Ventilator

Ein Ventilator (von lateinisch ventilare ‚Wind erzeugen‘, ‚Kühlung zufächeln‘) ist eine fremd angetriebene Strömungsmaschine, also eine Arbeitsmaschine, die ein gasförmiges Medium fördert. Dazu hat er ein durchströmtes Laufrad, das meist in einem Gehäuse rotiert.

Je nach dem speziellen Einsatzbereich kommen unterschiedliche, an den Anwendungsfall angepasste Ventilator-Grundtypen zum Einsatz. Die wichtigsten Bauformen sind:

Sie unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Strömungsführung, der erreichbaren Druckerhöhung und des Volumenstroms sowie ihrer typischen Einsatzgebiete. Ventilatoren werden in ihrer Begrifflichkeit auf eine spezifische Arbeit von maximal 25 kJ/kg begrenzt. Bei einer mittleren Stagnationsdichte der Luft von 1,2 kg/m³ entspricht dies näherungsweise einer Druckerhöhung von 30 kPa. Bei einem atmosphärischen Eintrittsdruck ergibt sich daraus ein Druckverhältnis von etwa 1,3. Wird bestimmungsgemäß dieser Grenzwert der spezifische Arbeit überschritten, wird diese Strömungsmaschine nicht mehr als Ventilator sondern als Turbokompressor bezeichnet.

Bauformen

Axialventilator

Axialventilator

Der Axialventilator ist dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse des Axiallaufrads parallel (axial) zur Durchströmung verläuft, sodass der Ventilatordurchsatzwinkel kleiner 20 ° zur Drehachse ist. Der Gasstrom wird durch das Axiallaufrad ähnlich wie bei einem Flugzeug- oder Schiffspropeller bewegt. Axialventilatoren erreichen bei geringen Abmessungen einen hohen Volumenstrom. Das erreichbare Druckverhältnis ist kleiner als bei Radialventilatoren.

Ein charakteristisches Merkmal von Axialventilatoren ist, dass die Umfangsgeschwindigkeit des Laufrades mit zunehmendem Radius ansteigt. Da die übertragbare spezifische Arbeit unter anderem von der Laufradgeschwindigkeit (bzw. der jeweiligen Umfangsgeschwindigkeit) abhängt, beeinflusst die radiale Verteilung der Geschwindigkeit die aerodynamische Auslegung der Laufschaufeln. Im Nabennahbereich ist die Umfangsgeschwindigkeit geringer als an der Blattspitze; unmittelbar auf der Drehachse ist sie null. Der durch die Nabe beanspruchte Querschnitt ist daher für den Druckaufbau des Axialventilators ohnehin nicht nutzbar. Axialventilatoren für große Volumenströme und vergleichsweise geringe Druckerhöhungen besitzen daher häufig eine kleine Nabe und lange Schaufeln. Um Rückströmungen im nabennahen Bereich zu begrenzen, weisen Axialventilatoren für höhere Drücke häufig ein großes Nabenverhältnis und entsprechend kurze Laufradschaufeln auf.

Da der Fluidstrom beim Axialventilator drallbehaftet abströmt, kann durch feststehende Einbauten (Nachleitrad) der statische Druck erhöht, indem der im Drall (Drehimpuls) enthaltene, dynamische Energieanteil in potentielle Energie (statischer Druck) umgesetzt wird. Zur Druckrückgewinnung werden insbesondere bei größeren Ventilatoren Diffusoren eingesetzt, die einen Teil der kinetischen Energie der Strömung in statischen Druck umwandeln.

Tisch- und Deckenventilatoren

Tisch- und Deckenventilatoren sind zwar dem Axialventilator sehr ähnlich, werden jedoch nach Verordnung (EU) Nr. 206/2012 als Komfortventilator bezeichnet. Infolge des das fehlende Gehäuse sind diese Geräte im Gegensatz zu Axialventilatoren nicht für den Druckaufbau geeignet.

Halbaxialventilator

Eine weitere Ventilatorbauform ist der Halbaxialventilator, (umgangssprachlich meist als Diagonalventilator bezeichnet) der eine Mischform aus Axial- und Radialventilator darstellt und die Gebrauchseigenschaften beider Typen kombiniert. Die Strömung tritt bei diesem unter einem Durchsatzwinkel von mindestens 20 ° und weniger als 70 ° zur Ventilatorachse aus. Im Vergleich zu Axialventilatoren erreichen Diagonalventilatoren typischerweise höhere Drücke, während sie gegenüber Radialventilatoren in der Regel höhere Volumenströme ermöglichen.

