| Przyszowa | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Kleinpolen | |
| Powiat: | Limanowa | |
| Gmina: | Łukowica | |
| Geographische Lage: | 49° 39′ N, 20° 29′ O | |
| Einwohner: | 2614 (2022) | |
| Postleitzahl: | 34-604 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 18 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KLI | |
Przyszowa ist eine Ortschaft mit einem Schulzenamt der Gemeinde Łukowica im Powiat Limanowski der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen.

Der Ort liegt am oberen Lauf des Bachs Słomka, eines linken Zufluss des Dunajec, in den Inselbeskiden. Die Nachbarorte sind Łukowica im Süden, Roztoka im Südwesten, Siekierczyna im Westen, Kanina im Norden, Wysokie im Nordosten, Długołęka-Świerkla im Osten, sowie Stronie im Südosten.
Die ältesten bekannten Spuren menschlicher Anwesenheit auf dem Gebiet des heutigen Przyszowa wurden auf dem Berg Łyżka entdeckt. Zu den Funden zählen Gefäßscherben aus dem 18. bis 16. Jahrhundert v. Chr., die vermutlich der Spätphase der Mierzanowice-Kultur zuzuordnen sind, sowie Keramikfragmente aus späteren Epochen, darunter der Eisenzeit. Die Entstehung und der Zweck der Steinkonstruktionen auf dem Berg werden noch erforscht; in Betracht gezogen werden unter anderem eine kultische Nutzung und eine Funktion als Grabanlagen. Eine örtliche Überlieferung berichtet zudem von einer Burg auf dem Berg, die Stare Zamczysko („Alte Burg“) genannt wird, sowie von Schätzen, die die heilige Kinga von Polen dort vor den Tataren verborgen haben soll.
Die ersten schriftlichen Erwähnungen Przyszowas stammen aus dem 14. Jahrhundert. Eine Pfarrei ist bereits für 1325 belegt. Wann der Ort und die Pfarrei entstanden, ist jedoch nicht genau bekannt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts befand sich das Dorf in adligem Besitz. 1399 waren Zbyszko und Jakusz von Przyszowa die Grundherren des Dorfes.
Im 15. und 16. Jahrhundert war die Geschichte Przyszowas eng mit der Familie Wierzbięta verbunden, die das Wappen Janina führte. Ihr frühester bekannter Vertreter in Przyszowa war der 1417 erwähnte Michał Wierzbięta. 1423 besaß er jeweils die Hälfte von Przyszowa und dem nahe gelegenen Janina, einem heute nicht mehr bestehenden Dorf am Fluss Słomka bei Siekierczyna.
1431 nahm Wierzbięta von Przyszowa, Michałs Bruder, an einem Zug gegen das Kartäuserkloster in Lechnitz in der Zips teil. Das Kloster lag im Gebiet des heutigen Roten Klosters in der Slowakei. 1443 amtierte er als Verwalter von Alt Sandez (Stary Sącz), das damals dem örtlichen Klarissenkloster gehörte. Sein Tod um 1446 löste einen langjährigen Streit zwischen den Grundherren von Przyszowa und den Bürgern von Neu Sandez (Nowy Sącz) aus. Seine Söhne, darunter Marcin und Jan, beschuldigten die Bürger, ihren Vater ermordet zu haben, und machten ihre Ansprüche in den folgenden Jahren vor den königlichen Behörden geltend. 1470 wurde der Streit durch einen Vergleich beigelegt: Die Bürger von Neu Sandez verpflichteten sich zu einer Entschädigungszahlung an die Familie Wierzbięta, während die Grundherren von Przyszowa auf weitere Ansprüche verzichteten.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erweiterte die Familie Wierzbięta ihren Besitz um Güter in der Umgebung von Bilsko bei Rożnów. 1486 erwarb Wierzbięta von Przyszowa, der mit Elżbieta, einer Tochter Wierneks von Bilsko, verheiratet war, einen Teil der dortigen Güter von deren Schwester Małgorzata Ratołdowa. 1489 übernahm Elżbieta gemeinsam mit ihrem Ehemann einen Anteil am Nachlass ihres Bruders Mikołaj Wiernek; im folgenden Jahr kaufte Wierzbięta weitere Anteile von ihrer Schwester Stachna. 1505 erwarb er von Jan Dymliński einen weiteren Teil von Bilsko sowie eine Wiese in Łączne, das heute zu Łososina Dolna gehört.
