Primank Gemeinde Spornitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 53° 23′ N, 11° 43′ O |
| Höhe: | 70 (64–76) m ü. NHN |
| Einwohner: | 31 (24. Juni 2023)[Ohne Beleg] |
| Eingemeindung: | 1952 |
| Postleitzahl: | 19372 |
| Vorwahl: | 038726 |
Luftbildaufnahme von Primank | |
Primank ist ein Ortsteil der Gemeinde Spornitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.
Primank lag und liegt wieder in der Gemarkung Steinbeck-Primank Flur 1 und 4.
Das Straßendorf liegt etwa zehn Kilometer südwestlich von Parchim. Die Bundesstraße 191 verläuft vier Kilometer nördlich der Ortslage. Die Landeshauptstadt Schwerin ist mit der Bundesautobahn 24 (A24) in 35 Kilometern zu erreichen. Die Autobahn 24 führt in etwa einen Kilometer Entfernung südlich am Dorf vorbei. Der Ort ist ungefähr 1,5 Kilometer lang und hat eine durchgehende Straße, die Primanker Dorfstraße. Sie geht am Waldrand in einen Waldweg über und endet bei der Kreuzung Kiekindemark/Stolpe. Durch Primank verläuft eine Busverbindung, die von der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) angefahren wird. Der nächste Bahnhof befindet sich in Spornitz.
Nördlich des Dorfrandes befinden sich mehrere Teiche, die Primanker Teiche mit einer Gesamtfläche von etwa 20 Hektar. Gespeist werden diese von mehreren namenlosen Landgräben, die aus dem einen Kilometer östlich gelegenen Sumpfgebiet heraus entwässern. Diese besitzen keinen Vorfluter und ihr Wasser verdunstet oder versickert in der Umgegend von Primank wieder.
Primank wurde erstmals im Jahre 1407 als Wüstung erwähnt. Der Ortsname könnte aus dem slawischen Wort manka (Mehl bzw. Mühle, aber auch Qual) oder eventuell aus dem lateinischen prima (Erstes, Gutes, Bestes) und mancus (unvollständig, fehlend) entstanden sein. Historisch belegt ist der Name Primank in den Flurnamen Steinbecker Busch, Primarcker Höfe, Dorfstelle, Primarck, Brandstelle und auf dem Primanken. Letzteres spricht dafür, dass dort auf dem Ackerland, südlich hinter Spornitz auf dem Sprensberg, eine Mühle stand. Hier ist eine Siedlungsstelle durch Ausgrabungen nachgewiesen. Die Gemarkung Primank ist untergangen und in die Gemarkung Steinbeck bzw. auch in der Landesforst eingegangen. Es ist anzunehmen, dass Primank vor Steinbeck entstanden ist, da Primank einen slawischen Namen trägt und Steinbeck einen deutschen Namen, aber in der historischen Vergangenheit immer als Steinbeck-Primank mit Doppelname aufgeführt wurde.
Einige Bemerkungen zu den Flurnamen:

Die Dorfstelle an den Primanker Teichen bezeichnet die Lage des alten Primank. Sie ist überforstet. Auch der „Windmühlenberg“ nordwestlich davon liegt heute im Wald. Der Waldweg, der an dieser Dorfstelle Richtung Kiekindemark verläuft, existierte im 14. Jahrhundert nicht. Der damalige Fernweg von Parchim nach Neustadt verließ bei Kiekindemark das Stadtgebiet, verlief zwischen den Quellen des „Glasborns“ und des „Roten Baches“ und führte durch Primank, an der Steinburg vorbei nach Blievenstorf. Die Primarcker Höfe (auch Priemarcker Häufen oder Primanker Höfe genannt) südöstlich der alten Primanker Dorfstelle kennzeichnen den ehemaligen Primanker Acker, heute ebenfalls aufgeforstet (Höfe von Hufen, also Bauernacker). An der „Brautsteigschneise“ liegt ein Waldstück Primarck. Diesen Buchen- und Eichenwald gab es schon im 14. Jahrhundert. Er lag noch auf der Primanker Feldmark, war nach dem Dorf Primank benannt und diente zur Schweinemast. Ab Höhe Godems-Spornitzer Weg ist der „Alte Stadtweg“, der vorhin aufgeführte Fernweg Neustadt-Parchim, noch erhalten. An den „Wöstwischen“ am „Wöstwischendiek“ liegt die Wüstung Primank. Hier wurden bereits Scherben des 12.–14. Jahrhunderts gefunden.
