Koordinaten: 51° 1′ 7″ N, 7° 0′ 25″ O
| RTHC Bayer Leverkusen | |
|---|---|
| Name | Ruder-Tennis-Hockey-Club Bayer Leverkusen e. V. |
| Vereinsfarben | blau, weiß |
| Gründung | 13. Juli 1951 |
| Vereinssitz | Sportanlagen am Kurtekotten Knochenbergsweg 51373 Leverkusen |
| Mitglieder | über 2000 |
| Abteilungen | 4 |
| Vorsitzender | Dietmar Koch |
| Website | rthc.de |
Der RTHC Bayer Leverkusen ist einer der größten Sportvereine in Leverkusen und gehört zu den von der Bayer AG geförderten Sportvereinen.
Zur Betreuung der Breiten- und der Leistungssportler stehen 18 hauptberufliche Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit sowie 20 Trainer- und Übungsleiter zur Verfügung. Die Sportstätten des RTHC Bayer Leverkusen liegen an drei Standorten. Das Stammquartier der Ruderabteilung befindet sich am Rhein im Kölner Stadtteil Stammheim, am Stammheimer Schlosspark: Oberhalb des Bootsstegs im Rhein liegt das Bootshaus mit allgemein zugänglicher Gastronomie, mit Bootshallen, mit Ruder-Trainingsbecken und Gymnastikraum. Das Trainingszentrum der Renn-Ruderer ist am Fühlinger See, der WM-erprobten Kölner Regattastrecke, eingerichtet.
Das zentrale Sport- und Verwaltungszentrum des RTHC stellen die Anlagen am Kurtekotten dar. Rund um das Clubhaus, ebenfalls mit öffentlicher Gastronomie betrieben, gruppieren sich 24 Tennis-Freiplätze, eine Tenniswand, zwei Tennishallen mit zusammen sieben Courts und eine Mehrzweckhalle mit Fitnessraum. Dem Hockeysport stehen dort jeweils zwei Kunst- und Naturrasenplätze sowie eine Halle zur Verfügung. Für die Padel-Abteilung sind zwei Outdoorplätze angelegt.
Der Verein setzt weiterhin auf grundlegende Kinder- und Jugendarbeit. Somit schafft er es regelmäßig, dass Athleten und Athletinnen von der Jugend den Sprung in die Erwachsenenkader schaffen und damit langfristig im Verein verbleiben.
Der RTHC ist am 13. Juli 1951 entstanden durch den Zusammenschluss dreier ehemals selbstständiger Vereine: des 1910 gegründeten Rudervereins, des Tennis-Clubs von 1913 und des Hockey-Clubs von 1919. Direktor Fritz Jacobi wurde zum Vorsitzenden des neu gegründeten Clubs mit einem Mitgliederbestand von 859 gewählt.
Die bestehende Nachbarschaft der Sportanlagen von Hockey- und Tennisclub sowie Bootshaus am Werkskai konnte durch ein gemeinsames Clubhaus hinsichtlich besserem Zusammenwachsen stetig optimiert werden. Zielsetzung war über die Vergrößerung der Mitgliederzahlen das Heranwachsen eines weiteren Großvereins neben TuS 04 und SV Bayer 04 Leverkusen, in dem die bis dato getrennten Sportarten Rudern, Tennis und Hockey in einem großen Verein ausgeübt werden konnten. Des Weiteren bot eine Fusion finanzielle Vorteile bei der Ausweitung der Anlagen und andere gemeinsame Investitionen ohne eine zwingende Erhöhung der Mitgliedsbeiträge.
Von 2010 an wurden die Sportanlagen am Kurtekotten schrittweise modernisiert: Der Belag des zweiten Kunstrasenplatzes wurde erneuert und an den ersten Platz angeglichen, zusätzliche Zuschauerunterstände sowie zuletzt 2019 eine Turnierleiterhütte entstanden, und die Hockeyhalle wurde saniert. 2019 beging die Hockeyabteilung ihr 100-jähriges Bestehen.
