirische Rundschau Nr. 11, 94. Jahrgang 2021, Seite 7.