Problemy idealisma (russisch Проблемы идеализма, wiss. Transliteration Problemy idealizma; „Probleme des Idealismus“) ist eine Sammlung von Artikeln zwölf russischer Philosophen des frühen 20. Jahrhunderts. Sie wurde im Mai 1902 von der Moskauer Psychologischen Gesellschaft in einer Auflage von 3000 Exemplaren veröffentlicht, herausgegeben von Pawel Iwanowitsch Nowgorodzew. Dieser Sammelband fand seine Fortsetzung in den beiden Bänden Wechi (Wegzeichen; 1909) und Is glubiny (De profundis; 1918).
Sein Erscheinen wird Michał Kacprzak zufolge von vielen Wissenschaftlern als Beginn der Entstehung der russischen religiös-philosophischen Renaissance angesehen, einem anderen Autor zufolge geschah das „erste kollektive Auftreten dieser philosophischen Generation“ in dieser Aufsätzesammlung, „in der die Wendung vom Positivismus und marxistischen Materialismus zum philosophischen Idealismus begründet wurde“.
Der Hauptgedanke der Sammlung kommt im Vorwort des Herausgebers P. I. Nowgorodzew (1866–1924) zum Ausdruck: „Jene Strömungen, die versucht haben, die Philosophie zu beseitigen oder sie durch Konstruktionen zu ersetzen, die allein auf den Daten der Erfahrung beruhen, haben ihre leitende Bedeutung verloren … Die moderne kritische Bewegung ist aufgerufen, … die notwendige Vielfalt der Untersuchungen und Aufgaben des menschlichen Geistes zu verteidigen.“
Ursprünglich als Projekt zur Verteidigung der „Gedankenfreiheit“ / свободы совести (1901) konzipiert, verband die in ihrer Zusammensetzung sehr heterogene Sammlung politische Opposition (die Beteiligung ehemaliger Marxisten – Bulgakow, Struve, Frank, Berdjajew – war von besonderer Bedeutung) mit einer religiösen und philosophischen Ausrichtung.
P. I. Nowgorodzew schreibt in seinem Vorwort ebenfalls:
„Das Grundproblem, das in unserer Zeit zur Wiederbelebung der idealistischen Philosophie führt, ist vor allem ein moralisches Problem, und dementsprechend erschien es uns wichtig, der Klärung ethischer Fragen besondere Aufmerksamkeit zu schenken und auch hier eine möglichst große Breite der Betrachtungsweise zuzulassen.“
Sein Vorwort wird außerdem zitiert mit den Worten:
„Die heutige Zuwendung zur Philosophie ist kein Resultat der bloßen theoretischen Neugier; nicht ein bloß abstraktes gedankenmäßiges Interesse, sondern die komplizierten Fragen des Lebens, die tiefen Bedürfnisse des sittlichen Bewußtsein stellen das Problem des Sollens, des moralischen Ideals . … Die neuen Lebensformen scheinen nicht mehr einer bloß utilitären Forderung zu entspringen, sondern sind ein kategorisches Gebot der Moralität, die den unbedingten Wert der Person in den Mittelpunkt stellt.“