Primank lag an der Landstraße von Parchim über Kiekindemark – Neustadt-Glewe, heute am Brunnenweg, es hatte eine Windmühle, sowie eine Wassermühle. Ab dem 10. Jahrhundert wanderten deutsche Siedler aus den Ländern westlich der Elbe und Schleswig-Holstein nach östlich der Elbe in die slawischen Gebiete ein. Der Betrieb der Mühlen ergab sich durch die geografische Lage an der Endmoräne der letzten Eiszeit am Sonnenberg 106 m über NN. Eine Hügelkette setzt sich fort mit dem Mühlenberg 116 über NN bei Kiekindemark, Langer Berg 125 m über NN, Lorenzberg 113 m über NN, am schiefen Berg 119 m in der Forst Spornitz, Silberberg 86 m bei Spornitz und den Windmühlenberg mit 82 m über NN im Steinbecker Busch. Ein Feuchtgebiet von 200 ha vom Schiefen Berg bis Primanker Teiche und die Senke an der Jagdhütte mit der Quelle hatte so viel Wasser, um die Primanker Wassermühle den Betrieb mit Wasserkraft abzusichern.
Im Mittelalter kamen immer mehr Siedler ins Land. Die deutschstämmigen Brandenburger grenzten sich gegen den slawischen Einfluss ab. An der Steinbeke entstand die Steinburg, bei Godems die Rote Burg, in Marnitz war ebenfalls eine Adelsburg. Von diesen Burgen gingen Raubzüge aus, die plündernd, mordend und brandschanzt die Dörfer und Siedlungen der Slawen verwüsteten.
1407 wurde Primank schließlich an der alten Lage durch Plünderei gebrandschatzt und total abgebrannt.
Die überlebenden Primanker und Steinbecker bauten gemeinsam ein neues Dorf, welches seinen Standort in unmittelbarer Nähe der Steinburg hatte. 1407 wird von einem Primanker Müller gesprochen, der aber in Steinbeck wohnte, jedoch Primanker Acker bearbeitete. Eine Reihe von Steinbecker Bauern hatten Primanker Acker unter dem Pflug, wahrscheinlich handelte es sich hier stets um ehemalige Primanker. Vor der Wüstung war Primank ein relativ großes Dorf. Als ehemaliges Bauerndorf hatte Primank 25 Hufen, davon 16 fürstliche, 3 kirchliche und 6 ritterschaftliche, deren 2 vom Junkerhof genutzt wurden, sowie die o. g. Mühlen.
Gute 150 Jahre nach der Wüstung waren im Erbregister des Amtes Neustadt für das Jahr 1559 vier Gehöfte im wiederaufgebauten Primank verzeichnet. Drei Gehöfte hatten je eine Hufe, während das vierte Gehöft 2 Hufen besaß.
1599 wird Primank zusammen mit Steinbeck durch Ankauf den herzoglichen Besitzungen im Amte Neustadt einverleibt. Im Dreißigjährigen Krieg ging Primank diesmal als Teil des Kirchdorfes Steinbeck unter. Fast alle Einwohner starben an der Pest oder wurden getötet. Die letzten vier Bauern siedelten aus; einer nach Dütschow und drei nach Stolpe (danach erneute Wüstung).

1855 begann auf Weisung des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin die Wiederaufsiedlung von Primank mit zwei Bauernhöfen, südöstlich von der alten Dorflage. Diese wurden später Erbpächter. In diesem Jahr waren Steinbeck als Staatsdomäne und Primank als Dorf eine Gemeinde. Die Bürgermeister waren immer Einwohner aus Primank. Ab 1860 wurden insgesamt 9 Büdnereien, nördlich der Dorfstraße und 8 Häuslereien südlich der Dorfstraße errichtet, um das Auswandern der Bevölkerung nach Amerika zu verhindern. Es gab eine Gastwirtschaft mit Saal, einen Kaufmannsladen, einen Schneider und einen Schuster. 1889 wurde auf der Erbpachhufe Nr. 1 in Primank eine sogenannte Feldbrandziegelei errichtet. Diese wurde von dem Zieglermeister Struwe betrieben. Zu seiner Lebenszeit gab es im Dorf eine sehr gute Lebensqualität, da er sich um die Belange der Bewohner kümmerte und sich für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung einsetzte.
Am 21. März 1898 wurde der bis dahin aus zwei Erbpachtstellen sowie einer Büdner- und Häusler-Kolonie bestehenden Ortschaft in der Gemeinde „Hof Steinbeck“ (Domanial-Amt Neustadt) durch das Großherzoglich Mecklenburgische Ministerium des Innern offiziell der Name „Primank“ beigelegt. Zwischen 1928 und 1930 wurde die Ziegelei geschlossen. Das damaliges Gut ist heute noch als Wüstung bei der letzten übrig gebliebenen Stallung zu sehen. Es war so groß wie das Steinbecker Gutshaus und komplett unterkellert. Später wurde das Gut enteignet. Auch der Brunnen, der sich hinter der Stallung befand, wurde zugeschüttet.
