
Regine Deutsch, auch Regina Deutsch, geb. Lion, (* 1. März 1860 in Berlin; † 28. Dezember 1938 in Berlin-Wilmersdorf) war eine deutsche Politikerin und Autorin.

Regine Lion entstammte einem jüdischen Elternhaus; einer ihrer Brüder war der Arzt Alexander Lion. Sie heiratete den Amtsrichter Felix Deutsch (1845–1881), der zuvor mit ihrer Schwester Eugenie geb. Lion (1856–1877) verheiratet war. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war sie in der Frauenbewegung aktiv, später wurde sie eine der Führerinnen dieser Bewegung, beispielsweise als Vorsitzende des preußischen Landesverbandes vom Verein für Frauenwahlrecht oder als Delegierte bei internationalen Kongressen des Weltbundes für das Frauenstimmrecht (engl. International Woman Suffrage Alliance, IWSA). Daneben war sie Redakteurin der Zeitschrift Ernstes Wollen und deren Nachfolgerin Deutsche Kultur.
Nach dem Krieg trat sie in die liberale DDP ein und wurde für diese Partei in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt. Später war sie auch Mitglied des Reichsfrauenausschusses der nationalliberalen DVP. In den Zwanziger Jahren veröffentlichte sie mehrere Schriften über die parlamentarische Arbeit von Frauen. 1935 wurde sie aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, was einem Berufsverbot gleichkam. Sie starb eines natürlichen Todes Ende 1938 in ihrer Wohnung in Berlin-Wilmersdorf.
Am 14. Oktober 2024 wurde an ihrem ehemaligen Wohnort, Berlin-Wilmersdorf, Pariser Straße 58, eine Berliner Gedenktafel enthüllt.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Deutsch, Regine |
| ALTERNATIVNAMEN | Deutsch, Regina; Lion, Regine (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (DDP) und Autorin |
| GEBURTSDATUM | 1. März 1860 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 28. Dezember 1938 |
| STERBEORT | Berlin-Wilmersdorf |