Renate Tewes ist eine deutsche Pflegewissenschaftlerin, Hochschullehrerin, Autorin und Coachin. Sie ist Professorin für Pflegewissenschaft und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden. Ihre wissenschaftlichen und praktischen Schwerpunkte liegen insbesondere in der Förderung von Führungskompetenz, professioneller Kommunikation, emotionaler Intelligenz und interprofessioneller Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.
Renate Tewes wuchs in Nordrhein-Westfalen auf. Nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin war sie zunächst in verschiedenen Bereichen der klinischen Praxis tätig, darunter Chirurgie, Onkologie und Psychiatrie in München sowie später auf der urologischen und HNO-Intensivstation in Bremen.
Diese berufliche Erfahrung sensibilisierte sie früh für die Bedeutung gelingender Kommunikation im Klinikalltag, da sie wiederholt beobachten konnte, dass Fehlkommunikation häufig die Ursache für Behandlungsfehler war. So wurde das Thema zu einem zentralen Bestandteil ihrer wissenschaftlichen Arbeit.
Tewes absolvierte ein Studium der Psychologie an der Universität Bremen. Ihre Dissertation befasste sich mit der Frage, welche Rolle Verantwortung und Sozialkompetenz in der pflegerischen Praxis spielen. Ihre wissenschaftliche Karriere begann als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Pflegewissenschaft an der Universität Bremen, wo sie von 1994 bis 1999 tätig war. 2001 übernahm sie dort interimsweise die Geschäftsführung des Studiengangs. Seit 2002 ist sie Professorin für Pflegewissenschaft und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden. Im Jahr 2007 hatte sie eine Gastprofessur an der University of Minneapolis (UofM) in den USA inne, wo sie zu interprofessioneller Zusammenarbeit und Führungskompetenz forschte und lehrte.
Tewes befasst sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit Fragestellungen an der Schnittstelle von Pflegewissenschaft, Psychologie und Organisationsforschung. Ein zentrales Thema ihrer Forschung ist die Übernahme von Verantwortung im beruflichen Kontext, insbesondere im Gesundheitswesen. Ihre Promotion widmete sie der Pflegeverantwortung in der stationären Pflege. Ihre empirische Promotionsforschung zeigte, dass die Bereitschaft von Teammitgliedern, Verantwortung zu übernehmen, in hohem Maße davon abhängt, ob die jeweilige Führungskraft über ausgeprägte Sozialkompetenzen verfügt.
In ihren Publikationen befasst sich Tewes auch mit Konzepten der emotionalen Kompetenz und psychodynamischen Ansätzen im professionellen Handeln. So erforschte sie bewusste und unbewusste Aspekte des pflegerischen Handelns und wies nach, dass der Abwehrmechanismus der Isolierung für Fachkräfte in Notfallsituationen eine Voraussetzung ist, um handlungsfähig zu sein. Tewes beschreibt den Abwehrmechanismus der Isolierung für Pflegefachkräfte als einen legitimen Schutzmechanismus.
Ein weiteres zentrales Thema ihrer Arbeit ist die interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.
Eine Auswahl von Medienauftritten:
| Personendaten | |
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| NAME | Tewes, Renate |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Pflegewissenschaftlerin, Hochschullehrerin, Autorin und Coachin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |