| Regelbau 683 | |
|---|---|
Grundriss des Regelbau 683 | |
| Daten | |
| Baustil | Bunker |
| Baujahr | ab 1944 |
| Höhe | 9,25 m m |
| Besonderheiten | |
| Schartenstand für 21-cm-Kanone (120°) ohne Nebenräume in Baustärke A | |
Der Regelbau 683 ist ein standardisierter Bautyp von Bunkern innerhalb des Regelbau-Programms der Wehrmacht und wurde ab 1944 hauptsächlich am Atlantikwall gebaut.

Der Regelbau 683 war ein Schartenstand für 21-cm-Kanone (120°) ohne Nebenräume in Baustärke A. Dieser Regelbau war von der Baustärke ein Typ A und hatte überall eine Wandstärke von 3,50 m nach Außen. Die Zwischenwände im Inneren hatten teilweise eine geringere Stärke. Der Bunker war an der längsten Seite 21,60 m lang, 16,00 m breit und 9,25 m hoch. Die Bunkerdecke war 3,50 m dick und der Boden, ohne zusätzliche Einbauten, 1,50 m. Er verfügt über mehrere Innenräume, welche über einen Zugang hinten am Bunker erreicht werden konnten.
Der Zugang befand sich, von der Hauptkampfrichtung aus gesehen, hinten am Bunker. Er war 1,90 m hoch, 1,40 m breit und durch eine Stahltür 728P8 verriegelt. Die Tür hatte eine Stärke von 50 mm. Nachdem man den Zugang durchschritten hatte, gelangte man in eine 1,10 m breite und 2,00 m lange Gasschleuse. Am Ende dieser Gasschleuse gab es weitere Stahltür 728P8, welche die Gasschleuse vom Kampfvorraum trennte.
Der Eingang und die Gasschleuse waren 1,50 m höher als der Kampfraum und der Kampfvorraum und lagen auf Klinker mit Zementmörtel. Dies fiel jedoch kaum auf, da der Boden direkt hinter der Gasschleuse mit Holzbohlen ausgelegt war und es darunter zu einem Hohlraum kam. Dadurch konnten sich mögliche Gase absetzten und wirkten sich nicht negativ auf die Bedienmannschaft aus. Der Kampfvorraum hinter der Gasschleuse war 4,00 m hoch und zweigte 1,50 m hinter der Gasschleuse nach rechts und links in zwei weitere Räume ab. Diese beiden Räume waren Munitionslagerräume für Kartuschen und Granaten. Je nach Art der eingebauten Kanone, wurden im rechten Raum 120 Granaten für die 21-cm-Kanone 39, die 21-cm-Kanone 39/40, die 21-cm-Kanone 39/41, die 21-cm-Kanone 52 oder 150 Patronen für die 12,8-cm-Flak 40 gelagert. Im linken Raum wurden 120 Kartuschen für die 21-cm-Kanonen oder weitere 150 Granaten für die 12,8-cm-Flak 40 gelagert. Beide Räumen waren gespiegelt aber von den Maßen her identisch. Sie hatten eine Breite von 2,00 m und eine Länge von 4,50 m. Zusätzlich waren beide Räume etwas tiefer gelegen als der Bohlenbelag des Kampfvorraum.
Der Kampfvorraum hatte die Form eines Schraubenschlüssel und war an der breitesten Stelle 9,00 breit. In ihn hinein und unter den Bohlenbelag ragte die Lafette der 21-cm-Kanone 39/41. Dadurch war es der Bedienmannschaft möglich, das Geschütz leichter zu beladen und sie musste nicht ständig über die Lafette steigen oder drum herum gehen. Direkt hinter dem Kampfvorraum befand sich der Kampfraum mit dem Geschütz. Dieses stand auf einem Drehring mit einem Bettungskasten, wodurch das Geschütz 60 Winkelgrad nach rechts und links gedreht werden konnte, bevor es durch die Bunkerwände blockiert wurde. Damit ergab sich einen Schwenkbereich von maximal 120°. Der Höhenrichtbereich lag bei −4° bis +45°. Der Kampfraum selber war nach vorne hin offen um dem Geschütz die größtmögliche Schussfreiheit wie möglich zu geben. Aus diesem Grund waren die vorderen Seiten und die Bunkerdecke ab dem Kampfraum stufenweise nach oben und zu den Seiten hin wie Stufen aufgebaut, um den Schusswinkel nicht zu beeinflussen. Die Öffnung war an der breitesten Stelle 5,30 m breit 3,00 m hoch. Vor dem Kampfraum befand sich eine Sogplatte, welche den Rauch und Dampf nach der Schussabgabe nach unten und vorne hin weg ableiten sollte. Die Schussbeobachtung erfolgte beim indirekten Richten durch Beobachtungsstellen oder durch Artillerieflieger. Bei direktem Beschuss wurde die Zieloptik der jeweiligen Geschütze genutzt.
Für den Bunkerbau wurden 2.100 m³ Erde ausgehoben und 2.000 m³ Beton verbaut. Weiterhin wurden zwei Arten von Stahl verbaut. Zum einen nutzte man 100 t Rundstahl und 22,6 t Formstahl. Weiterhin musst darauf geachtet werden, das vor und hinter dem geplanten Bunker genügend Platz für das Bettungsfahrzeug, das Lafettenfahrzeug und das Rohrfahrzeug war, um das Geschütz an Ort und Stelle zu verbringen. Nachdem das Geschütz dann im Bunker verbaut war, wurden die Klinker unter der Gasschleuse eingebaut, um den Eingang zu verkleinern und mehr Schutz nach hinten zu ermöglichen. Der vordere Bereich wurde ebenfalls durch Klinker und einem Trägerversatz verkleinert. Um das Geschütz bei Bedarf wieder abtransportieren zu können, wurden in den Klinkern Löcher zum Anbringen von Erschütterungsladungen gelassen.
Der Regelbau 683 war im Atlantikwall als geschützte und ortsfeste Stellung für ein Geschütz zur Seezielbekämpfung geplant und gebaut worden. Mit den schweren 21-cm-Kanonen konnten die Geschützmannschaften innerhalb von einer Minute bis zu zwei Schuss Abfeuern. Bei der maximalen Erhöhung von 45° konnten die Granaten bis zu 29,925 km weit gefeuert werden.