1519 übertrug Grzegorz Wierzbięta seine Güter in Przyszowa und Bilsko seinen Neffen Jakub und Feliks, den Söhnen von Marcin Wierzbięta. Feliks, ein Angehöriger des königlichen Hofes, erhielt unter anderem Besitzungen in Bilsko, Biała (heute ein Teil von Michalczowa), Wola pod Ostrą Górą (im Gebiet des heutigen Bilsko) und Krużlowa. Grzegorz Wierzbięta ließ sich in Neu Sandez nieder. Dort finanzierte er 1521 ein neues Dach für das Spital des Franziskanerklosters an der heutigen Pijarska-Straße. 1525 erhielt Małgorzata, die Schwester von Jakub und Feliks, den ihr zustehenden Anteil am elterlichen Erbe.
Jakub Wierzbięta wurde Unterstarost von Neu Sandez. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gründete er die Siedlung Nowa Janina in dem Siekierczyna zugewandten Teil von Przyszowa. Später wurde dieser Name für den nördlichen Teil von Przyszowa verwendet, zu dem auch das Gebiet des heutigen Berdychów gehörte. 1535 nahm er unter dem Kommando des Hetmans Jan Amor Tarnowski am Russisch-Litauischen Krieg von 1534 bis 1537 teil. Bei der Einnahme von Starodub zeichnete er sich besonders aus; seine Taten hätten, so Tarnowski, seiner Familie „großen Ruhm eingebracht“.
1560 teilten Jakubs Söhne Andrzej, Mikołaj, Marcin, Stanisław und Wojciech gemeinsam mit ihrer Schwester Anna den Familienbesitz unter sich auf. Andrzej erhielt den südlichen Teil von Przyszowa einschließlich Wądole, den Hauptsitz der Familie und das Patronatsrecht über die örtliche Kirche. Aus diesem Besitz entwickelte sich später der Niżni Dwór („Unterer Hof“). Mikołaj erhielt Stare Dworzysko, den späteren Wyżni Dwór („Oberer Hof“). Der Herrensitz lag auf dem Gebiet des ehemaligen Dorfes Janina, innerhalb des heutigen Siekierczyna. Marcin übernahm Podoszczyzna und Zaręboszczyzna im Norden von Przyszowa, darunter den östlichen Teil des späteren Vorwerks Berdychów. Stanisław erhielt Nowa Janina im nördlichen, Siekierczyna zugewandten Teil von Przyszowa sowie das Vorwerk Załubincze bei Neu Sandez; Wojciech erhielt Siekierczyna.
Die Besitzteilung von 1560 blieb auch in den folgenden Jahrzehnten bestehen. 1581 gehörten einzelne Teile von Przyszowa Andrzej, Mikołaj, Marcin und Stanisław Wierzbięta. In Angelegenheiten des Dorfes handelten die vier Brüder dennoch weiterhin gemeinsam. 1593 traten sie in Grenzstreitigkeiten gemeinsam gegen die Familien Sędzimir und Łapka auf. Dabei ging es um die Grenzen zwischen Przyszowa und den Besitzungen dieser Familien in den Nachbarorten Łukowica und Roztoka sowie in Zawada, das heute zu Łukowica gehört. Fünf Jahre später stritt Stanisław Wierzbięta, dem Nowa Janina im Norden von Przyszowa gehörte, vor Gericht mit Krzysztof Wiktor, dem Grundherrn von Siekierczyna, um den Grenzverlauf zwischen ihren Gütern.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts fanden die Ideen der Reformation, die sich seit mehreren Jahrzehnten in Europa und in Polen-Litauen verbreiteten, auch beim Adel des Sandezer Landes Anklang. In Przyszowa wandten sich einige Mitglieder der Familie Wierzbięta den Polnischen Brüdern zu; die örtliche Kirche wurde zu einem Bethaus der Gemeinschaft umgewandelt. Das katholische Pfarrleben kam in dieser Zeit zum Erliegen. Die Kirche wurde später nicht mehr genutzt und verfiel allmählich; 1608 war sie bereits stark beschädigt. 1612 wurde eine neue katholische Holzkirche errichtet, die dem heiligen Nikolaus geweiht war.

Im 17. Jahrhundert zersplitterte der Grundbesitz weiter. Güter in Przyszowa gelangten an die Familie Łapka aus Łapanów im heutigen Kreis Bochnia, an die Familie Wiktor aus Wiatrowice am Dunajec, heute ein Teil von Tropie, sowie an die Familien Przyborowski, Podoski und Wielogłowski. Zugleich behielten mehrere Zweige der Familie Wierzbięta ihre Besitzanteile. 1629 besaßen Stefan und Jan Wierzbięta jeweils eigene Teile des Dorfes; einen weiteren Teil nutzte Samuel Przyborowski.
