Ein Pfarrerbuch (auch Pastorenbuch, Pastorenverzeichnis oder Presbyterologie) ist ein personengeschichtliches Nachschlagewerk und verzeichnet die Geistlichen in einem bestimmten Territorium.
Nachdem sich Ende des 17. Jahrhunderts die neue Gattung Gelehrtenlexikon entwickelt hatte, wurden im 18. Jahrhundert die ersten Pfarrerbücher publiziert. Sie biografierten nicht nur besonders verdiente Vertreter des Standes, sondern alle Amtsinhaber und können auch Detailangaben zu deren Familienumfeld enthalten. Mit dieser langen Vorlaufzeit – und auch wegen ihrer Bedeutung für die Kulturgeschichte – wurden Pastoren zu der Berufsgruppe, die heute personengeschichtlich am besten erforscht ist.
Pfarrerbücher sind in der Regel entweder alphabetisch nach Personennamen oder nach Strukturen der territorialen Kirchenverwaltung (Superintendenturen, Propsteien, Pfarrstellen (Kirchspielen)) und innerhalb der Pfarrstellen chronologisch (series pastorum) geordnet und durch Register erschlossen. Für die meisten Landeskirchen gibt es mittlerweile solche Nachschlagewerke. In der Anlage (Umfang und Detailtiefe von Einzelbiographien der Amtsträger, Literaturhinweise, Nennung von Verwandten der Pastoren usw.) unterscheiden sie sich sehr.
Pfarrerbücher existieren praktisch nur für evangelische Kirchen, gelegentlich verzeichnen sie aber auch vorreformatorische Geistliche.
(ohne Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin und Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck)