Der Rittberger ist ein Kantensprung beim Eiskunstlauf und beim Rollkunstlauf (Rollsport). Der Sprung ist nach Werner Rittberger benannt, im englischsprachigen Raum hat sich der Name „Rittberger“ nicht durchgesetzt, dort wird der Ausdruck „loop (jump)“ (Schleifensprung) verwendet.
Der Läufer gleitet erst mit beiden Beinen rückwärts auf dem Eis. Dann verlagert er sein Gewicht auf das rechte Bein, das in der Rechtskurve fest ins Eis gepresst werden muss, um nicht abzurutschen. Schließlich springt der Läufer nach hinten ab und dreht sich einmal oder mehrfach um jeweils 360 Grad (einfacher, zweifacher, dreifacher oder vierfacher Rittberger). Der Rittberger wird auf jenem Bein gelandet, auf dem er abgesprungen wird.
Zur Entstehung des Sprungs und den Zeitraum gibt es verschiedene Versionen. Eine Version besagt, dass Werner Rittberger 1909 den Sprung im Berliner Eispalast bei einem Schaulaufen zu Musik von Walter Kollo zufällig ausführte, als ein plötzlicher Trommelschlag ihn instinktiv dazu veranlasste, sich von der hinteren Außenkante abzustoßen, sich vollständig zu drehen und auf derselben Kante zu landen. In der anderen Darstellung soll der Sprung sich auf eine Unebenheit auf dem Eis im Eispalast 1910 zurückführen lassen, die Werner Rittberger überraschte und er erschrocken in die Luft sprang, sich drehte und auf seiner rückwärts gerichteten Außenkante landete.
Rittbergers Enkel Michael geht davon aus, das der Sprung im Training entwickelt wurde und sieht in der Anektdote eine „geschickte Werbestrategie“. Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1910 in Davos soll Rittberger den Sprung erstmal in einem internationalen Wettkampf gezeigt haben.
Den ersten dreifachen Rittberger bei den Männern stand Richard Button bei den Olympischen Spielen 1952 und bei den Frauen Gaby Seyfert im Jahr 1968. Éric Millot zeigte 1996 als Erster eine Dreifach-Rittberger-Dreifach-Rittberger-Kombination.
Am 30. September 2016 landete der Japaner Yuzuru Hanyū beim Autumn Classic International 2016 in Pierrefonds-Roxboro als erster Eiskunstläufer einen vierfachen Rittberger erfolgreich in einem internationalen Wettbewerb.
Die Tabelle zeigt die Daten der ersten Male, in denen der jeweilige Rittberger in einem Wettbewerb erfolgreich gestanden wurde.
| Abkürzung | Sprungart | Eiskunstläufer | Nation | Jahr / Wettbewerb / Ort | Ref |
|---|---|---|---|---|---|
| 1Lo | Einfacher Rittberger (Herren) | Werner Rittberger | 1910 / Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1910 / Davos | ||
| Einfacher Rittberger (Damen) | |||||
| 2Lo | Doppelter Rittberger (Herren) | ||||
| Doppelter Rittberger (Damen) | |||||
| 3Lo | Dreifacher Rittberger (Herren) | Richard Button | Olympische Winterspiele 1952 | ||
| Dreifacher Rittberger (Damen) | Gabriele Seyfert | 1968 | |||
| 4Lo | Vierfacher Rittberger (Herren) | Yuzuru Hanyū | Skate Canada Autumn Classic International 2016 | ||
| Vierfacher Rittberger (Damen) | Adelija Petrossjan | 2022 / Russische Eiskunstlauf-Meisterschaften |