Radialventilator

Radialventilator mit Direktantrieb

Radialventilatoren werden insbesondere dort eingesetzt, wo eine signifikante Druckerhöhung erforderlich ist. Die Luft strömt axial, also parallel zur Antriebsachse, in das Laufrad ein. Durch dessen Rotation wird die Strömung nach außen beschleunigt und in der Regel um etwa 90 ° (mindestens jedoch um 70 °) zur Ventilatorachse umgelenkt, sodass die Luft radial aus dem Laufrad austritt. Je nach Geometrie der Laufschaufeln unterscheidet man

Rückwärtsgekrümmte Schaufeln ermöglichen in vielen Anwendungsfällen hohe Wirkungsgrade und eignen sich für vergleichsweise hohe Druckerhöhungen.

Gerade Schaufeln werden unter anderem für Sonderanwendungen eingesetzt, beispielsweise bei partikelbeladenen Strömungen, um Ablagerungen und Anhaftungen an den Schaufeln zu reduzieren, oder wenn besondere Anforderungen an die Drehrichtungsumkehr bestehen (Beispielsweise das Laufrad zur Kühlung eines Normmotors).

Vorwärtsgekrümmte Schaufeln ermöglichen kompakte Bauformen und können bei geeigneter Auslegung eine geringere Schallemission aufweisen. Dadurch lässt sich gegebenenfalls der Aufwand für zusätzliche schalltechnische Maßnahmen reduzieren, die ihrerseits mit zusätzlichen Druckverlusten verbunden sein können. Diese werden daher oft am Luftaustritt in RLT-Geräten verwendet.

Radialventilatoren sind sowohl einseitig als auch beidseitig ansaugend erhältlich. Darüber hinaus unterscheidet man Ausführungen mit und ohne Ventilatorgehäuse.

Gehäuse Radialventilator

Centrifugal fan
Radialventilator in einem Spiralgehäuse mit rückwärts gekrümmten Laufradschaufeln

Bei Ventilatoren mit schneckenförmigem Gehäuse wird die aus dem Laufrad austretende Strömung gesammelt und zum Auslass geführt. Die Geometrie des Gehäuses ist dabei so gestaltet, dass die tangentiale Geschwindigkeitskomponente der Strömung möglichst günstig für die Ausströmung genutzt wird. Der Luftaustritt erfolgt üblicherweise über einen Flansch oder einen Rohrstutzen. Um die Druckverluste im nachgeschalteten Kanalsystem möglichst gering zu halten, muss insbesondere der Übergang vom Ventilatorauslass zum weiterführenden Kanal strömungsgünstig gestaltet werden. Dies ist von Bedeutung, da die Luft am Austritt häufig eine hohe Geschwindigkeit aufweist und damit einen erheblichen Anteil ihrer Energie in Form kinetischer Energie mitführt. Durch eine geeignete Querschnittserweiterung, beispielsweise mittels eines Diffusors, kann ein Teil dieser kinetischen Energie in eine nutzbare Druckerhöhung umgewandelt werden.

Freilaufende Ventilatoren

Bei Radialventilatoren ohne schneckenförmiges Gehäuse (Freilaufende Ventilatoren) tritt die Luft unmittelbar radial aus dem Laufrad aus. Die aus dem Laufrad austretende kinetische Energie wird dabei in der Regel nicht gezielt durch ein Gehäuse oder einen Diffusor zurückgewonnen, sodass hier keine weitere Druckerhöhung erfolgen kann. Freilaufende Ventilatoren werden insbesondere dort eingesetzt, wo eine kompakte Bauweise in Geräten von Bedeutung ist. Typische Anwendungsbeispiele sind RLT-Geräte, Dachventilatoren, Absauganlagen und Haushaltgeräte.

