
Richard Martel (* 23. März 1961 in Chicoutimi, Québec) ist ein kanadischer Eishockeytrainer und Politiker. Seit Juli 2026 gehört er dem Senat von Kanada als unabhängiger Senator für Québec an. Zwischen 2018 und 2026 war er als Mitglied der Konservativen Partei Kanadas Abgeordneter des Unterhauses für den Bundeswahlkreis Chicoutimi – Le Fjord. Er war auch 18 Jahre lang Cheftrainer in der Ligue de Hockey Junior Majeur du Québec.
Bevor er Eishockeytrainer wurde, absolvierte Martel eine Ausbildung zum Lehrer an der Université du Québec à Chicoutimi. Er begann seine Karriere als Eishockeytrainer 1991 als Assistenztrainer der Saguenéens de Chicoutimi unter Cheftrainer Jos Canale. 1993 wurde er Cheftrainer von Laser de Saint-Hyacinthe. In jenem Jahr gewann er die Trophée Ron Lapointe als bester Trainer. Von 1995 bis 1998 war er Cheftrainer der Foreurs de Val-d’Or und von 1998 bis 2003 Cheftrainer der Drakkar de Baie-Comeau. Im Jahr 2003 wurde Martel Cheftrainer der Saguenéens de Chicoutimi. Im darauffolgenden Jahr gewann er zum zweiten Mal die Trophée Ron Lapointe als bester Trainer. Im Februar 2010 stellte er den Rekord für die meisten Siege als Trainer in der Ligue de Hockey Junior Majeur du Québec auf. Der Rekord wurde 2024 von Yanick Jean gebrochen. Im Jahr 2011 wurde Martel als Cheftrainer der Saguenéens de Chicoutimi abgesetzt.
Von 2012 bis 2014 war Martel Cheftrainer des schwedischen Eishockeyklubs Visby-Roma HK. Im Jahr 2014 wurde er Cheftrainer der Brûleurs de Loups de Grenoble in der Ligue Magnus, der höchsten Spielklasse im französischen Eishockey. In diesem Jahr waren die Brûleurs de Loups de Grenoble Pokalsieger, sie gewannen das Coupe de la Ligue. Er wurde jedoch während der Playoffs jenes Jahres entlassen. Ihm wurde vorgeworfen, einen Spieler angewiesen zu haben, den gegnerischen Torwart während eines Spiels gegen den Club des Patineurs et Hockeyeurs Dijonnais absichtlich zu verletzen. Martel behauptete, die Geschichte sei unwahr und er sei entlassen worden, weil der Klub es sich nicht mehr leisten konnte, ihn zu bezahlen.
Im April 2016 kehrte er als Trainer nach Québec zurück, wo er Cheftrainer der Marquis de Jonquière in der Ligue Nord-Américaine de Hockey wurde. Im folgenden Jahr wurde er Präsident der Ligue Nord-Américaine de Hockey, ein Amt, das er bis 2018 innehatte.

Martel begann seine politische Karriere im Dezember 2017. Zuvor hatte er erwogen, für das Amt des Bürgermeisters von Saguenay oder für die Nationalversammlung von Québec zu kandidieren, dies jedoch nicht getan. Am 20. Dezember 2017 wurde Martel als Kandidat der Konservativen Partei Kanadas für eine Nachwahl im Bundeswahlkreis Chicoutimi – Le Fjord ausgewählt. Am 18. Juni 2018 erhielt er 12.600 Stimmen (52,76 %) und wurde in das Unterhaus gewählt. Er wurde in den Kanadischen Unterhauswahlen 2019, 2021 und 2025 wiedergewählt. Nachdem Andrew Scheer infolge eines Korruptionsskandals als Vorsitzender der Konservativen Partei Kanadas zurückgetreten war, unterstützte Martel Erin O’Toole in dessen Wahlkampf um den Parteivorsitz beim Parteitag 2020. Auf dem Parteitag im August 2020 setzte sich O’Toole gegen Peter MacKay, Leslyn Lewis und Derek Sloan durch und wurde zum Vorsitzenden gewählt. Im Dezember 2022 geriet Martel in die Schlagzeilen, nachdem er in einen Streit mit einer Flüchtlingsfamilie aus El Salvador geraten war. Am 7. Juli 2026 ernannte Premierminister Mark Carney Martel zum Senator. Martel erklärte, er werde die Konservative Partei verlassen und als unabhängiger Senator tätig sein.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Martel, Richard |
| KURZBESCHREIBUNG | kanadischer Eishockeytrainer, -funktionär und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 23. März 1961 |
| GEBURTSORT | Chicoutimi, Québec, Kanada |