Mitte des 17. Jahrhunderts gehörten einige Güter in Przyszowa weiterhin Angehörigen der Polnischen Brüder. Einer von ihnen war Jan Podoski, der in Podowszczyzna im oberen Teil von Przyszowa ein Herrenhaus besaß. 1655, während der Schwedischen Sintflut, überfielen bewaffnete Bauern sein Anwesen und plünderten es. Dies war einer von mehreren Angriffen auf Güter der Polnischen Brüder im Sandezer Land nach der Rückeroberung von Neu Sandez aus schwedischer Hand.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ging das Herrenhaus Niżni Dwór an die Familie Dunin-Wąsowicz über. Sie führte das Wappen Łabędź und stammte aus Smogorzów bei Przysucha in der heutigen Woiwodschaft Masowien. 1676 heiratete Krzysztof Dunin-Wąsowicz Zofia Taszycka aus dem benachbarten Stronie. Im folgenden Jahr gehörte ein Teil von Przyszowa auch Jan Wąsowicz von Smogorzów. 1679 heiratete Aleksander Żuk-Skarszewski, ein Waffengefährte von Krzysztof Dunin-Wąsowicz, Zofias Schwester Katarzyna Taszycka. 1683 erwarb er von der Familie Wąsowicz einen Teil der Güter in Przyszowa zusammen mit dem Herrenhaus Niżni Dwór. Damit begründete er den in Przyszowa ansässigen Zweig der Familie Żuk-Skarszewski. In der Kirche von Przyszowa befinden sich auch Gräber der Familie Dunin-Wąsowicz, darunter die von Krzysztof und seiner Frau Zofia, geborene Taszycka. Auch nach dem Erwerb des Niżni Dwór durch Aleksander Żuk-Skarszewski blieb der Grundbesitz im Dorf auf mehrere Eigentümer verteilt; die übrigen Güter gehörten weiterhin verschiedenen Adelsfamilien.
Die Familie Wielogłowski besaß Güter in Nowa Janina im Norden von Przyszowa. Zu ihr gehörte Stefan Wielogłowski, Mundschenk von Rawa und später Kastellan von Biecz. Sein Grabdenkmal befindet sich in der Kirche von Przyszowa. 1715 wirkte er an der Organisation der Konföderation von Tarnogród mit. Auf seine Initiative hin bildete sich auf dem Sejmik von Proszowice eine örtliche Konföderation mit Marcin Rybiński als Marschall.
Nach der Ersten Teilung Polens 1772 fiel Przyszowa mit dem gesamten Sandezer Land an die Habsburgermonarchie und wurde Teil des Königreichs Galizien und Lodomerien.
Auch im 19. Jahrhundert blieb Przyszowa unter mehreren Grundbesitzern aufgeteilt. 1822 übertrug Wincenty Dunikowski das Herrenhaus in Berdychów an Józef Wielogłowski und dessen Frau Ewa, geborene Dunikowska. Später erbte ihre Tochter Cecylia Racięska das Gut. 1848 veröffentlichte Protazy Żuk-Skarszewski die Schrift Odezwa do Włościanów z Części Wyżniej i Niżniej Gminy Przyszowy („Aufruf an die Bauern im oberen und unteren Teil der Gemeinde Przyszowa“), in der er auf die Frondienste auf seinen Gütern verzichtete. Zwischen 1852 und 1858 bestanden weiterhin mehrere eigenständige Dominien, die unter anderem Angehörigen der Familien Żuk-Skarszewski, Wierzbięta, Żelazowski, Wielogłowski, Mieczkowski, Kałuski, Podoski und Racięski gehörten. 1854 hatte Przyszowa 1172 Einwohner.
Das örtliche Schulwesen entwickelte sich ebenfalls weiter. 1852 entstand auf Pfarrgrund das erste eigene Schulgebäude.