Querstromventilator

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Querstromventilator

Querstromventilatoren (selten als Tangentialventilatoren bezeichnet) sehen auf den ersten Blick aus wie breite oder auch längliche Radialventilatoren, das Funktionsprinzip ist jedoch grundlegend anders. Sie haben nach vorn, also in Laufrichtung weisende Schaufeln. Die Luft strömt axial entlang des langgestreckten Laufrads ein, durchquert das Laufrad im Inneren zweimal und wird dabei umgelenkt, bevor sie auf der gegenüberliegenden Seite wieder austritt. Die Luft tritt dann meist über einen schmalen Spalt in der Breite des Lüfterrads auf der gegenüber liegenden Seite aus. Diese Ventilatorbauform ist nicht zum Aufbau höherer Drücke konzipiert. Der Wirkungsgrad von Querstromventilatoren liegt üblicherweise unter dem von Axial- und Radialventilatoren. Die Verordnung (EU) 2024/1834 schließt in Artikel 2 Nummer 1 Querstromventilatoren in ihren Anforderungen an die Energieperformance ausdrücklich ein.

Querstromventilatoren können große Luftmengen gleichmäßig über eine breite Austrittsfläche abgeben und werden in Kompaktklimageräten, Türschleieranlagen, Turmventilatoren, Nachtspeicheröfen, Heizluftgebläsen und Tageslichtprojektoren verwendet. Da sie bei geringen Drehzahlen einen relativ hohen Luftdurchsatz haben, werden diese oft ohne zusätzliche akustische Maßnahmen eingesetzt.

Strahlventilator (Jetfan)

Ein Strahlventilator (Jetfan) ist ein Ventilator, der durch einen gerichteten Primärluftstrahl mit hohem Impuls die umgebende Luft (Sekundärluftstrom) induziert. Die Besonderheit besteht darin, dass der insgesamt bewegte Luftvolumenstrom deutlich größer ist als der durch das Ventilator-Laufrad geförderte Volumenstrom. Strahlventilatoren sind nicht für einen Druckaufbau und damit für einen Kanalanschluss vorgesehen. Diese werden häufig in Tunneln und Tiefgaragen eingesetzt, um Abgase abzuführen und im Brandfall die Rauchgasströmung gezielt zu lenken.

Seit dem 24. Juli 2026 ist gemäß der Verordnung (EU) 2024/1834 auch für Strahlventilatoren mit einer elektrischen Eingangsleistung von mindestens 750 W die Einhaltung der Mindestanforderungen an die Energieeffizienz nachzuweisen ist. Die messtechnische Bestimmung der Leistungsparameter von Strahlventilatoren ist in der DIN EN ISO 13350 festgelegt.

Technische Parameter

Die Eigenschaften eines Ventilators werden durch verschiedene Kenngrößen beschrieben. Dazu zählen insbesondere:

Die Kenngrößen sind jedoch voneinander abhängig. Ihr Zusammenhang wird beispielhaft in der nachfolgenden Ventilatorkennlinie dargestellt.

Ventilatorkennlinie
Kennlinien- Diagramm eines Ventilators

Eine Besonderheit besteht bei einigen Händlern bei der Angabe der Leistungsparameter von Ventilatoren. Neben den geometrischen und elektrischen Parametern wird hier in der technischen Spezifikation ein Zahlenwert für den Volumenstrom, die Druckerhöhung, den Wirkungsgrad und die elektrische Leistungsaufnahme aufgelistet. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei diesen Angaben häufig um Maximalwerte handelt, die nicht gleichzeitig erreicht werden können. (Volumenstrom bei 0 Pa sowie Druck bei Volumenstrom 0 m³/s.) (Der optimale Betriebspunkt (BEP) kann bei diesen Ventilatorangaben näherungsweise bei 50 % des angegebenen Volumenstroms und 50 % der angegebenen Druckerhöhung vermutet werden.)

Ähnlichkeitskennzahlen

Um Ventilatoren unterschiedlicher geometrischer Größen und Bauformen miteinander vergleichen zu können, werden dimensionslose Kennzahlen verwendet. Dabei ist zu beachten, dass diese Kennzahlen auf vereinfachenden Annahmen beruhen und insbesondere bei Druckerhöhungen bis etwa 2.000 Pa in der Praxis gut anwendbar sind. Diese Kennzahlen sind:

Mit den dimensionalen Kennzahlen wird eine Einordnung der Ventilatoren im Cordier-Diagramm möglich.

