Richard Albrecht (* 4. Mai 1945 in Apolda; † 30. Oktober 2025 in Bad Münstereifel) war ein deutscher Sozialwissenschaftler.
Richard Albrecht wuchs in Buchholz in der Nordheide und Harburg auf und studierte nach dem Besuch eines Wirtschaftsgymnasiums, einer Beschäftigung als Sprachlehrer und einer Ausbildung als Journalist in Hamburg an den Universitäten Kiel, Heidelberg und Mannheim Sozialwissenschaften (Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie, Sozialpsychologie, Statistik). Er war Mitglied des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund). Albrecht wurde später, jeweils als externer Kandidat während seiner Berufstätigkeit, 1976 an der Universität Bremen in Cultural studies promoviert (s.c.l.) und 1989 an der Universität Kassel in Politikwissenschaft mit seiner 1987 als Buch erschienenen Biografie über Carlo Mierendorff habilitiert.
Von 1986 bis 1991 nahm Albrecht als Gastdozent Lehraufträge an den Universitäten WWU Münster, GH Siegen und WH Mannheim wahr und war als Sozialwissenschaftsjournalist freier Mitarbeiter verschiedener Rundfunkprogramme beim Südwestfunk (SWF), Deutschlandfunk (DLF) und Westdeutschen Rundfunk (WDR). Von 1991 bis 2003 war er Autor der Vierteljahreszeitschrift „liberal“ und 2001 bis 2005 Herausgeber, Lehrbeauftragter und ehrenamtlicher Richter.
Als historisch arbeitender Sozialwissenschaftler beschäftigte sich Albrecht mit den Arbeitsschwerpunkten materialistische Subjektwissenschaft und kulturanalytische Sozialpsychologie, Publikationen zu Carlo Mierendorff, zur deutschsprachigen antifaschistischen Emigration nach 1933 und zum Exil des Dramatikers Carl Zuckmayer.
Albrecht schrieb theoretisch-konzeptionelle Beiträge, empirische Fallstudien und historische Essays zu
In Albrechts zuletzt erschienenen Büchern geht es um Staatsrache (2005), Genozidpolitik als Völkermord(en) (2006/08), Menschheitsverbrechen (2007) und sozialwissenschaftliche Ideologie-, Wissenschafts- und Kulturkritik (2008; 2011). 2009 veröffentlichte er seine historische Erinnerung an Ernst Blochs Vortrag zum Exil im Exil (1939) und eine mikroempirische Fallstudie, die sich kritisch mit dem Wikipedia-Artikel (genauer: dem damaligen Stand des Artikels) über Jürgen Habermas auseinandersetzte, 2010 Aufsätze über Leben und Werk von René König, Carl Djerassi und Hannah Arendt, 2011 über „Subjektmarxismus“, Ferdinand Tönnies, den „Matthäus-Effekt“, Hans Arp, Dada und zeitgenössische Kunst sowie Eric Hobsbawm.
Albrecht edierte 2002 bis 2007 das in fünf Jahrgängen erschienene unabhängige online-Magazin rechtskultur.de (Magazin für Menschen & Bürgerrechte).
| Personendaten | |
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| NAME | Albrecht, Richard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sozialwissenschaftler und Autor |
| GEBURTSDATUM | 4. Mai 1945 |
| GEBURTSORT | Apolda |
| STERBEDATUM | 30. Oktober 2025 |
| STERBEORT | Bad Münstereifel |