1756 wurde die Schulpflicht in Mecklenburg eingeführt. Die Schule war in Steinbeck bis 1932 in der Dorfstraße 2. Danach war die Schule im Steinbecker Gutshaus. Ab 1952 mussten die Kinder zur Schule nach Spornitz. Dort gab es viele Wandertage. Zu den Zielen gehörten der Pingelhof, die Lewitz, die Ortsteile Dütschow, Steinbeck und Primank. Das Waldschlößchen und das Grillen am Primanker Karpfenteich sowie die jährliche Fahrt der 4. Klasse zum Hansapark.
Im Ersten Weltkrieg sind sieben Söhne der Gemeinde gefallen. Ein denkmalgeschütztes Kriegerdenkmal von 1914/18 steht in der Mitte des Dorfes.
Im November 1925 wurde die Zugehörigkeit zum Domanialamt Neustadt aufgehoben. Primank unterstand fortan dem Amt Parchim.
Im Jahre 1926 ereignete sich eine tragische Liebesgeschichte. Die Tochter, Ilse Hansen, des Gutsverwalters des Nachbardorfes Steinbeck verliebte sich in einem auf dem Gut arbeitenden Pferdekutscher. Zur damaligen Zeit war es den Eltern sehr ungelegen, da es so etwas nicht geben konnte, in dem Stand einen einfachen Arbeiter zu heiraten. Die beiden Liebenden verabredeten sich in einer alten Kuhle, um sich gemeinsam mit dem Jagdgewehr des Verwalters das Leben zu nehmen. Die Ilse wartete vergeblich auf ihren Freund und erschoss sich. Ihr Geliebter war wohl zu feige aus dem Leben zu gehen. Die Stelle, an der sie starb, ist die sogenannte Mordkuhle, unweit des Gutes. Nach dem Tod seiner Tochter ist der Gutsbesitzer weggezogen. Ihr Grab ist noch auf dem Friedhof vorhanden und wird gepflegt. In der ehemaligen Mergelkuhle ließen ihre Eltern aus einem alten Findling einen Gedenkstein meißeln, welcher mit einem Pfad zu erreichen ist. Bis heute bleibt dieses Familiendrama den Einwohnern von Primank und Steinbeck in Erinnerung.
Im Zweiten Weltkrieg waren sieben Opfer zu beklagen. 1944 gab es eine Heldengedenkfeier für die gefallenen Soldaten im Krieg. Kurz nach Kriegsende brannte durch die Einwirkung der russischen Besatzungsmacht der ehemalige Kornspeicher mit dem dazugehörigen Wohnhaus in Steinbeck ab. Auch in Primank wurden einige Wohnhäuser durch die Rote Armee beschädigt. 1952 wurde die Gemeinde Steinbeck-Primank an das Stromnetz angeschlossen. Im selben Jahr wurde die Dorfgemeinschaft nach Spornitz eingemeindet.

Am 30. Januar 1953 erfolgte die Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) vom Typ I in Primank, mit dem Namen „Neue Zeit“. Am 18. Oktober 1960 war die Gründung der Primanker LPG „Hügelland“. Am 8. August 1961 erfolgte der Zusammenschluss mit der LPG Steinbeck. 1968 schloss sich Primank als Genossenschaft an die LPG „Freiheit“ Spornitz an.
Seit 1956 gehört Primank zur Kirchgemeinde Spornitz.
1957 brannte ein Gehöft in Primank, welches rechtzeitig gelöscht werden konnte. Von 1964 bis 1969 bestand eine Freiwillige Feuerwehr Primank. 1970 erhielt das Dorf eine asphaltierte Straßenanbindung bis ans letzte Gehöft. 1990 bewirtschaftete ein Wiedereinrichter neben der Agrar-Produkte e.G. den Acker. 1992 wurde die zentrale Wasserversorgung von Karrenzin gebaut. Davor hatte jeder Haushalt einen eigenen Wasserbrunnen. Im Jahr 1998 beging Primank die 725-Jahr-Feier. Ende 1990/Anfang 2000 erfolgte in der Ortschaft durch die Deutsche Telekom AG die DSL-Anbindung. 2008, wurde die 735-Jahr-Feier gefeiert und im Juni 2023 fand das 750-jährige Jubiläum statt. Von Ende 2022 – 2024 folgte die Erbauung & Erschließung an das Glasfasernetz der Wemacom GmbH.
Der Ortsname hat sich im Laufe der Jahrhunderte in verschiedenen Schreibweisen geäußert:
1407 - Primanke
1568 - Primanck
1576 - Primangk
1712 - Priemers Feld
1824 - Priemark & Priemarck
Ab 1898 - Primank (vereinzelt bis 1967 Priemarck)
1930 hatte Primank 96 Einwohner.
