Petergstamm

Petergstamm

Petergstamm (Primula balbisii)

Systematik
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Primuloideae
Gattung: Primeln (Primula)
Untergattung: Auriculastrum
Sektion: Auricula
Art: Petergstamm
Wissenschaftlicher Name
Primula balbisii
Lehm.

Der Petergstamm (Primula balbisii) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Primeln (Primula) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die zuvor als Unterart von Primula auricula, der bekannten Aurikel, betrachtete Sippe wurde 2005 als Art abgetrennt, ihr taxonomischer Status ist seither umstritten. Primula balbisii kommt in den Süd- und Ostalpen, im Apennin, in Ungarn, in den Südwestkarpaten und auf der Balkan-Halbinsel vor.

Beschreibung

Habitus, Laubblätter und Blüten

Primula balbisii ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze. Die meist bemehlten Laubblätter sind in trockenem Zustand grün, dünn und glänzen nicht. Die einfache Blattspreite ist breit verkehrt-eiförmig, der Blattrand oft gezähnt und wie die Blattoberfläche dicht mit 0,3 bis 0,4 Millimeter langen Drüsenhaaren besetzt. Primula balbisii hat längere Drüsenhaare auf den Blättern als Primula auricula.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Der doldige Blütenstand enthält vier bis zwölf Blüten. Die Blüten haben ein dunkleres Gelb als die von Primula auricula. Die Blüte kann duften oder auch nicht. Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenkrone ist von dunkelgelber Farbe.

Fruchtzeit ist von Juni bis August.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet von Primula balbisii reicht von den südlichen und östlichen Alpen (Italien, Österreich, Slowenien) bis in die Apenninen und in das westliche Ungarn. Ein weiteres Vorkommen findet sich in den südwestlichen Karpaten (Rumänien). Sie wird auch unter verschiedenen Synonymen für Serbien, Kroatien, die Slowakei sowie für Frankreich angegeben.

Primula balbisii wächst in Höhenlagen von 250 bis 3050 Metern auf felsigem Untergrund, gelegentlich auf Grasland, meist auf basischen, kalkhaltigen Böden.

Systematik

Die Art Primula balbisii wurde 1817 durch Johann Georg Christian Lehmann anhand eines von ihm selbst gesammelten, inzwischen verschollenen Exemplars erstbeschrieben und dem italienischen Botaniker Gioanni Battista Balbis gewidmet, der sie schon vorher unter dem ungültigen Namen Primula ciliata beschrieben hatte.

Diese Art wurde aber lange nicht anerkannt. Stattdessen ging man davon aus, sie gehöre zur Art Primula auricula, der bekannten Aurikel. Erst 2005 wurde durch umfangreiche Untersuchungen morphologischer, geographischer und molekulargenetischer Eigenschaften die Aurikel in zwei Arten aufgespalten, darunter eben Primula balbisii, die eine eigene, südliche Gruppe der ehemals weiter gefassten Primula auricula darstellt. Ihr taxonomischer Status sowie der einer größeren Gruppe eng verwandter Pflanzen wird seither stark diskutiert. Durch eine mögliche Verwechslung der Typusexemplare von Primula auricula und Primula lutea ist die Situation dabei noch undeutlicher geworden.

Nachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Li-Bing Zhang, Joachim W. Kadereit: Classification of Primula sect. Auricula (Primulaceae) based on two molecular data sets (ITS, AFLPs), morphology and geographical distribution. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 146, Nr. 1, 2004, S. 1–26, doi:10.1111/j.1095-8339.2004.00301.x.
  2. ↑ Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  3. ↑ Kurt Zernig: Aus der Gattung Primula – Aus der Literatur-Rundschau vom 7. Februar 2005. In: Bot@nik Newsletter. 1/2005, PDF Online (Memento des Originals vom 10. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ Karol Marhold, 2011: Primulaceae. Datenblatt Primula auricula In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  5. ↑ Johann Georg Christian Lehmann: Monographia generis primularum. Cum tabulis aeneis IX. J. A. Barth, Leipzig 1817, S. 45, Digitalisat.
  6. ↑ Karl Peter Buttler, Ralf Hand (Hrsg.): Beiträge zur Fortschreibung der Florenliste Deutschlands (Pteridophyta, Spermatophyta) – Zweite Folge. In: Kochia, Band 3, 2008, S. 75–86. Volltext-PDF, Primula auricula subsp. balbisii auf S. 80.
  7. ↑ Stéphanie Morelon, Philippe Juillerat, Julia Bilat, Hélène Mottaz, Thomas Bulliard, Florian C. Boucher, Laurent Juillerat, Jason Grant, Sergio Rasmann, Jérémy Gauthier, Nadir Alvarez: The Role of Peripheral Regions in Shaping the Phylogeography of the Bear's Ear Complex Across the Alps. In: Journal of Biogeography. Band 53, Nr. 1, Januar 2026, ISSN 0305-0270, doi:10.1111/jbi.70125 (wiley.com [abgerufen am 16. Oktober 2026]).
Commons: Petergstamm (Primula auricula subsp. balbisii) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien