


Die Reiter-Regimenter der Reichswehr wurden aufgrund des Versailler Vertrages (Artikel 180 Tafel III) aufgestellt. Achtzehn Reiter-Regimenter waren drei Kavalleriedivisionen unterstellt. Ein Reiter-Regiment gliederte sich in mehrere Eskadrons. Die Aufgaben und Gliederungen der einzelnen Regimenter waren unterschiedlich und entsprechend der Restrukturierung der Reichswehr mehrfachem Wandel unterlegen. Die Regimenter bestanden z. T. auch noch unter der Wehrmacht weiter.
Die Aufstellung der Regimenter begann zum Teil direkt nach dem Ersten Weltkrieg aus der demobilisierten Armee des Kaiserreiches (Friedensheer). Zunächst wurden in der sogenannten Vorläufigen Reichswehr (Frühjahr 1919 bis Ende September 1919) und in der Zeit des Übergangheeres (1. Oktober 1919 bis Mai 1920) Regimenter gebildet. Der 18. Dezember 1919 wurde per Verfügung Nr. 2494/12.19 T2 des Reichswehrministeriums vom 18. Dezember 1919 als Gründungstag für alle Reichswehr-Kavallerie-Regimenter festgesetzt (die tatsächlichen Daten weichen dementsprechend ab). Der Übergang dieser Regimenter zur Wehrmacht erfolgte mit dem 16. März 1935.
Die Reiter-Regimenter bestanden unter verschiedenen Namen auch in der Wehrmacht fort. Zu Kriegsbeginn existierten zwei Reiter- und dreizehn Kavallerie-Regimenter. Das Reiter-Regiment 1 und 2 bildete die 1. Kavallerie-Brigade. Diese wurde Ende Oktober 1939 durch die 2. Reiter-Brigade zur 1. Kavallerie-Division verstärkt. Erst Ende 1941 wurden deren Bezeichnungen und ihr Auftrag verändert.
Die Bezeichnungen der Einheiten wurden im Verlauf der Geschichte von der Vorläufigen Reichswehr, dem Übergangsheer bis hin zur Bildung der eigentlichen Reichswehr am 1. Januar 1921 in der Regel mehrfach geändert. In der Anfangszeit wurden historische oder landmannschaftliche Bezeichnungen von den Regimentern übernommen, was später durch die Weimarer Vereinbarung vom 16. Juni 1919 zum Artikel 79 S. 2 der Weimarer Verfassung zu den „landsmannschaftlichen Eigenarten“ und die Verordnung HVBl. 1922 Nr. 335 vom 19. Mai 1922 aufgehoben wurden. Am 29. Mai 1922 erhielten die Regimenter die angegebenen landsmannschaftlichen Bezeichnungen.
Die Bezeichnung der Regimenter änderte sich in der Wehrmacht nach Kavallerie-Regiment xx und die landsmannschaftliche Bezeichnung entfiel.
Die nachfolgende Aufstellung stellt die Verbandszugehörigkeit, die Gliederung sowie die Standorte für Anfang 1933 dar.
Reichswehrministerium/Chef der Heeresleitung: Berlin
1. Kavallerie-Division in Frankfurt/Oder (Stab) zeitweise Gruppenkommando 1 bzw. direkt der Heeresleitung unterstellt.
2. Kavallerie-Division in Breslau (Stab) zeitweise Gruppenkommando 1 bzw. direkt der Heeresleitung unterstellt.
3. Kavallerie-Division in Weimar (Stab) zeitweise Gruppenkommando 2 bzw. direkt der Heeresleitung unterstellt.
Geschichte
Am 1. Januar 1921 wurde das 1. (Preußisches) Reiter-Regiment durch den Wehrkreis I aufgestellt. Standorte waren Tilsit und Insterburg. Die Unterstellung erfolgte unter die 1. Kavallerie-Brigade, welche im Oktober 1939 zur 1. Kavallerie-Division umgegliedert wurde, wobei die Unterstellung erhalten blieb. Am 15. Oktober 1935 erfolgte die Umbenennung in Reiter-Regiment 1. Mit der 14. Februar 1940 erfolgte eine Umgliederung des Regiments in zwei Abteilungen. Die Umgliederung sah vor:
Am 3. Dezember 1941 wurde das Reiter-Regiment 1 in das Schützen-Regiment 21 umgegliedert und der neu aufgestellten Schützen-Brigade 24 unterstellt.
