Die Progressive Organisation Basel, meist kurz POB genannt, war eine linke politische Partei, die von 1970 bis 1993 in Basel aktiv war und als kantonale Sektion zur Progressiven Organisationen der Schweiz zählte. Sie nahm an kantonalen, nationalen Wahlen sowie auf Gemeindeebene teil. Auch in Riehen war sie von 1974 bis 1994 im Einwohnerrat vertreten, ab 1982 in Fraktionsstärke.
Die POCH wurden im Zuge der 1968er-Studentenbewegung als Partei mit kommunistischer Orientierung gegründet.
Im Wintersemester 1967/68 formierte sich an der Universität Basel die Progressive Studentenschaft, die 1970 mit anderen Organisationen die Progressiven Organisationen Basel (POB) gründeten. Das formelle Gründungsdatum war der 15. Januar 1970 als Zusammenschluss verschiedener Gruppierungen der Neuen Linken. Die Auflösung wurde am 1. Februar 1993 formell beschlossen, wobei die Grossratsfraktion in Basel bis zum Ende der Legislaturperiode 1997 weiterarbeitete.
Seit der Gründung prägte die POB die politische Öffentlichkeit Basels. Aus verschiedenen ausserparlamentarischen Gruppen wurde eine Partei, die sich auch innerhalb der staatlichen Institutionen engagierte. Die ersten Jahre der Partei verliefen sehr dynamisch und politisch gesehen erfolgreich. Bei der erstmaligen Teilnahme an den Grossratswahlen 1972 erreichte sie mit 3,6 Prozent der Stimmen fünf Sitze und vergrösserte kontinuierlich den Wähleranteil bis zu den Wahlen 1984, nach denen die POB mit 15 Mitgliedern die viertgrösste Grossratsfraktion stellte. Spätere Grossratswahlen führten zu einem Rückgang des Stimmenanteils und der Sitze. Verschiedene Versuche, einen Sitz im Regierungsrat zu gewinnen, schlugen fehl. Je einen Sitz errang die POB bei den Nationalratswahlen von 1979, 1983 und 1987. Weitere Sitze hatte die POB im Bürgerrat, im Gemeinderat von Riehen und in verschiedenen Schulkommissionen inne.
Die POB lancierte oder unterstützte viele kantonale Initiativen und Referenden, schwergewichtig im Bereich der Stadtplanung und des Umweltschutzes. Massgeblich war sie im Kampf gegen den Bau des Atomkraftwerkes Kaiseraugst beteiligt und organisierte viele Demonstrationen und Hausbesetzungen. Zeitweise hatte die POB auch einen Gewerkschaftsflügel, der sich aktiv in Arbeitskonflikte in Basel und Umgebung einmischte. Die POB war auf den offiziellen 1.Mai-Feiern vertreten und organisierte jährlich im August mit Ausländerorganisationen ein grosses Solidaritätsfest.
Organisatorisch unterschied sich die POB von anderen Parteien, in dem sie basisdemokratisch strukturiert war. Es gab kein eigentliches Parteipräsidium, sondern einen (erweiterten) Vorstand, an dessen Sitzungen oft über zwanzig Mitglieder teilnahmen. Zwischen den Vorstandssitzungen führte das "Büro" die Geschäfte, das seinerseits fünf bis zehn Personen umfasste. Mehrmals jährlich fanden Vollversammlungen aller Parteimitglieder statt und einmal im Jahr eine Generalversammlung.
Verschiedene Arbeitskreise und die vier als eigene Vereine konstituierten Quartiergruppen (Grossbasel West, Grossbasel Ost, Kleinbasel, Riehen) bildeten das Rückgrat der konkreten Parteiarbeit. Einzelne Arbeitsgruppen, wie die Progressive Gruppe für Planungsfragen "Tartaruga", bestanden über Jahre hinweg, andere Gruppen formierten sich zur Durchsetzung eines bestimmten Ziels und lösten sich danach wieder auf.
Die Partei leistete sich auch ein professionelles Sekretariat, das mit der täglichen Verwaltungsarbeit betraut war.
Die POB pflegte Kontakte zu den anderen Parteien des linken Spektrums (Sozialdemokratische Partei, Partei der Arbeit, Sozialistische Arbeiterpartei) und war die stärkste und langlebigste Fraktion der Progressiven Organisationen Schweiz (POCH).
Die POB verstand sich als Zusammenschluss "progressiver Lehrlinge, Schüler und Studenten" im Geist der 68er-Bewegung. Das akademische Element blieb in der personellen Zusammensetzung und der inhaltlichen Diskussion sehr stark und wurde von anderen Linksparteien kritisiert.
1980 wird die Zahl der eigentlichen Mitglieder von der Arbeiterzeitung "AZ" auf 200 geschätzt, wobei in den Quartiervereinen noch mehr Leute engagiert seien. Im Verlauf der 80er Jahre trat eine personelle Krise ein. Es wurden wenig neue Mitglieder geworben, der Kreis von aktiven Parteimitgliedern verkleinerte sich und die Sitzungskadenz und Sitzungspräsenz in den einzelnen Gremien nahm ab. Das Erstarken der Grünen Parteien führte zu einer Schwächung der POB und zu Diskussionen über eine mögliche Zusammenarbeit oder Fusion. Nach einigen vergeblichen Wiederbelebungsversuchen Ende der 80er Jahre löste sich die Partei 1993 auf. Einzelne Mitglieder wurden Parteimitglieder der Sozialdemokratischen Partei, der Grünen oder "Basels starker Alternative" BastA!.
Am 18. März 1977 gründeten sieben Basler Frauen die Basler OFRA, die Organisation für die Sache der Frau. Zunächst verfolgten sie das Ziel sich innerhalb der POB und der POCH mehr Gehör zu verschaffen. Gleichzeitig entstand auch die nationale OFRA. Sie haben sich als eine gesamtschweizerische, feministische und parteiunabhängige Frauenorganisation gegründet und verfolgten das Ziel, sich für die politischen, sozialen und ökonomischen Rechte der Frauen einzusetzen und für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung einzutreten. Das erste wichtige Thema der OFRA Basel war der Mutterschaftsschutz. Die OFRA Basel löste sich Ende Februar 1998 auf.
Bei den jeweiligen Wahlen zum Grossrat (130 Sitze) erreichte die Partei folgende Anzahl Mandate:
Bereits zwei Jahre nach der Gründung der POB zog sie in Fraktionsstärke in den Grossen Rat ein. 27 Jahre später, im Februar 1997 löste sich die Grossratsfraktion als letzte Parlamentsfraktion der POCH schliesslich auf.