Princess Louise

Die preußische Handelsfregatte Princess Louise auf einem Aquarell um 1830

Die Princess Louise war ein in Bremen gebautes preußisches Handelsschiff, welches im Eigentum der königlich preußischen Seehandlungsgesellschaft in den Jahren 1826 bis 1844 sechs Weltumseglungen durchführte.

Bau und Ausstattung

Der Bau der Princess Louise erfolgte von 1823 bis 1824 auf der Werft von Jürgen Sager in Vegesack. Das Schiff wurde am 23. August 1824 vom Stapel gelassen. Es handelte sich um ein Vollschiff mit 262 preußischen Lasten als Ladekapazität und wurde damals auch als Handelsfregatte bezeichnet. Als Namenspatronin des Schiffs fungierte Prinzessin Louise, die jüngste Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Die Kiellänge des Schiffs betrug etwa 29 Meter, die Breite zwischen den Berghölzern rund 8,40 Meter. Die Raumtiefe zwischen den Bauchdielen und dem niedrigsten Oberdeckbalken maß in etwa 5 Meter. Nach einer groben Schätzung war das Schiff somit zwischen 300 und 400 Registertonnen ausgelegt und besaß eine maximale Tragfähigkeit zwischen 400 und 500 Tonnen. Zur Selbstverteidigung gegen Piraten befanden sich zwölf Kanonen an Bord. Zudem wurde eine für die Besatzung hinreichende Anzahl von Gewehren mit Bajonetten, Pistolen, Donnerbüchsen, Säbel, Sturmlanzen und Pionierseitengewehren auf die Fahrten mitgenommen.

Einsätze

Das Schiff befand sich von 1824 bis 1825 im Besitz der aus Dissen stammenden Gebrüder Friedrich & Everhard Delius in Bremen. Unter der Leitung von Kapitän Carsten Dehls machte die Princess Louise ihre erste Fahrt durch den Atlantik nach New York. Am 6. Juli 1825 gab Everhard Delius dem Bremer Senat bekannt, dass die Princess Louise an die preußische Seehandlungsgesellschaft verkauft worden sei. Der Totalwert betrug 36.300 Reichstaler. Zum Kaufmann Everhard Delius, einem der beiden Firmeninhaber des Bremer Handelshauses Delius, hatte die preußische Seehandlung gute Beziehungen, da Delius preußischer Konsul in Bremen war und zudem die Geschäfte der Seehandlung in Bremen wahrnahm. Die Princess Louise unternahm in den Jahren 1826 bis 1844 als Nachfolgerin der Mentor insgesamt sechs Weltumseglungen. Zwischen ihren Weltumseglungen wurde die Princess Louise auf Handelsfahrten im Atlantik eingesetzt und machte vier Reisen in die Karibik, drei nach New Orleans und drei nach Rio de Janeiro.

Sechs Weltumseglungen

Erste Weltumseglung

Zweite Weltumseglung

Dritte Weltumseglung

Vierte Weltumseglung

Fünfte Weltumseglung

Sechste Weltumseglung

Spätere Einsätze

Bei der 15. Seereise der Princess Louise auf der Rückfahrt von Rio de Janeiro nach Hamburg starb Kapitän Rodbertus am 13. Dezember 1844 und wurde am 15. Dezember 1844 auf See bestattet. Nach dem Tod von Kapitän Rodbertus führte der Obersteuermann Johann Christian Ferdinand Schutt im Dezember 1844 die Princess Louise heim. Letzter Befehlshaber des Schiffs unter der Seehandlung war Kapitän Wilhelm Ferdinand Meyer. Bei einer öffentlichen Auktion, die von der Firma Oswald & Co am 1. Mai 1846 durchgeführt wurde, gelangte die Princess Louise von der preußischen Seehandlungsgesellschaft für den Preis von 15.050 Courantmark an die Hamburger Werft von Johann Marbs. Nun fuhr die Princess Louise unter der Flagge Hamburgs und stand unter dem Kommando der Kapitäne H. Bähr und H. G. D. Meufing. Es wurden Fahrten zur Westküste Südamerikas, mit Auswanderern nach Australien, nach Niederländisch-Indien, nach Rio de Janeiro und nach New York durchgeführt. Marbs verkaufte das zur Bark umgetakelte Schiff 1855 nach Norwegen. Der neue Eigentümer des Schiffs wurde Hans Jacobsen Apeness aus Åsgårdstrand. Den Befehl führte nun dessen Sohn, Kapitän Jacob Harlef Apeness. 1862 kaufte Hans Christian Erichsen aus Svelvik das Schiff, welches im Herbst 1863 an der jütländischen Westküste strandete und als Wrack verloren ging. Die von der finalen Havarie der Princess Louise betroffene Besatzung konnte sich retten.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Lars U. Scholl: Die Princes Louise der königlich preußischen Seehandlungs-Societät. In: Deutsches Schiffahrtsarchiv 9, 1986, S. 117
  2. ↑ Heinz Burmester: Weltumseglung unter Preußens Flagge, Kabel Verlag, Hamburg 1988, S. 38 f.
  3. ↑ Heinz Burmester: Weltumseglung unter Preußens Flagge, Kabel Verlag, Hamburg 1988, S. 40 f.
  4. 1 2 Heinz Burmester: Weltumseglung unter Preußens Flagge, Kabel Verlag, Hamburg 1988, S. 25
  5. ↑ Heide Gerstenberger: Von Land zu Land: Aus der Geschichte Bremischer Seefahrt. Edition Temmen, ISBN 978-3-926958600, S. 160
  6. ↑ Johann Friedrich Meuß: Die Unternehmungen des Königlichen Seehandlungs-Instituts zur Emporbringung des preußischen Handels zur See. Ein Beitrag zur Geschichte der Seehandlung (Preußische Staatsbank) und des Seewesens in Preußen in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Veröffentlichungen des Instituts für Meereskunde an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1913, S. 167
  7. ↑ Heinz Burmester: Weltumseglung unter Preußens Flagge, Kabel Verlag, Hamburg 1988, ISBN 978-3-8225-0062-0, S. 26
  8. ↑ Peter-Michael Pawlik: Von der Weser in die Welt. Ernst Kabel Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-8225-0256-1, S. 123
  9. ↑ Weblink zum Dokument über die Princess Louise im Deutschen Schifffahrtsarchiv