Reinhard Ring
Leben
Nach seinem Abitur in Darmstadt studierte Reinhard Ring in Berlin und Frankfurt a. M. Rhythmik, Pantomime, Komposition, Chorleitung, Klavier und Musikwissenschaft. Von 1973 bis 1980 arbeitete er als Lehrer an der Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik in Berlin und wurde ab 1977 Studienrat. Von 1980 bis 1984 war er als erster hauptamtlicher Rhythmikdozent an der Akademie Remscheid tätig. Dazwischen hatte er Studien- und Lehraufenthalte in New York, Philadelphia und Reykjavík (Gastprofessur). 1984 wurde Ring zum Professor für Rhythmik an der Musikhochschule Hannover berufen. Zu seinem Forschungsgebiet gehören Bewegung und Musik in verschiedenen Kulturen, historischer Tanz und Rhythmiktheorie. Darüber hinaus ist er bei der internationalen Entwicklung der Rhythmik aktiv, wie im Institut Rhythmik Hellerau und im Institut Jaques-Dalcroze (Genf). Seit 2006 unterrichtet er als Gastprofessor im Zentralen Musikkonservatorium Peking regelmäßig.
Reinhard Ring ist verheiratet mit der Literaturwissenschaftlerin Weijie Ring.
Internationale Kurs- und Vortragstätigkeit
Reinhard Ring hat bis jetzt in 19 Ländern unterrichtet. Dazu zählen sowohl europäische Länder wie Deutschland, Polen, Österreich, die Schweiz, Italien, Frankreich, England und Island, amerikanische Länder wie die USA und Argentinien, als auch asiatische Länder wie Japan, China und Taiwan. Zu China hat er eine enge Verbindung. Er unterstützt seit 2006 die Musikpädagogik in China. Seit 2023 ist er auch als Gastdozent für Rhetorik in der Deutschabteilung an der TU Hangzhou tätig.
Publikationen (Auswahl)
Reinhard Ring hat zahlreiche Schriften veröffentlicht und ist auch als Herausgeber tätig. Sein Lexikon der Rhythmik zählt zum Standardwerk im Fach Rhythmik und Musikpädagogik.
Monografien
- (mit Brigitte Steinmann): Lexikon der Rhythmik. Bosse, Kassel 1997.
- Rhythmik. Die musikalische Bewegung. Waldkauz, Solingen 1990.
Fachaufsätze
- El ritmo y la escena. In: Carla Fonseca (Hrsg.): Ritmicidades. Cuerpos en JIRA (2015–2019). UNA Libros, Buenos Aires 2022.
- Solfege in the German Speaking Countries. In: Hören. Symposiumsbericht. mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien 2012.
- Zur Entwicklung der Rhythmik – über „L’évolution de la rythmique“ von Frank Martin (1928). In: Le Rythme, Genf 2009.
- Die Beziehung von motorischem und musikalischem Handwerk. In: Der musikalische Körper. HfM Dresden, 2008.
- Rhythmik – Paradoxien. In: G. Katzenberger/S. Weiss (Hrsg.): Musik in und um Hannover. Peter Schnaus zum 70. Geburtstag. Curio, Hannover 2006.
- Dalcroze versus Eurhythmics?. In: Le Rythme, Genf 2005.
- Meister – Methoden und Diplome – Auswirkungen einer Idee. In: Dokumentation zum internationalen Symposium Hellerau. Dresden 2003.
- Mind Mapping Applied to Teaching. In: The American Dalcroze Journal, 2002, Vol. 28, No. 2 (auch auf Englisch, Französisch und Schwedisch).
- Rhythmus – Tanz – Bewegung. In: Grundschule, Heft 9/2002.
- Musik und Rhythmik im Kindergarten. In: Zukunft Kindergarten. Frankfurt 2002.
- Kreativität im Tanz. In: Dokumentation zum Symposium. Palucca Schule / Festspielhaus Hellerau, Dresden 2001.
- Musiche e movimento nelle diverse culture. In: Musiche, Culture, Identità. Milano 2001 (auf Deutsch, mit italienischer Kurzfassung).
- Der Witz im Rhythmus. In: Üben & Musizieren (Ü&M), 2001, Heft 1, S. 36–37 (auch auf Englisch, Französisch und Schwedisch).
- How E. Jaques-Dalcroze Put Rhythm at the Center of His Work. In: Le rôle du rythme pour le développement humain. Actes du 3er Congrès International. Genf 2000.
- Jaques-Dalcroze. In: New Grove Dictionary of Music and Musicians. rev. Ed. London 2000.
- Rhythmus und Rhythmik. In: Üben & Musizieren (Ü&M), 2000, Heft 1, S. 23–29.
- Rhythmus als Programm. In: Musik und Bildung (MuB), 1996, Heft 5.
- (mit Marie-Laure Bachmann): Emile Jaques-Dalcroze und sein Erbe. In: Die Identität der Rhythmik Symposium, 1995 (auch auf Französisch).
- Neue Wege im Musikunterricht. In: Rainer Mehlig (Hrsg.): Gemeinsam musizieren. Dokumentation Musikschulkongress 1993. Bonn 1994, S. 58–61.
- Diplom-Rhythmiklehrer/in. In: Blätter zur Berufskunde. Band 2, IV B 10. Bertelsmann, Bielefeld 1994; 2. Auflage: 1998.
- Wieder in den Rhythmus kommen. In: Praxis Spiel+Gruppe, 1993, Heft 3, S. 122–126.
- Das verklärte, das reale und das beispielhafte Hellerau. In: Hellerau Symposium, Remscheid 1993, S. 117–134 (auch auf Französisch).
- Als Rhythmiklehrer bei der IG Metall. In: Rhythmik in der Erziehung, 1992, Heft 1, S. 14–16.
- (mit Brigitte Steinmann): Eine Ausbildung neben anderen. In: Rhythmik in der Erziehung, 1991, Heft 2, S. 39–47.
- Musikwerke in Bewegung interpretieren – eine Rhythmik-Kunst. In: Bild-Musik-Bewegung. Remscheid 1989, S. 48–54.
- Rhythmik im Spannungsfeld. In: SOZIAL, 1989, Heft 3, S. 45–48.
- Wohin mit den Bewegungsenergien bei Bach?. In: Musik und Bildung (MuB), 1989, Heft 7, S. 388–390.
- Der körperliche Zugang zur Musik. In: Motorik, 1988, Heft 3, S. 90–94.
- Gefragt: Vielseitigkeit und Substanz. In: Handbuch der Musikberufe. Regensburg 1988.
- Schrittmuster von Suitentänzen. In: EPTA Dokumentation. Cloppenburg 1988, S. 31–36.
- Bewegungserfahrungen. In: Musik und Bildung (MuB), 1988, Heft 6, S. 494–496.
- (mit Hanne Kluth): Bewegungsphantasie. Akademie Remscheid, Remscheid 1981.
- Musik. In: Wörterbuch Soziale Arbeit. Weinheim 1980, S. 318–319.
- (mit Hans Maier und Willi Praml): Über ästhetische Erziehung mit Lehrlingen. In: Deutsche Jugend, 1972, Heft 9, S. 417–429.
Editionen
- Le Rythme 1909–1999. Quelques Réimpressions. FIER, Genf 1999.
- (mit Margaretha Rohrbeck): Rhythmik in Europa. Remscheid 1994.
- Hellerau Symposion: Fragen zur Geschichte der Rhythmik. Remscheid 1993.