Das Sportangebot wurde 2025 zudem um eine Padel-Abteilung mit zwei Außenplätzen erweitert.
Der Verein zählt mittlerweile rund 2000 Mitglieder.
Der RTHC gehört zu den 29 werksgeförderten Sportvereinen, in denen über 50.000 Mitglieder registriert sind. Darin drückt sich die Förderung des Sports als fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie der Bayer AG aus, bei der der Schwerpunkt im Bereich Freizeit-/ Breitensport und Nachwuchsförderung liegt. Nach Aussage des damaligen Vorstandsvorsitzenden Werner Wenning (2002 bis 2010) betrachte es die Bayer AG als sozialpolitische Aufgabe, den Beschäftigten des Unternehmens und ihren Familienangehörigen durch ein breites Sportangebot Möglichkeiten zum beruflichen Ausgleich und zur Selbstverwirklichung zu schaffen. So steht auch die Vereinsarbeit des RTHC unter dem Motto „den Breitensport zu fördern, ohne den Spitzensport zu vernachlässigen“.
Die inzwischen vier Kernsportarten des RTHC Bayer Leverkusen sind:
Neben den Kernsportarten bietet er noch Fitness- und Wellness-Kurse an. Breitensportler sollen dabei von der langjährigen Erfahrung des RTHC im Leistungssportbereich profitieren und ebenfalls gemäß aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen betreut werden. Das Angebot wird durch regelmäßig stattfindende Feriencamps erweitert.
Zu den herausragenden Erfolgen zählen vor allem die zwei Olympiasiege von Stephan Volkert (1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta) sowie sieben olympische Silbermedaillen, eine Bronzemedaille und sieben Weltmeistertitel. Athleten der Hockeyabteilung waren am Gewinn zahlreicher olympischer Medaillen sowie Welt- und Europameister-Titel beteiligt, die Damenmannschaft wurde mehrfach Deutscher Meister. Die vielfache Paralympics-Siegerin im Schwimmen, Britta Siegers, stieg mit Erfolg auf Rollstuhltennis um und belegte als Bestleistung in der Weltrangliste Position acht im Einzel und Position sieben im Doppel.
Auch nach 2006 stellte der RTHC regelmäßig Athletinnen und Athleten für den deutschen Rudernationalkader. Julius Christ startete 2024 im Deutschland-Achter bei den Olympischen Spielen in Paris und belegte den vierten Platz; bereits 2020 war er Europameister im Vierer mit Steuermann geworden. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Shanghai gewann er mit dem Männer-Achter das B-Finale und erreichte im Mixed-Achter das A-Finale.
Nikita Mohr wurde 2023 in Plovdiv U23-Weltmeister im Leichtgewichts-Doppelzweier und gewann anschließend bei der Universiade in Chengdu die Silbermedaille. Später wechselte er in den Leichtgewichts-Achter der University of Cambridge und startete dort beim traditionsreichen Boat Race gegen Oxford.
Eine besondere Erfolgsgeschichte schrieb die Para-Ruderin Kathrin Marchand. Die zweimalige Olympia-Teilnehmerin im Rudern (2012 in London, 2016 in Rio de Janeiro) erlitt 2021 einen Schlaganfall und kehrte anschließend als Para-Athletin in den Rudersport zurück. Mit dem Mixed-Vierer PR3 gewann sie 2023 bei den Weltmeisterschaften in Belgrad die Bronzemedaille und qualifizierte sich damit für die Paralympischen Spiele 2024 in Paris, bei denen sie mit dem deutschen Boot im Fotofinish den vierten Platz belegte. Gemeinsam mit Valentin Luz wurde Marchand 2025 in Shanghai und 2026 in Amsterdam jeweils Weltmeisterin im PR3-Mixed-Doppelzweier; zudem siegte das Duo 2025 und 2026 bei den Europameisterschaften. Marchand rudert für den RTHC Bayer Leverkusen.
Auf der Vereinsanlage wurde 2025 der Film „Extrawurst“ gedreht.