Gliederung
Kommandeure (Auswahl)
Geschichte
Am 1. Januar 1921 wurde das 2. (Preußisches) Reiter-Regiment durch den Wehrkreis I aufgestellt. Standorte waren Osterode und Allenstein. Die Unterstellung erfolgte unter die 1. Kavallerie-Brigade, welche im Oktober 1939 zur 1. Kavallerie-Division umgegliedert wurde, wobei die Unterstellung erhalten blieb. Am 15. Oktober 1935 erfolgte die Umbenennung in Reiter-Regiment 2. Das Regiment kämpfte 1939 in Polen und in den beiden darauffolgenden Jahren in Frankreich und Mittelrussland.
Mit der 16. Februar 1940 erfolgte eine Umgliederung des Regiments in zwei Abteilungen. Die Umgliederung sah vor:
Am 3. Dezember 1941 wurde das Regiment in das Panzer-Regiment 24 umgegliedert und der neu aufgestellten 24. Panzer-Division unterstellt.
Gliederung
Kommandeure (Auswahl)
Am 1. Juli 1936 wurde das Kavallerie-Regiment 3 aus dem 3. (Preuß.) Reiter-Regiments, welches ab 1. Januar 1921 bestand aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte durch den Wehrkreis IX in Göttingen. Bei der Mobilmachung wurde das Regiment aufgelöst. In der ersten Welle wurde aus dem Regiment eine Ersatz-Abteilung mit je einer Reiter- und einer Radfahr-Schwadron die Aufklärungs-Abteilung 9 (Wehrkreis IX), die Aufklärungs-Abteilung 15 (Wehrkreis IX) und die Aufklärungs-Abteilung 17 (Wehrkreis XIII) aufgestellt. In einer zweiten Welle entstanden mit je einer Reiter-Schwadron die Aufklärungs-Abteilung 152 (Wehrkreis IX) für die 52. Infanterie-Division und die Aufklärungs-Abteilung 157 (Wehrkreis VII) für die 57. Infanterie-Division. Das neunte bis elfte Schwadron wurde aufgeteilt.
Siehe: 18. Reiter-Regiment
Beim XXIII. Armeekorps der Heeresgruppe Mitte wurden am 12. April 1942 ein Armee-Reiter-Regiment 1 aufgestellt, das aus vier Schwadronen aus der Aufklärungs-Abteilung 129 und der Radfahr-Schwadron 241 gebildet wurde. Die Unterstellung erfolgte unter das Armee-Kavallerie-Kommando zur besonderen Verfügung (z. b. V.) bei der 9. Armee. Eingesetzt war das Regiment in Mittelrussland. Am 24. Juli 1942 wurde es bereits wieder aufgelöst.
Beim XXIII. Armeekorps der Heeresgruppe Mitte wurden am 12. April 1942 ein Armee-Reiter-Regiment 2 aufgestellt, das aus fünf Schwadronen aus der Aufklärungs-Abteilung 26 und drei Schwadronen aus der Aufklärungs-Abteilung 6 gebildet wurde. Die Unterstellung erfolgte unter das Armee-Kavallerie-Kommando z. b. V. bei der 9. Armee. Eingesetzt war das Regiment in Mittelrussland. Am 24. Juli 1942 wurde es bereits wieder aufgelöst.
Siehe auch: Reitendes Artillerie-Regiment 1
Die Traditionspflege wurde mit Wirkung zum 24. August 1921 vom damaligen Chef der Heeresleitung Generaloberst Hans von Seeckt für die Reichswehr verfügt. Die Traditionsübernahmen sind jeweils in der Geschichte der einzelnen Regimenter dokumentiert. Eine unvollständige Liste findet sich im Artikel zur Traditionsübernahme.