
Radik Golovkov (* 1974 in Prosniza, Sowjetunion) ist ein deutscher Schauspieler und Regisseur russischer Abstammung. Er lebt in Bremen.
Sein Schauspiellehrer war der Schauspielpädagoge und Theaterregisseur Semjon Barkann.
Seine ersten Hauptrollen übernahm er im Autorenkino. Im Kinofilm Liebeskind (2005) von Jeanette Wagner stand er als Lebenskünstler Wenzel an der Seite von Anna Fischer vor der Kamera. Der Film wurde 2006 im Wettbewerbsprogramm des Max-Ophüls-Preises und beim amerikanischen Slamdance Film Festival aufgeführt. In Till Endemanns Mondlandung (2004), der eine lobende Erwähnung der Interfilm-Jury erhielt, war er in der Rolle des drogensüchtigen Ruslan zu sehen.
In Marc Brummunds Kurzfilm Land gewinnen (2007) verkörperte er einen Vater, der seit sieben Jahren ohne gültige Papiere in Deutschland lebt. Der Film feierte seine Premiere auf der Berlinale, erhielt über 50 internationale Auszeichnungen und war 2007 für den Student Academy Award nominiert. Golovkov selbst wurde für seine Darstellung mehrfach ausgezeichnet: 2009 beim Nickel Independent Film Festival in Kanada, beim Southeast New England Film Festival in den USA sowie 2007 beim Filmfest Lüchow. In Jörg Bruhns Kurzfilm Der Fährmeister (2007) war Golovkov an der Seite von Günter Lamprecht als junger Bestattungsunternehmer Andreas zu sehen. Sowohl Der Fährmeister als auch Land gewinnen wurden 2007 gleichzeitig für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. In Luca’s Evangelium schlüpfte er in die Rolle eines deutschen Neonazis. Der Film war 2006 beim CON-CAN Movie Festival in Tokio für den Grand Prix nominiert. 2015 erschien Anatol Schusters Kurzfilm Ein idealer Ort, an dem sich Golovkov in der Rolle des todkranken Tierpflegers Sergej beteiligte. Der Film wurde auf der 65. Berlinale mit dem Preis „Dialogue en perspective“ des Deutsch-Französischen Jugendwerks ausgezeichnet.
Im deutschen Fernsehen wurde Golovkov unter anderem für SOKO Köln, SOKO Leipzig, Küstenwache und den Hamburger Tatort an der Seite von Til Schweiger verpflichtet.
Zu seinen internationalen Filmarbeiten gehören Steven Spielbergs Bridge of Spies (2015) mit Tom Hanks, Cat Run (2011) mit Janet McTeer und Paz Vega sowie die Fernsehserie Genius (2017) mit Geoffrey Rush.
Auf der Theaterbühne übernahm er die Titelrolle in Tschechows Onkel Wanja am Bremer Theater 11, den Mozart in Mozart und Salieri sowie Vlad und Serge, die Zwillingsbrüder in Die Zyniker nach dem Roman von Anatoli Marienhof. Die Inszenierung feierte ihre Premiere am Pariser Théâtre de l’Atalante. Unter seiner Regie sind mehrere Kurzfilme entstanden, darunter Eleghia und unvollkommen, für die er auch die Drehbücher schrieb. Für ZDF und Arte entstand unter seiner Ko-Regie der Dokumentarfilm Hinter dem Vorhang – Das Bolschoi, die Kunst und der Krieg (2024), der das Bolschoi-Theater in den anderthalb Jahren vor dem russischen Überfall auf die Ukraine begleitet und nach Kriegsbeginn nach der Rolle der Kunst im politischen System fragt. Zu Wort kommt darin unter anderem die Primaballerina Olga Smirnowa, die das Bolschoi aus Protest gegen den Krieg verlassen hatte. Der Film war 2024 beim 61. Golden Prague International Television Festival nominiert und lief dort im Wettbewerb der Dokumentarprogramme für Musik, Tanz und Theater.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Golovkov, Radik |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler und Regisseur russischer Abstammung |
| GEBURTSDATUM | 1974 |
| GEBURTSORT | Prosnitsa, Sowjetunion |