Dunkelfeld-Aufnahme von P. fusiformis mit zentral gelegenen Zellkern und ihn (nachts) umgebenden Chloroplasten, die tagsüber näher an die Zellwand rücken.
Geschüttelt oder aufgewühlt erzeugen die Zellen von P. fusiformis ein blaues Licht (die grünen und roten Farben stammen von technischen Installationen).
Pyrocystis ist eine Gattung biolumineszierender planktonischerDinoflagellaten aus der Familie Pyrocystaceae.
Sie kommt in Wassertiefen von etwa 100m vor.
Über die genaue Klassifizierung innerhalb der Dinophyceae und die Erstautorenschaft gibt es derzeit keine Einigkeit.
Artenliste
Die Zugehörigkeit einzelner Arten zur Gattung wird derzeit immer noch diskutiert. Mit Stand 28. Februar 2025 ist die Situation wie folgt:
Gattung Pyrocystis(N)(Schütt) Lemmermann, 1899(I) bzw. J.Murray ex Haeckel, 1890(O,W,T) bzw. Wyville-Thompson, 1876(A) bzw. Haeckel 1890(e)
Pyrocystis fusiformis (englischer Trivialname: firefly of the sea‚"Glühwürmchen des Meeres‘) ist eine Alge des marinenPhytoplanktons, die in der letzten Zeit vom Team OCEAN GREEN untersucht wurde.
Als Bestandteil des Phytoplanktons ist P. fusiformis wie Pflanzen autotroph und bezieht seine Energie tagsüber durch Photosynthese und lebt daher nachts von den Reserven.
P. fusiformis kann in küstennahen Meeresgewässern ein blaues Glitzern in der Nacht verursachen.
Das Art-Epithetonfusiformis leitet sich von der spitz zulaufenden bzw. spindelförmigen Form ab.
Als Größe wird von einigen Quellen 1μm angegeben, was 0,001mm entspricht.
Pyrocystis noctiluca
Samenzyste von P.noctiluca, Wattenmeerstation Sylt, Nordsee vom März 1990
Illustration P. noctiluca (1904–1926)
(Auch) Pyrocystis noctiluca nutzt das Aufblähen der Zellen für die vertikale Migration im Ozean, wie von Larsen etal. 2024 berichten. Die durch Kalzium ausgelöste Aufblähung verändert schnell die Zelldichte im Verhältnis zum Meerwasser. Ein „retikuliertes“ zytoplasmatisches Netzwerk ermöglicht eine 6-fache Volumenvergrößerung ohne Verdünnung in weniger als 10 Minuten. Mit Hilfe eines mathematischen Modells wurde simuliert, wie dieses Aufblähen den Zellen hilft, bei Tagesanbruch der „Schwerkraftfalle“ mittels Auftrieb zu entkommen.
Vertikalen Wanderungen pelagischer Organismen spielen offenbar allgemein eine entscheidende Rolle in marinen Ökosystemen und damit bei den globalen biogeochemischen Kreisläufen. Viele marine Planktonarten (darunter auch Phytoplankton, d.h. einzelliges pflanzliches Plankton) lassen sich nicht einfach treiben, sie navigieren aktiv und durchaus gezielt durch die Wasserschichten des Ozeans nach oben. Möglicherweise stellen sie sogar die größte tägliche Biomassenbewegung auf der Erde dar, bei der einige einzelligeProtisten dieser vielfältigen Organismengruppe täglich Tiefen von mehr als 50m durchqueren, ohne dafür Geißeln oder Flimmerhärchen zu benutzen. Pyrocystis noctiluca gilt als Modellsystem für derartige Vorgänge.
Die Spezies Pyrocystis lunula ist im Atlantik in Wassertiefen im 100m heimisch, etwa um Martinique und im südlichen Golf von Mexiko. Ihr Verbreitungsgebiet könnte von Brasilien (Rio de Janeiro) bis zu den USA reichen. Sie kommt aber auch im Zentralpazifik vor Mexiko vor. Die Art ist ebenfalls einzellig und planktonisch.
Anm.: Die bei Pyrocystis noctiluca unter "External Information Resource" für zur Encyclopedia of Life angegebene Autorenschaft „Murray ex Schütt“ ist nicht korrekt, sie entspricht nicht dem aktuellen Stand dort.
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Adam G. Larson1, Rahul Chajwa, Hongquan Li, Manu Prakash: Inflation-induced motility for long-distance vertical migration. In: Current Biology, Band 34, Nr.22, S.5149-5163.e3, Oktober 2024; doi:10.1016/j.cub.2024.09.046, ResearchGate:385016884, PMID 39423814, Epub 18. November 2024 (englisch). Dazu:
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Maziyar Jalaal, Nico Schramma, Antoine Dode, Hélène de Maleprade, Christophe Raufaste, Raymond E. Goldstein: Stress-Induced Dinoflagellate Bioluminescence at the Single Cell Level. In: Physical Review Letters, Band 125, Nr.028102, 6. Juli 2020; doi:10.1103/PhysRevLett.125.028102 (englisch).