Railroad Development Corporation

Railroad Development Corporation
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Rechtsform Corporation
Gründung 1987
Sitz Pittsburgh, Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Henry Posner III (Chairman)
John F. Hensler (President)
Branche Verkehr/Logistik
Website www.rrdc.com

Die Railroad Development Corporation (RDC) ist ein US-amerikanisches Unternehmen zum Betrieb von Eisenbahnen weltweit. Sitz des Unternehmens ist Pittsburgh. Zu den Geschäftsfeldern gehört auch die Unterstützung bei der Privatisierung staatlicher Bahngesellschaften, indem das Unternehmen als Investor auftritt und später den Betrieb sicherstellt.

Das Unternehmen wird seit der Gründung durch Henry Posner III als Chairman und dem deutschstämmigen John F. Hensler als President geleitet.

Geschichte

Die Gesellschaft entstand 1987, um die angeschlagene Pittsburgh and Lake Erie Railroad zu retten. Zu diesem Zweck übernahm sie diese Gesellschaft 1990. Der Rettungsversuch wurde jedoch vom Management der P&LE zunichtegemacht und die RDC stand als Eisenbahngesellschaft ohne Eisenbahn da. 1991 suchten Versender in Iowa einen neuen Betreiber für die Iowa Interstate Railroad. Die RDC stieg ein und hat mittlerweile ihren anfänglichen 20-%-Anteil auf 100 % aufgestockt.

Als in den 1990er Jahren viele Staaten in Zentral- und Mittelamerika begannen, ihre Eisenbahnen zu privatisieren, stieg die Gesellschaft in diesen Geschäftsbereich ein und betrieb 2006 acht Eisenbahnen in Amerika, Afrika und Europa. Im Jahr 2014 waren es noch fünf Unternehmen, die ein Streckennetz von über 2.100 Kilometer bedienten.

Beteiligungen

Die Railroad Development Corporation betreibt oder betrieb folgende Eisenbahngesellschaften:

Nord- und Südamerika

Kolumbien

Ferrocarril del Pacífico (FDP)

Nördlich von Cali wird von Palmira nach Buenaventura am Pazifik seit 2012 eine fast 200 Kilometer lange Schmalspurstrecke zusammen mit einer kolumbianisch-israelischen Investorengruppe betrieben. Langfristig ist eine Umstellung auf Normalspur und eine Ausweitung des Netzes um weitere 300 Kilometer geplant.

Peru

Ferrocarril Central Andino (FCCA)

Zusammen mit peruanischen Investoren gründete 1999 die RDC diese Bahngesellschaft, die die 591 km lange Eisenbahnstrecke in Peru, die Huancayo und Cerro de Pasco mit Lima und dem Pazifikhafen Callao verbindet. RDC hat einen Anteil von 17,5 % am Unternehmen.

USA

Iowa Interstate Railroad (IAIS)

Die Iowa Interstate Railroad ist eine regionale Eisenbahngesellschaft in Iowa in den Vereinigten Staaten. Sie betreibt eine rund 1000 km lange Strecke der vormaligen Rock Island zwischen Chicago und Omaha.
2006 erregte die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten Aufsehen, als sie zwei chinesische Dampflokomotiven der Klasse QJ importierte. Die Loks werden seither vor Touristenzügen eingesetzt, wofür sie 2014 an die gemeinnützige Central States Steam Preservation Association übergeben wurden.

Europa

Belgien

Eurorail

Im Dezember 2014 hat sich RDC an dem belgischen Logistikunternehmen Eurorail mit 25 Prozent beteiligt, um die seit 2012 bestehende Zusammenarbeit in dem Gemeinschaftsunternehmen RégioRail zu verstärken.

Deutschland

RDC Deutschland (RDCD)

In Deutschland wurde 2009 das Tochterunternehmen RDC Deutschland GmbH (RDCD) gegründet. Die RDC Deutschland fungiert als Holdinggesellschaft der operativen Gesellschaften Hamburg-Köln Express GmbH, RDC Autozug Sylt GmbH und BTE BahnTouristikExpress GmbH. Heute setzt sich die Unternehmens-Gruppe aus den sieben Gesellschaften BTE BahnTouristikExpress GmbH, Farge-Vegesacker Eisenbahn-Gesellschaft GmbH, Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll GmbH, RDC Asset GmbH, RDC Autozug Sylt GmbH, RDC Deutschland GmbH und Teutoburger Wald Eisenbahn GmbH zusammen.

Frankreich

RégioRail

RégioRail ist ein zusammen mit dem belgischen Logistikunternehmen Eurorail International 2012 gegründetes Eisenbahnverkehrsunternehmen im Güterverkehr, das ausgehend von Frankreich auf dem europäischen Markt expandieren soll.

Ehemalige Beteiligungen

Afrika

Malawi

Central East African Railways

Unter dem Namen Central East African Railways betrieb die RDC die früher staatlichen Eisenbahnen von Malawi Railways und Caminhos de Ferro de Moçambique Nord. Das Netz umfasst rund 1700 Kilometer (797 Kilometer in Malawi, 918 Kilometer in Mosambik). Die Beteiligung wurde zum 12. September 2008 an die Investorengruppe Insitec verkauft.

Nord- und Südamerika

Argentinien

Auf der Basis eines 1989 beschlossenen Gesetzes übertrug der Staat Argentinien ab 1991 große Teile der staatlichen Ferrocarriles Argentinos an private Konzessionäre. Die RDC konnte sich mit einer Investition von 0,5 Millionen US-Dollar an zwei von fünf neuen Betreibergesellschaften des Güterverkehrs beteiligen.

