
Rebeka Njau (* 15. Dezember 1932 in Kanyariri, Kiambu County) ist eine kenianische Pädagogin, Schriftstellerin, Dramatikerin und Textilkünstlerin. Bekannt wurde sie mit dem Einakter The Scar (1963), dem Roman Ripples in the Pool (1975; Neuausgabe 2024) und The Sacred Seed (2003). Ihre Texte setzen sich mit der Verstümmelung weiblicher Genitalien, Spiritualität, Geschlechterrollen und Sexualität auseinander.
Njau wurde im Jahr 1932 in Kiambu County geboren und wuchs in einer christlich geprägten Familie auf. Sie besuchte die Alliance Girls’ High School und studierte anschließend an der Makerere-Universität in Kampala, wo sie 1962 an der African Writers Conference teilnahm. Nach dem Abschluss kehrte sie als Lehrerin an die Alliance Girls’ High School zurück, gründete 1964 die Nairobi Girls’ School und schied 1968 aus dem Schuldienst aus. Anschließend arbeitete sie mit ihrem damaligen Ehemann, dem tansanischen Künstler Elimo Njau, im Paa Ya Paa Arts & Cultural Centre in Nairobi und wurde später Redakteurin der NCCK-Zeitschrift Target. 2019 veröffentlichte sie ihre Memoiren Mirrors of My Life; sie lebt im Großraum Nairobi. Zeitweise veröffentlichte sie unter den Namen Rebecca Njau sowie dem Pseudonym Marina Gashe.
The Scar erschien 1963 in der Zeitschrift Transition und begründete Njaus Ruf als bedeutende kenianische Dramatikerin; 1965 folgte eine eigenständige Ausgabe bei Kibo Art Gallery. Das Drama thematisiert die Verstümmelung weiblicher Genitalien und wurde am Uganda National Theatre aufgeführt. Ripples in the Pool wurde 1975 bei Transafrica veröffentlicht und 2024 von Bloomsbury neu aufgelegt; der Roman erzählt die Geschichte der städtischen Protagonistin Selina und enthält eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen. The Sacred Seed (2003) verbindet, wie die Forschung herausgearbeitet hat, Elemente der Oralität mit einer dialogischen Struktur und greift Verfahren des (feministischen) Gothic auf. Neben der Prosa arbeitete Njau interdisziplinär als Textilkünstlerin und zeigte seit den späten 1960er-Jahren Batik- und Textilarbeiten in Ostafrika. Ihre literarische Wiederentdeckung wurde 2024 durch die Neuausgabe von Ripples in the Pool sowie eine Launch-Veranstaltung an der Alliance Française Nairobi sichtbar. Im Kontext der Makerere-Konferenz 1962 zählt Njau zu den wenigen teilnehmenden ostafrikanischen Autorinnen, deren Beitrag in jüngster Zeit wieder verstärkt gewürdigt wird.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Njau, Rebeka |
| KURZBESCHREIBUNG | kenianische Pädagogin, Schriftstellerin und Textilkünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 15. Dezember 1932 |
| GEBURTSORT | Kanyariri, Kiambu County |