Adjunktion (Kategorientheorie)

Adjunktion ist ein Begriff aus dem mathematischen Teilgebiet der Kategorientheorie. Zwei Funktoren F:𝒞→𝒟 und G:𝒟→𝒞 zwischen Kategorien 𝒞 und 𝒟 heißen adjungiert, wenn sie eine gewisse Beziehung zwischen Morphismenmengen vermitteln. Dieser Begriff wurde von D. M. Kan eingeführt.

Definition

Zwei Funktoren F:𝒞→𝒟 und G:𝒟→𝒞 zwischen Kategorien 𝒞 und 𝒟 bilden ein adjungiertes Funktorpaar, wenn die Funktoren

(X,Y)↦Mor𝒟(X,FY)

und

In diesem Diagramm ist G linksadjungiert zu F.
(X,Y)↦Mor𝒞(GX,Y)

von 𝒟op×𝒞 in die Kategorie der Mengen Set natürlich äquivalent sind. (Zusammen mit den beiden Kategorien und den beiden Funktoren bildet die natürliche Äquivalenz eine Adjunktion.)

F heißt rechtsadjungiert zu G, G heißt linksadjungiert zu F. Man schreibt dies kurz als G⊣F oder F⊢G, das Turnstile-Symbol zeigt auf den linksadjungierten Funktor. In Diagrammen wird dieses Symbol ebenfalls zur Kennzeichnung einer Adjunktionsbeziehung verwendet.

Einheit und Koeinheit der Adjunktion

Ist t die natürliche Äquivalenz Mor𝒟(⋅1,F(⋅2))→Mor𝒞(G(⋅1),⋅2), so heißen die natürlichen Transformationen

η:id𝒟→FG
X↦t(X,GX)−1(idGX)

und

ε:GF→id𝒞
Y↦t(FY,Y)(idFY)

Einheit bzw. Koeinheit der Adjunktion.

Einheit und Koeinheit haben die Eigenschaft, dass die beiden induzierten Transformationen

G→GFG→G    und    F→FGF→F

jeweils die Identität ergeben. Genauer sollen folgende Diagramme kommutativ sein:

Dabei sind 1G und 1F die identischen Transformationen und die natürlichen Transformationen Gη,εG,ηF,Fε sind definiert durch (Gη)X:=G(ηX),(εG)X:=εG(X),(ηF)Y:=ηF(Y),(Fε)Y:=F(εY) für Objekte X aus 𝒟 und Y aus 𝒞. Wegen der Form dieser kommutativen Diagramme nennt man die Beziehungen 1G=εG∘Gη und 1F=Fε∘ηF auch die Dreiecksgleichungen.

Umgekehrt kann man zeigen, dass zwei derartige natürliche Transformationen, die diese Dreiecksgleichungen erfüllen, eine Adjunktion bestimmen, deren Einheit und Koeinheit sie sind.

Eigenschaften

Beispiele

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ D. M. Kan: Adjoint Functors. In: Transaction American Mathematical Society, 1958, Band 87, S. 294–329
  2. ↑ P. J. Hilton, U. Stammbach: A Course in Homological Algebra. Springer-Verlag, 1970, ISBN 0-387-90032-2, Kapitel II, Absatz 7: Adjoint Functors
  3. ↑ H. Schubert: Kategorien II (= Heidelberger Taschenbuch. Band 66). Springer, Berlin 1970, ISBN 3-540-04866-9, doi:10.1007/978-3-642-95156-5.
  4. ↑ Emily Riehl: Category Theory in Context. AMS Dover Publications, 2016, ISBN 0-486-80903-X, Definition 4.2.5, S. 123.