Richard Priefert

Otto Friedrich Richard Priefert (* 1. Mai 1908 in Berlin; † 3. September 2004 ebd.) war ein deutscher Produktionsleiter im Bereich der Filmsynchronisation.

Karriere

Richard Priefert sammelte vor dem Zweiten Weltkrieg berufliche Erfahrungen im Bereich der Filmsynchronisation bei der deutschen Niederlassung der US-amerikanischen Filmproduktionsgesellschaft Paramount. Ab den 1950er Jahren begann Priefert seine Arbeit als für deutsche Synchronfassungen zuständiger Produktionsleiter in Berlin, wo er unter anderem die deutschen Fassungen einiger Dick und Doof-Kinofilme produzierte. Zunächst arbeitete Richard Priefert in dieser Funktion bei der Elite-Film Franz Schröder GmbH. Spätestens Ende der 1950er Jahre erfolgte eine Anstellung bei Alfred Vorhers Ultra-Film Synchron GmbH.

Spätestens seit 1957 war Richard Priefert Geschäftsführer der Ultra-Film. Er äußerte sich in einem Zeitungsartikel sehr positiv über die Qualität der deutschen Synchronfassungen im Westdeutschland der Nachkriegszeit, die teilweise auch das Original verbessern könnten. Den Mangel an deutschen Eigenproduktionen im Kino erklärte Priefert damals mit mangelnder Fantasie und Kreativität der Filmschaffenden.

Größere Bekanntheit im Bereich der Filmproduktion erlangte Richard Priefert schließlich Anfang der 1960er Jahre, als er die Stelle als Leiter der Synchronisations-Abteilung der MGM antrat und damit den Posten des bereits 1962 verstorbenen Georg Fiebiger übernahm. Unter seiner Leitung entstanden die deutschen Fassungen zahlreicher erfolgreicher Spielfilme, wie Doktor Schiwago, Das dreckige Dutzend oder 2001 – Odyssee im Weltraum.

Privates

Richard Priefert war seit 1934 mit Martha Lina Margarete Peterhausel, geb. Nerger (1903–1995) verheiratet. Aus einer früheren Beziehung stammte die Tochter Anneliese Priefert (1927–2021), die als Schauspielerin und Synchronsprecherin arbeitete.

Eine persönliche Freundschaft verband Richard Priefert spätestens seit den 1960er Jahren mit dem Journalisten Johannes Szelinski, der auch als Dialogbuchautor und Dialogregisseur in der Film- und Fernsehsynchronisation tätig war. Dessen Frau Katharina Szelinski-Singer schuf 1964 eine Porträtbüste Richard Prieferts (Porträt R.P.).

Richard Priefert starb im September 2004, im Alter von 96 Jahren in Steglitz-Zehlendorf.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Geburtsurkunde Otto Friedrich Richard Priefert, Urkundennummer 1025, Geburtenregister Berlin 1908, Landesarchiv Berlin.
  2. ↑ Norbert Aping: Das Dick und Doof Buch: Die Geschichte von Laurel und Hardy in Deutschland, I. Anmerkungen zum Buchteil, Teil 1 und Teil 2. Schüren Verlag, Marburg 2004.
  3. ↑ Anonymus: Monroe's German Voice Maintains It's Not Sexy. In: The Royal Gazette. Nr. 23, 9. Juni 1957, S. 4 (englisch, oclc.org [abgerufen am 23. Februar 2026]).
  4. 1 2 Anneliese Priefert. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 23. Februar 2026.
  5. ↑ Heiratsurkunde Otto Friedrich Richard Priefert, Urkundennummer 326, Heiratsregister Berlin (Standesamt Berlin II) 1934, Landesarchiv Berlin.
Personendaten
NAME Priefert, Richard
ALTERNATIVNAMEN Priefert, Otto Friedrich Richard (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Produktionsleiter (Filmsynchronisation)
GEBURTSDATUM 1. Mai 1908
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 3. September 2004
STERBEORT Berlin