
Das Stoppenberger Rathaus im heutigen Essener Stadtteil Stoppenberg war Sitz der Verwaltung der im Jahr 1873 gegründeten Bürgermeisterei Stoppenberg. Das 1875 bis 1876 errichtete Gebäude verlor seine Funktion 1929, als die Bürgermeisterei zur Stadt Essen eingemeindet wurde. Seit 1987 steht es unter Denkmalschutz. Zudem ist es Teil der Themenroute 2 der Route der Industriekultur – Industrielle Kulturlandschaft Zollverein.
Als die Bürgermeisterei Stoppenberg 1873 gegründet wurde, gehörten zu ihr die Gemeinden Frillendorf, Huttrop, Katernberg, Kray, Leithe, Rotthausen, Rüttenscheid, Schonnebeck und Stoppenberg. Diese lösten sich damit von der bestehenden Bürgermeisterei Altenessen. 1884 schied Rüttenscheid aus der Bürgermeisterei Stoppenberg aus und kam an die Bürgermeisterei Rellinghausen. 1906 folgten Kray und Leithe, die die neue Bürgermeisterei Kray-Leithe bildeten, sowie Rotthausen, das eine eigene Bürgermeisterei bildete. 1908 wurde Huttrop zur Stadt Essen eingemeindet und schied damit ebenfalls aus.
Im Februar 1875 wurden die Arbeiten und Materiallieferungen für den Neubau des Rathauses mit einer Summe von 27.000 Mark öffentlich ausgeschrieben. Das Rathaus ist als zweigeschossiges Backsteingebäude mit Mansarddach und Zwerchhaus ausgeführt. Es hat zwei von der Gebäudeflucht vorgezogene Teile, sogenannte Risalite. Auf dem rechten erhebt sich ein weiteres Geschoss mit einem turmartigen Aufbau darüber.
Im Oktober 1876 zogen die Büros der Polizei, der Melde- und der Steuerbehörde ein.
1895, 1901 und noch einmal 1923 erhielt das Rathaus Anbauten. Letzterer wurde dreigeschossig verputzt mit Walmdach ausgeführt. Grund für die Erweiterungsbauten war der drastische Anstieg der Bevölkerungszahlen, bedingt durch Einwanderung von Arbeitern für den Steinkohlenbergbau in der Zeit der Industrialisierung. In den Jahren der oben genannten Ausgliederung einzelner Gemeinden sank die Zahl wieder etwas. Nach der Eingemeindung Stoppenbergs zur Stadt Essen im Jahr 1929 diente das Gebäude noch weiter als Verwaltungsstelle.
Die Bürgermeister waren von 1874 bis 1891 Joseph Hoeren, von 1891 bis 1924 Carl Meyer und von 1924 bis zur Eingemeindung 1929 Franz Bernhard Alfers.
Trotz schwerer alliierter Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg auf Stoppenberg blieb das Rathaus unversehrt. Am 14. Mai 1987 wurde das Gebäude in die Denkmalliste der Stadt Essen eingetragen. Das heute am Stoppenberger Platz (vor 1935 Rathausplatz genannt) befindliche alte Rathaus beherbergt heute die Bezirksvertretung VI sowie eine Seniorenbegegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt. Damit dient es als zentraler Anlaufpunkt für Vereine, Bürgerversammlungen und Seniorennetzwerke. Zudem ist hier das Archiv des Geschichtskreises Stoppenberg beheimatet. Im alten Ratssaal befinden sich sechs Ölgemälde ehemaliger Bürgermeister.
Koordinaten: 51° 28′ 26,8″ N, 7° 2′ 18,9″ O