Buenos Aires al Pacifíco / ALL Central
Güterverkehr und Infrastrukturbetrieb auf dem 5690 km langen, in Breitspur ausgeführten Teilnetz Ferrocarril General San Martín zwischen Buenos Aires und Mendoza wurden im August 1993 an ein Konsortium namens Buenos Aires al Pacifíco (BAP) vergeben. Die größten Teilhaber waren die argentinische Industrias Metalúrgicas Pescarmona (IMPSA) mit 65 % der Anteile, das argentinische Wirtschaftsministerium Ministério de Economia y Obras y Servicios Públicos de la Nación mit etwa 16 % und RDC mit 6,45 %. Ende der 1990er-Jahre übernahm die brasilianische América Latina Logística (ALL) die Anteile der IMPSA, woraufhin die Betreibergesellschaft im Jahr 2000 in ALL Central umbenannt wurde. 2005 erwarb ALL auch die Anteile der RDC, doch unterblieb die behördliche Genehmigung mehrere Jahre. Auf Veranlassung des Staats Argentinien wurde die Konzession am 4. Juni 2013 vor Ablauf der ursprünglich vorgesehenen 30-jährigen Laufzeit beendet. Der Güterverkehr wurde durch die als Trenes Argentinos Cargas auftretende staatliche Sociedad Belgrano Cargas y Logística SA übernommen.
Ferrocarril Mesopotámico / ALL Mesopotámica
Für den Betrieb von Güterverkehr und Infrastruktur auf dem Teilnetz Ferrocarril General Urquiza wurde ein Konsortium namens Ferrocarril Mesopotámico (MES) gegründet. Dessen größte Gesellschafter waren die IMPSA mit 70 % der Anteile, das argentinische Wirtschaftsministerium mit 16 % und RDC mit 2,74 %. Die Betriebsübergabe auf dem Netz regelspuriger Strecken mit einer Gesamtlänge von 2740 km nördlich von Buenos Aires im Gebiet zwischen den Flüssen Paraná und Uruguay erfolgte im Oktober 1993. Ende der 1990er-Jahre übernahm die América Latina Logística (ALL) die Anteile der IMPSA an der MES, die daraufhin in ALL Mesopotámica umbenannt wurde. 2005 erwarb ALL ebenso wie bei der ALL Central die Anteile der RDC, doch unterblieb die behördliche Genehmigung mehrere Jahre. Die ursprünglich auf eine Laufzeit von 30 Jahren ausgelegte Konzession endete auf Bestreben des Staats Argentinien am 4. Juni 2013 mit Übergabe des Betriebs an die staatliche Sociedad Belgrano Cargas y Logística SA.

Guatemala

Ferrovías Guatemala

Die RDC war Mitinhaber der Konzessionskonsortiums zum Betrieb der 322 Kilometer langen Schmalspurbahn, die Guatemala-Stadt mit dem Atlantik verbindet, sowie der bisher stillgelegten Strecken nach Mexiko und El Salvador. Der Betrieb auf der Strecke wurde zum 1. Oktober 2007 eingestellt, nachdem die Regierung die Konzessionsvereinbarung für schädlich ansah. Im Juli 2012 entschied ein guatemaltekisches Gericht, dass RDC eine Entschädigung zusteht, wenn im Gegenzug auf die Beteiligung verzichtet wird.

Europa

Estland

Eesti Raudtee

Die RDC gehörte zum Konsortium, das die estnische Güterverkehrsgesellschaft seit der Privatisierung betrieb. Im Januar 2007 erfolgte der Verkauf der Beteiligung.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Company Overview. Railroad Development Corporation, 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014 (englisch).
  2. ↑ Colombia: Ferrocarril del Pacífico. Railroad Development Corporation, 2013, abgerufen am 20. Dezember 2014 (englisch).
  3. ↑ https://www.ositran.gob.pe/anterior/wp-content/uploads/2017/12/ID_2017_FVCA.pdf
  4. ↑ History of the Central States Steam Preservation Association. Central States Steam Preservation Association, 2019, abgerufen am 18. Oktober 2020 (englisch).
  5. ↑ RDC invests in Eurorail. (PDF) Railroad Development Corporation, 12. Januar 2015, abgerufen am 13. Januar 2015 (englisch, französisch).
  6. ↑ Unsere Gesellschaften. In: rdc-deutschland.de. Abgerufen am 21. November 2025.
  7. ↑ France: RegioRail. Railroad Development Corporation, 5. April 2014, abgerufen am 23. Mai 2014 (englisch).
  8. 1 2 3 Richard Sharp: Results of Railway Privatization in Latin America. (PDF; 1,41 MB) In: worldbank.org. Weltbank, 3. Oktober 2005, S. 15–16, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
  9. 1 2 3 Matthew Swibel: Chugga-Chugga, Boo-Hoo! In: forbes.com. Forbes, 25. Juli 2005, archiviert vom Original am 24. März 2013; abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
  10. 1 2 ALL - América Latina Logística S.A. and subsidiaries: Individual Financial Statements. (PDF; 1,1 MB) In: rad.cvm.gov.br. América Latina Logística, 6. März 2012, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch, Geschäftsbericht 2011): „ALL Argentina negotiated with its non-controlling shareholder Railroad Development Corporation the acquisition of its equity interest in ALL Central and ALL Mesopotámica, whose interest was 6.45 % and 2.74 %, respectively. Such negotiation still depends on Argentine Government’s approving share transfer.“
  11. ↑ ALL Central. In: rrdc.com. Railroad Development Corporation, 14. August 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
  12. ↑ ALL Mesopotámica. In: rrdc.com. Railroad Development Corporation, 14. August 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
  13. ↑ Railway Gazette International: 6. Juli 2012: RDC wins case in Guatemala railway dispute