
Rainer Fromm (* 28. November 1965 in Wiesbaden) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Fernsehjournalist.
Fromm studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Jura und wurde 1997 bei Franz Greß an der Universität Frankfurt am Main mit der Dissertation Die „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Darstellung, Analyse und Einordnung. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen und europäischen Rechtsextremismus zum Dr. phil. promoviert.
Er ist seit den 1990er Jahren journalistisch für das öffentliche und private Fernsehen (u. a. ARD, Arte und ZDF) tätig und publizierte in Zeitschriften (u. a. im Amtlichen Mitteilungsblatt der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) und als Fachbuchautor mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Organisierte Kriminalität und Jugendkulturen/Sekten. So trug er zu den Formaten Kennzeichen D, Kulturzeit, Frontal, Frontal21, Tagesthemen, Spiegel TV, Focus TV, heute-journal, ML Mona Lisa, Aspekte, Exakt und Fakt bei, ferner war er Autor der Dossiers Rechtsextremismus beim Mitteldeutschen Rundfunk und bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Fromms ZDF-Dokumentation zur NSU-Liste mit 10.000 potenziellen Zielobjekten sorgte im Juni 2018 für die Forderung nach gründlicheren Ermittlungen.
Fromm wurde im Laufe der 2000er immer wieder für seine Beiträge für Frontal21 und das Heute Journal über Videospiele kritisiert, da diese angeblich ein falsches Licht auf die Spieler und Spiele warfen und u. a. unrichtige Tatsachenbehauptungen beinhalteten. In seinen Filmen erhalte man den Eindruck, dass es nur um Gewalt gehe. Das ZDF/Frontal21 nahm mehrfach Stellung und verteidigte Fromm. Fromm stelle sich der Kritik als Speaker auf dem 24. Chaos Communication Congress.
Shane Fenton vom französischen Blog gamingsince198x.fr findet den Beitrag Videogemetzel im Kinderzimmer (2004) in Frontal21 übertrieben und denkt, dass dieser von einem bösen Zwilling gemacht worden wäre. Matthias Dittmayer veröffentlichte 2008 den Videobeitrag "Killerspiele, die Lügen der Medien", in dem er die Fehler in u. a. Fromms Beiträgen der Öffentlichkeit richtigstellt.
Die GameStar meint zu seinen Beiträgen, Fromm „will scheinbar nur das sehen, was seine Theorien stützt.“ und warf ihm Behauptungsjournalismus vor.
Der 2007 ausgestrahlte Frontal21-Bericht Töten am Bildschirm wurde kritisiert, da u. a. Spieleausschnitte der indizierten US-Fassung von GTA: San Andreas gezeigt wurden mit Handlungen, welche nicht in der deutschen Version möglich sind. Der Bericht stellt es so dar, als wäre dies die deutsche Version, welche ab 16 Jahren freigegeben wurde.
Telepolis kritisiert Fromm dafür, dass er die "Menschenverachtung" in gewaltverherrlichenden Computerspielen auch Erwachsenen verbieten wolle, weil ihre Handlungen auch ein "Lernprogramm für das wirkliche Leben darstellen würden". Im Interview behauptet Fromm, dass Computerspiele "zu einer schleichenden Militarisierung und Brutalisierung unserer Gesellschaft" beitragen können, wenn sie "Sadismus, Kriegsverherrlichung und Sexismus als Inhalte" hätten.
GEE-Chefredakteur Michail Hengstenberg meint, Fromm sei zusammen mit Christian Pfeiffer einer der Leute, die die Killerspieldebatte losgetreten haben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fromm, Rainer |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politikwissenschaftler und Fernsehjournalist |
| GEBURTSDATUM | 28. November 1965 |
| GEBURTSORT | Wiesbaden |