1880 wurde auf dem Gut Berdychów, das damals Cecylia Racięska gehörte, Tytus Czyżewski geboren. Der Maler, Dichter und Dramatiker war Mitbegründer des Formismus und einer der Wegbereiter der modernen polnischen Malerei.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zählte Przyszowa etwa 1500 Einwohner. Im Dorf gab es eine Pfarrschule, eine Unterstützungs- und Darlehenskasse, ein Sägewerk, eine Getreidemühle und einen Betrieb zur Herstellung von Düngemitteln. 1893 ließ die Gemeinde Przyszowa ein Schulgebäude in Massivbauweise errichten. Das Herrenhaus Niżni Dwór gehörte Faustyn Żuk-Skarszewski, einem Dichter und Abgeordneten des österreichischen Reichsrats und des Galizischen Landtags. Neben diesem Hauptsitz gab es kleinere Herrenhäuser in Rusinówka, Podoszczyzna, Ogrojec und Berdychów. Mit Przyszowa waren außerdem die alten Adelsfamilien Hebda, Pierzchała, Suchodolski, Sułkowski, Wajda und Zaręba verbunden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand die heutige neugotische St.-Nikolaus-Kirche nach einem Entwurf von Teodor Talowski. Die Bauarbeiten dauerten von 1901 bis 1906. Nach der Fertigstellung wurde die ältere Holzkirche von 1612 abgebrochen.
1907 eröffnete die Krakauer Gesellschaft für Volksbildung in Przyszowa eine Lesestube unter der Leitung von Piotr Zieliński. Ihr Bestand umfasste zunächst 105 Bücher.
Im Dezember 1914 lag die Umgebung von Przyszowa im Kampfgebiet der Schlacht bei Limanowa–Lapanow, einer österreichisch-ungarischen Gegenoffensive gegen russische Truppen im Ersten Weltkrieg. Kleinere Einheiten der 11. Honvéd-Kavalleriedivision kämpften im Abschnitt Stara Wieś–Siekierczyna–Przyszowa. Bei den Kämpfen wurde die Gutsanlage Niżni Dwór einschließlich ihres Turms beschädigt. Russische Truppen plünderten zudem das Pfarrhaus; ein Teil der örtlichen Pfarrakten ging verloren.

1921 hatte Przyszowa 1786 Einwohner und 304 Wohngebäude. Ab 1922 gab es in Przyszowa ein organisiertes Angebot für Sommergäste; in den folgenden Jahren kamen auch Kureinrichtungen hinzu. 1924 wurde eine Stefczyk-Kreditgenossenschaft gegründet und damit das genossenschaftliche Kreditwesen im Dorf weiter ausgebaut. 1931 zählte Przyszowa 1811 Einwohner und 342 Wohngebäude. Im selben Jahr wurde in den Gebäuden des Guts Niżni Dwór eine Heilanstalt eröffnet, die 1932 unter dem Namen „Zakład wodoleczniczy dr. Żuka-Skarszewskiego“ („Wasserheilanstalt Dr. Żuk-Skarszewski“) betrieben wurde. 1934 verlor Przyszowa den Status einer selbstständigen Landgemeinde und wurde in die Sammelgemeinde Łukowica eingegliedert. 1935 erhielt Berdychów eine eigene Schule, die heutige Henryk-Sienkiewicz-Grundschule Nr. 2.
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 kam Przyszowa unter deutsche Besatzung. Schon in den ersten Kriegsjahren waren im Ort Organisationen des polnischen Untergrunds tätig. Im Sommer 1944 war das II. Bataillon des SS-Polizei-Regiments 23 in Przyszowa stationiert und wurde dort neu organisiert. Es blieb bis zum 28. September im Dorf; Teile des Bataillons waren außerdem im nahe gelegenen Świdnik und in Łukowica stationiert.
1945 wurde der Gutsbesitz parzelliert und im Herrenhaus eine Grundschule eingerichtet. Im Mai desselben Jahres wurde Genowefa Kroczek („Lotte“), eine Aktivistin der Bauernbewegung im Untergrund und Sanitäterin, bei einer Razzia getötet. Ihr Kriegsgrab befindet sich auf dem Pfarrfriedhof von Przyszowa.
1954 wurde die Gromada Przyszowa gebildet. Ihr Gromada-Volksrat hatte seinen Sitz in Przyszowa. In den folgenden Jahren wurden die Nachbarorte Stronie und Wysokie eingegliedert. Ende 1972 wurde die Gromada im Zuge einer Verwaltungsreform aufgelöst, mit der das System der Gemeinden wieder eingeführt wurde.
1997 erhielt die Familie Żuk-Skarszewski das Herrenhaus zurück. Im folgenden Jahr zog die dort untergebrachte Grundschule Nr. 1 in ein neues Gebäude um. Der Neubau beherbergte auch eine Schule der Sekundarstufe I (polnisch gimnazjum). 2002 wurden die beiden Schulen zum Schulverbund Przyszowa zusammengefasst. Dieser wurde 2017 im Zuge der polnischen Bildungsreform aufgelöst.