Da Luft jedoch ein kompressibles Medium ist, empfiehlt sich (bei einer Druckerhöhung oberhalb 2.000 Pa) für die Umrechnung von Ventilatorkennlinien auf eine andere Baugröße oder Drehzahl die Anwendung des polytropen Ansatzes nach Anhang J der DIN EN ISO 5801 bzw. der DIN EN ISO 13348.

Ökodesign-Anforderungen für Ventilatoren

Die Ökodesign-Anforderungen legen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz sowie Vorgaben zur Produktinformation von Ventilatoren fest. Seit dem 24. Juli 2026 gelten die Anforderungen der (frei abrufbaren) Verordnung (EU) 2024/1834, ergänzt durch die Verordnung (EU) 2024/2481. (Sie ersetzen die bisherige Verordnung (EU) 327/2011.)

Im Wesentlichen wurden nachfolgende Neuerungen in den Verordnungen vorgenommen:

Bild Nachweis der ErP-Konformität
Beispiel für einen Nachweis der ErP-Konformität von Ventilatoren

Im Geltungsbereich der Verordnung (EU) 2024/1834 sind alle Ventilatoren mit einer elektrischen Eingangsleistung von 125 W bis 500 kW am Bestpunkt (BEP - Betriebspunkt mit dem maximalen Wirkungsgrad), einem spezifischen Druckverhältnis von weniger als 1,1 und einer Austrittsgeschwindigkeit von weniger als 65 m/s, sofern deren Anwendungsbereich nicht ausdrücklich in Artikel 1 dieser Verordnung ausgeschlossen ist.

Wirkungsgrad von Ventilatoren

Der Gesamtventilatorwirkungsgrad (ηe) beschreibt das Verhältnis der erzeugten Luftleistung (Pu) zur aufgenommenen elektrischen Antriebsleistung (Pe in W). Die Luftleistung (Pu in W) ergibt sich aus dem Produkt von Volumenstrom (qv in m³/s) und Druckerhöhung (Δp in Pa):

Die Verordnung (EU) 2024/1834 sieht für die Bewertung der ErP Konformität zudem vor, den Ventilatoreffizienz (η) mithilfe zusätzlicher Korrekturfaktoren zu berechnen. Diese berücksichtigen den Teillastausgleich (Cc), Umwandlungsverluste des Gleichspannungsnetzteils (Cp) sowie den Druckverlust für nicht entfernbare Schutzvorrichtungen (Cguard).

Beispielhaft für einen Axialventilator (mit einem nicht abnehmbaren Schutzgitter) ist eine solche Korrekturberechnung und Konformitätsbewertung dargestellt. Zu beachten ist, dass der in der Verordnung (EU) 2024/1834 genannte Mindesteffizienzgrad (N) ist ein dimensionsloser Zahlenwert ist, der zur Berechnung der geforderten Mindestventilatoreffizienz (ηmin) verwendet wird. Er ist selbst kein Wirkungsgrad und darf nicht mit der tatsächlich erreichten Ventilatoreffizienz (η) verwechselt werden. Die zur Erfüllung der Mindestanforderungen notwendige Ventilatoreffizienz (ηmin) kann deutlich unter dem Zahlenwert von (N) liegen.

Einflussfaktoren auf den Ventilatorwirkungsgrad.

Kennlinienmessung an Ventilatoren

Die direkte Kennlinienmessung an Ventilatoren ist aufgrund der inhomogenen Zu- und Abströmverhältnisse und der dadurch stark störungsbehafteten Druckmessung direkt am Ventilator nur sehr eingeschränkt möglich. Sowohl die internationale DIN EN ISO 5801 als auch die amerikanische ANSI/AMCA 210 beschreiben Verfahren zur normgerechten Ermittlung der Ventilatorkennlinie auf Prüfständen, auf denen sich die verschiedenen Betriebspunkte einer Kennlinie unter definierten Prüfbedingungen einstellen lassen.

saugseitiger Kammerprüfstand für Ventilatoren nach DIN EN ISO 5801mit einem installierten KFZ-Kühlerlüfter

Für die praktische Anwendung ist zu beachten, dass Ventilatoren auf solchen Prüfständen unter weitgehend idealisierten Zu- und Abström- Bedingungen gemessen werden. Zudem werden die Kennlinien normativ auf eine Luftdichte von 1,2 kg/m³ umgerechnet. Die tatsächlichen Betriebsbedingungen im eingebauten Zustand können davon abweichen und somit zu einem anderen Betriebsverhalten führen.