Gebaut und zum Einsatz kam dieser Regelbau in doppelter Ausführung bei einer Batterie der Marine-Artillerie-Abteilung 260, auch Batterie Marcouf oder von den US-amerikanischen Truppen auch Crisbecq Battery genannt. Diese befand sich auf der Halbinsel Cotentin, wenige 100 m nördlich von Saint-Marcouf. Dabei waren zwei Bunker fertiggestellt, ein dritter befand sich noch im Bau. Die beiden fertigen Bunker wurden mit je einer 21-cm-Kanone ausgerüstet. Sie waren so ausgerichtet, dass sie den Standabschnitt, welcher später als Utah Beach Berühmtheit erlangte, sowie die Bucht absichern konnten. Zwar begannen die Bauarbeiten bereits 1941, jedoch erst mit 15-cm-Geschützen geplant und später auf 21-cm-Geschütze umgeplant. Aufgrund der zunehmenden alliierten Luftüberlegenheit, mussten die Geschützstellungen geschützt werden und so wurden die Bunker als Regelbau 683 gebaut. Die Batterie stand unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Walter Ohmsen, drei weiteren Offizieren, sieben Unteroffizieren und 287 Mannschaften.
Um die Landung in der Normandie vorzubereiten, wurden auf die Batterie 598 t an Bomben abgeworfen. Nach dem Ende des Bombardement waren die Soldaten der Batterie Marcouf die Ersten, welche die Invasionsflotte erspähten und den Feuerkampf eröffneten. Am 6. Juni 1944 um 5:00 Uhr eröffnete die Batterie das Feuer und der US-amerikanische Schwere Kreuzer USS Quincy erwiderte das Feuer. Aufgrund der gut liegenden Schüsse der Batterie, mussten sich der Kreuzer und benachbarte Schiffe einnebeln, wodurch die Batterie die Ziel wechseln mussten. Auch die Schüsse des Kreuzers lagen sehr präzise und trafen die Gebäude und Bunker der Batterie, jedoch ohne gravierenden Schaden anzurichten.
Um 07:07 Uhr gelang es zwei US-Bataillonen anzulanden und die Batterie Marcouf anzugreifen. Gegen 8:00 Uhr schafften es die Truppen das erste Geschütz außer Gefecht zu setzen. Gegen 9:00 Uhr fiel das zweite durch einen Volltreffer des Schlachtschiffes USS Nevada aus und wurde dabei völlig zerstört. Nach einem erfolgreichen Gegenangriff der 6. Kompanie des Infanterieregiment 919 und überlebenden Kanonieren, konnten die deutschen Truppen die US-amerikanischen Truppen zum ausweichen zwingen und das noch intakte Geschütz reparieren. Gegen Abend beschoss das Geschütz den Landungskopf auf Utah Beach. Erst am 8. Juni 1944 griffen US-amerikanische Truppen erneut die Batterie Marcouf an und konnten nach einem kurzen Gefecht die letzten Geschütze zum Schweigen bringen, wurde jedoch wieder zurückgeschlagen. Die vollständige Einnahme des Batteriegelände gelang erst am 12. Juni 1944 ohne Gegenwehr, da das Gelände verlassen wurde. Kurze Zeit später wurden die Regelbauten gesprengt um eine erneute Verwendung bei einem möglichen Gegenstoß zu verhindern.

Ein weiterer Regelbau 683 wurde in der Nähe von Foucarville, wenige Kilometer südlich der Batterie Marcouf errichtet und sollte die ebenfalls die Bucht in Richtung Utah Beach sichern. Aufgrund der Alliierten Invasion wurde dieser jedoch nicht mehr mit einer 21-cm-Kanone ausgerüstet.
Insgesamt wurden vom Regelbau 683 drei Bunker fertiggestellt, zwei bei der Batterie Marcouf und einen ohne Bewaffnung bei Foucarville. Ein weiterer Regelbau 683 war bei der Batterie Marcouf begonnen worden, kam aber über das Gießen des Fundament nicht hinaus. Weitere Bunker waren geplant, kamen allerdings nicht mehr über die Planungsphase hinaus.

Heute kann man diesen Bunkertyp an einigen Stellungen des Atlantikwalls betrachten. So steht heute eine erhaltene, teilweise zerstörte Ruine der beiden Regelbau 683 besichtigen. Seit 2004 gehören sie zum dortigen Museum und können von außen besichtigt werden. Beide Regelbauten dort gehörten zur 3. Batterie der 1261. Heeres-Küstenartillerie. Bei einem Regelbau ist hier der hintere Teil eingestürzt und die Decke nach hinten abgerutscht. Beim zweiten ist die die Decke nach einer internen Sprengung eingebrochen und der hintere Teil stark zerstört worden, der vordere blieb Teil jedoch gut erhalten.