1933 hatte die Gemeinde Steinbeck-Primank 230 Einwohner.
1946 bei der Volkszählung wohnten 505 Personen in der Gemeinde Steinbeck-Primank.
1953 hatte Primank 89 Einwohner.
2020 wohnten 27 Personen in Primank.
2023 leben in der Dorfgemeinschaft Steinbeck-Primank 58 Personen.

Die Dorfchronik von Spornitz dokumentiert rings um die Gemeinde verschiedene Sagen und Märchen. Unter anderem die Sage Der Teufel am Kreuzweg. Diese verortet unheimliche Vorkommnisse auf dem „Düwelsweg“ (am Steinbecker Weg), einem historischen Kreuzweg zwischen Dütschow und Spornitz. Demnach hockte sich der Teufel an einer Brücke bevorzugt nächtlichen Wanderern als zentnerschwere Last auf die Schultern. Ein Bauer aus Brenz konnte ihn der Erzählung nach nur kurzzeitig durch die List überwinden, sich eine Tabakpfeife anzuzünden, ehe die Gestalt an der Brücke endgültig von ihm abließ.
Eine weitere Erzählung betrifft die sogenannte Mordkuhle am Teufelsbach. Laut der Sage nutzte ein Raubritter den ehemals wasserreicheren und schiffbaren Bachlauf, um mit einem Kahn unbemerkt von seiner Burg aufzubrechen. Er lauerte an einem nahen Handelsweg Kaufleuten auf, überfiel diese und entkam im Schutz der Dunkelheit per Boot, wodurch seine Verfolger das Versteck niemals ausfindig machen konnten.
Zudem gibt es die Überlieferung zum Brautstein, einem eingekerbten Findling nahe der Parchimer Landwehr im Bereich der Lübower Berge. Im Gegensatz zu älteren Volkssagen handelt es sich hierbei um eine bewusste moderne Schöpfung des Parchimer Lehrers und Heimatforschers Walter Dahnke (1890–1972), die zur Förderung des Tourismus und der Naherholung erfunden wurde. Die fiktive Geschichte handelt von einem jungen Jägerburschen aus Spornitz, der sich in ein Mädchen aus Godems verliebt. Um ihre Hand zu gewinnen, stellte sie ihm die Bedingung: „Wenn du dissen Stein deilt hest, denn sall de Hochtied sin!“ Der Jäger begann daraufhin, Kerben in den Stein zu schlagen, fiel jedoch kurz darauf im Krieg. Das trauernde Mädchen weinte fortan auf dem Findling, was den Namen des Steines begründete. Dahnke kommentierte seine literarische Erfindung später im regionalen Dialekt mit den Worten: „Dees Geschicht hew ick mi sülben utdacht. Ick dacht, dat to den’n Brutstein ok ’ne Geschicht sin mößt.“
Neben den Sagen ist Primank auch als Herkunftsort traditioneller mecklenburgischer Volksdichtung dokumentiert. In regionalen Sammlungen zur Volkskunde ist ein plattdeutscher Kinder- und Tanzreim überliefert, der spezifisch der Ortschaft zugeordnet wird und den dörflichen Alltag humorvoll in der historischen Mundart festhält:
„Huppup buppup basterjahn, laat de fidel un fläuten afgahn, laat s' ok nich verdarben, zirp zirp zarben, mudder geiht na 'n bohnenplanten, vadder sticht na 'n bœn rup, hadd he 'n lütt bāten hōger stāgen, hadd he 'n piepvagel krāgen, piepvagel flōōch inne luft, vadder fōōl up 'n dicken tūffelbuuk.“
Zudem ist aus Primank eine lokale Variante eines traditionellen Kinder- und Auszählreims überliefert:
„Wie hoch steht der Weizen? so hoch wie ein Haus, du bist raus.“
Ein Arbeiter aus Primank überlieferte diese Sage im Jahre 1931:
„„En Schosteenfäger hett mal de Schosteen fägt in ’n Sloß. As he nu den Raut rutnimmt, kümmt he in enen Gang unner dat Sloß rin. He geiht dor in lang. As he all ’n ganz End’ gahn is, süht he Petermännken up sien Lager bi enen Post liggen. De Schosteenfäger hett maakt, dat he wegkamen is."“
„Ein Schornsteinfeger fegte einst die Kamine in einem Schloss. Beim Entfernen des Rußes entdeckte er einen Geheimgang unter dem Schloss und erblickte dort das schlafende Petermännchen auf seinem Lager, woraufhin er die Flucht ergriff.“