Anwendung

Ventilatoren sind zentrale Komponenten und finden in nahezu allen industriellen Branchen vielfältige Anwendung.

Raumlufttechnik

In raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlage) sind Ventilatoren von entscheidender Bedeutung. Ventilatoren ermöglichen den benötigten Luftvolumenstrom durch das angeschlossene Leitungssystem zu transportieren. Dabei setzten die Lüftungsleitungen, welche nach der Definition in der Lüftungsanlagenrichtlinie aus Lüftungskanälen, Formstücken und Einbauteilen bestehen, der Luftströmung einen Widerstand aus dem ein Druckverlust resultiert. Dieser muss von dem Ventilator mittels seiner Druckerhöhung bewältigt werden. Der Druckverlust in einer RLT-Anlage setzt sich aus zwei Anteilen zusammen:

Die ErP (Energy-related Products) Richtlinie 2009/125/EG, welche mit dem Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz in deutsches Recht übernommen wurde, die Verordnung (EU) 2024/1834 für Ventilatoren und die Verordnung (EU) 2014/1253 für RLT-Anlagen. Diese bedingen, dass für die meisten Anwendungsfälle von RLT-Anlagen bzw. an die in diesen verbauten, elektrisch betriebenen Ventilatoren hohe Anforderungen hinsichtlich der Energieeffizienz gestellt werden.

In der Raumlufttechnik sollte die Ventilatorauswahl immer über ein Ventilatordiagramm oder spezielle Herstellersoftware mit der entsprechenden Ventilatorkennlinie des zu nutzenden Geräts erfolgen. Auf der Ventilatorkennlinie sind die möglichen Betriebspunkte des Ventilators bei einer festgelegten Drehzahl aufgetragen. Über die Geräte- bzw. Anlagenkennlinie werden demgegenüber, die für die geplante raumlufttechnische Anlage jeweiligen Volumenströme mit den dazugehörigen Anlagendruckverlusten definiert. Diese Kennlinie wird im Rahmen der Planung durch eine Druckverlustberechnung erarbeitet. Über den Schnittpunkt der beiden Kennlinien lässt sich der tatsächliche Betriebspunkt, auch Arbeitspunkt genannt, des Ventilators ermitteln. Dieser Arbeitspunkt sollte möglichst so gewählt werden, dass es nah am Bereich des höchsten Wirkungsgrads des Ventilators (BEP) liegt und zudem im Bereich einer geringen Schallemission verortet ist. Durch einen optimal gewählten Arbeitspunkt können die Kosten für den einzusetzenden Schalldämpfer zur Reduzierung der Ventilatorgeräusche optimiert werden.

Lüfter in Computern

Die Abwärme des Computer-Netzteils wird außer bei lüfterlosen Geräten per Ventilator nach außen befördert und bewirkt dadurch gleichzeitig einen permanenten Luftstrom im PC-Gehäuse, da er von dort ansaugt. Das führt zu Geräuschen und verursacht Staubablagerungen im Gerät.

Mit steigender Prozessorleistung wurde dessen „aktive Kühlung“ (zunächst nur für die CPU; ab i486) erforderlich, das heißt, der Hauptprozessor trägt einen Kühlkörper mit eigenem Ventilator. Später wurde diese Maßnahme auch auf die Grafikprozessoren von Grafikkarten ausgeweitet. Insbesondere bei engen und flachen Gehäusen, z. B. bei Servern („Pizzakarton“ oder auch „Pizzarack“), wurden mehrere Lüfter erforderlich, um weitere Bauteile zu kühlen.

Zum Betrieb benötigen diese Lüfter typischerweise 12 V. Bei niedrigerer Spannung sinken Drehzahl und Kühlleistung. Beim Unterschreiten eines bestimmten Spannungswertes bleibt der Rotor stehen. Weitere Leitungen liefern gegebenenfalls ein sogenanntes Tachosignal zur Rückmeldung der Drehzahl und damit der Funktionsfähigkeit oder es kann damit beispielsweise durch Pulsweitenmodulation die Drehzahl gesteuert werden.

Bilder

Geschichte der Ventilator-Herstellung im 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland

1851 gründete der Ingenieur Christian Schiele, ein Sohn des Johann Georg Schiele, der 1828 in der Mainzer Landstraße die erste Frankfurter Gasanstalt gebaut hatte, in der Neuen Mainzer Straße 12 in Frankfurt am Main die erste Ventilatorenfabrik Deutschlands.

