Redensart

Redensarten gehören zu den feststehenden sprachlichen Wendungen (Phraseologismen). Meistens sind es bildhafte Ausdrücke. Dennoch werden die beiden Begriffe häufig synonym verwendet.

Grammatische Merkmale

Der Sprachwissenschaftler Lutz Röhrich bezeichnet sprichwörtliche Redensarten als Wortgruppen-Lexeme. Sie stehen nicht für sich allein und müssen zur Verwendung innerhalb eines Satzes noch ergänzt werden. Es fehlt ihnen mindestens das Subjekt, wie z. B. bei der Wendung „mit dem Zaunpfahl winken“.

Redensarten sind keine Sätze, sondern prädikative Wortgruppen. In Sammlungen werden sie stets in Infinitivform aufgeführt, z. B. „im Trüben fischen“. Bei der Ergänzung des Subjekts werden sie entsprechend gebeugt, z. B. „Er fischt im Trüben“.

Beispiele

Redensart Zusammenhang Bedeutung
Schwein habenDu hast vielleicht Schwein gehabt!Glück haben
Einen Schlussstrich ziehenHier ziehe ich einen SchlussstrichEtwas beenden
etwas ausgefressen habenHat er schon wieder etwas ausgefressen?etwas angestellt haben
Farbe bekennenEs ist an der Zeit, Farbe zu bekennenzeigen, auf welcher Seite man steht
einen Sockenschuss habenDer hat einen Sockenschussnicht ganz bei Verstand sein
jemandem einen Bären aufbindenDir wurde ein Bär aufgebundenjemandem etwas weismachen
mit jemandem unter einer Decke steckenIhr steckt doch beide unter einer Decke!mit jemandem zusammenarbeiten
ein Brett vor dem Kopf habenDu hast ein Brett vor dem Kopfetwas nicht verstehen

Siehe auch

Literatur

Commons: Redensarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Redensart – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ https://portal.dnb.de/opac.htm?query=+Die+sprichw%C3%B6rtlichen+Redensarten+im+deutschen+Volksmund+nach+Sinn+und+Ursprung+erl%C3%A4utert&method=simpleSearch abgerufen am 21. November 2017.