Quantisierungsachse

Als Quantisierungsachse wird in der Quantenmechanik die Raumrichtung bezeichnet, parallel zu der die quantisierte Komponente des Spin- oder Drehimpulsvektors gewählt wird. Dadurch wird die Basis festgelegt, in der Zustandsvektoren angegeben werden.

Jede Raumrichtung kann als Quantisierungsachse gewählt werden; in der Regel ist es sinnvoll, entweder eine Symmetrieachse des betrachteten Systems zu wählen oder die Achse, entlang welcher der Spin oder Drehimpuls im Experiment gemessen wird.

Details

Quantisierung des Drehimpulses L=2 entlang der Quantisierungsachse z. Die Kegel (und die Ebene) stellen die möglichen Orientierungen des Drehimpulsvektors mit Lz=−2,−1,0,1,2 dar.

In der Quantenmechanik sind Spin und Drehimpuls quantisiert, d. h. sie können nur bestimmte Werte annehmen, nämlich ganz- oder halbzahlige Vielfache der reduzierten Planck-Konstante ℏ.

Da die drei Komponenten des Spinvektors aber nicht gleichzeitig gemessen (oder bestimmt sein) können (die zugehörigen Observablen kommutieren nicht miteinander), ist die quantenmechanisch genauest mögliche Beschreibung des Drehimpulszustands eines Systems durch zwei Quantenzahlen gegeben:

Für festen Betrag L kann also der Winkel des Drehimpulsvektors mit der Quantisierungsachse nur diskrete Werte annehmen (ist quantisiert), daher spricht man in diesem Zusammenhang auch von Richtungsquantisierung. Diese wurde erstmals im Stern-Gerlach-Experiment beobachtet, mit dem man die Quantisierung entlang eines angelegten Magnetfelds nachweisen kann.

Eine Wahl der Quantisierungsachse passend zur Symmetrie des Systems führt oft zu einer besonders einfachen Form des Hamiltonoperators des Systems und zu einfacheren Auswahlregeln für die möglichen Übergänge zwischen den Drehimpuls-Eigenzuständen.

Beispiele

|Sz=+12ℏ⟩
|Sz=−12ℏ⟩.

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ im Folgenden wird Drehimpuls als Oberbegriff für beide Größen gebraucht.
  2. 1 2 J. J. Sakurai und S. F. Tuan, Modern Quantum Mechanics Addison-Wesley, 1994.
  3. ↑ P. Atkins und R. Friedman Molecular Quantum Mechanics Oxford University Press, 2005.
  4. ↑ Lexikon der Physik Online (Spektrum der Wissenschaft)