Die Industrie für Kleinventilatoren in Deutschland konzentriert sich in Hohenlohe und bildet einen so genannten Cluster. Dieser Cluster entstand aus einer einzigen Firma (Ziehl-Abegg), ist aber inzwischen so ausgeprägt (unter anderen entstand 1963 der Hersteller ebm-papst, Mitbegründer war Heinz Ziehl), dass er in der ersten Themenausgabe „Cluster“ des Magazins der Unternehmensberatungsfirma McKinsey (McK Wissen) ausführlich als Musterbeispiel für das Cluster-Phänomen dargestellt wird.

Ein weiteres Ventilatorenzentrum entstand in Bad Hersfeld. Hier gründete Benno Schilde 1874 die spätere Benno Schilde GmbH. 1884 baute Benno Schilde den ersten aus Stahlblech geschweißten Radialventilator. Das gesamte Ventilatorenprogramm wird heute von der TLT-Turbo GmbH in Zweibrücken weitergeführt.

Bereits 1879 wurden in der Karl-August-Hütte in Euskirchen Radialventilatoren gebaut, anfangs noch aus Gusseisen. Später spezialisierte sich die Karl-August-Hütte auf Sonderwerkstoffe. Hitze- und verschleißfeste Werkstoffe und Ventilatoren aus Edelstahl kamen ins Programm. In jüngerer Zeit fertigt die BVA Kockelmann GmbH in Euskirchen diese Spezialprodukte und entwickelt sie weiter.

1923 wurde die Elektro-Motoren-Handelsgesellschaft von Karl W. Müller in Esslingen am Neckar gegründet. Daraus entstand die Elektror airsystems GmbH, die heute Industrieventilatoren und Seitenkanalverdichter herstellt. Die dazugehörigen Motoren werden im eigenen Werk hergestellt.

Trivia

In Südkorea ist der Ventilatortod ein weit verbreiteter Aberglaube, dem zufolge man aufgrund von Ventilatoren, die längere Zeit laufen, erstickt, vergiftet wird oder verklammt.

Literatur

Wiktionary: Ventilator – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Lüfter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: elektrische Lüfter und Ventilatoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ ISO 13349-1:2022. Fans — Vocabulary and definitions of categories.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Amtsblatt der Europäischen Union: VERORDNUNG (EU) 2024/1834. 3. Juli 2024, abgerufen am 13. Oktober 2026 (deutsch).
  3. 1 2 3 Verordnung (EU) Nr. 206/2012 – Ökodesign. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  4. 1 2 3 ソ連の電力事情. In: Journal of the Society of Mechanical Engineers. Band 56, Nr. 414, 1953, ISSN 2424-2675, S. 598, doi:10.1299/jsmemag.56.414_598_5.
  5. 1 2 3 ISO 13348. Abgerufen am 13. Oktober 2025.
  6. 1 2 3 4 DIN EN ISO 5801:2018. Fans — Performance testing using standardized airways.
  7. ↑ ISO 13348:2025. Fans — Tolerances, methods of conversion and technical data presentation.
  8. ↑ DIN EN ISO 13349:2012-07 Ventilatoren - Terminologie und Klassifizierung (ISO 13349:2010).
  9. ↑ DIN EN ISO 5801:2018-04 Ventilatoren - Leistungsmessung auf genormten Prüfständen (ISO 5801:2017).
  10. ↑ DIN EN 17166:2024-09 (Entwurf) Ventilatoren - Verfahren und Methoden zur Ermittlung der Energieeffizienz.
  11. ↑ Radialventilatoren | über 1.700 Varianten | Industrie. Abgerufen am 4. August 2024.
  12. ↑ Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen (Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie - M-LüAR). DIBT, 11. Dezember 2015, S. 3, abgerufen am 31. Dezember 2020.
  13. ↑ Nicolas Fritzsche: Taschenbuch für Lüftungsmonteure und -meister. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. VDE Verlag, 2020, ISBN 978-3-8007-5072-6, S. 135.
  14. ↑ Beware of Summer Hazards! Korea Consumer Protection Board (KCPB), 18. Juli 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. Januar 2009; abgerufen am 1. September 2007.