Das Rittergut Mockau war ein landwirtschaftliches Anwesen im nordöstlich von Leipzig gelegenen Dorf Mockau, das seit 1915 ein Stadtteil von Leipzig ist. Die Reste der Anlage stehen unter Denkmalschutz.
Das Rittergut Mockau lag zwischen der Stephanuskirche und der Parthe mit der heutigen Anschrift Kieler Straße 9–13.
Von dem ehemaligen Gute sind noch vorhanden die zugewachsene Ruine des dreigeschossigen ehemaligen Herrenhauses ohne Dach, das 45 Meter lange, leerstehende, zweigeschossige, ehemalige Gutsverwalterhaus, ein Torbogen, zwei Pfeiler eines weiteren Tores und der verwilderte ehemalige Gutspark. Ein Teil des ehemaligen Hofes außerhalb des Denkmalschutzgebietes dient als Parkplatz für einen benachbarten Discounter.


Vor der Reformation gehörte Mockau zu den Besitzungen der Familie Pflugk. Für die Zeit von 1613 bis 1912 sind 21 Besitzer namentlich bekannt. Die ersten sechs bis 1695 – bis dahin war Mockau ein Vorwerk – gehörten der bürgerlichen Familie Wirth an. Bürgerlich waren auch alle Übrigen bis auf Rudolph Freiherr von Bünau, dem das Gut von 1829 bis 1839 gehörte. Dann erwarb es Friedrich Alexander Gontard (1810–1849), in dessen Familie es bis 1912 blieb.
Nach einem Brand wurden 1868 das Herrenhaus und das Gutsverwalterhaus unter Adolph Gontard (1834–1909) neu aufgebaut und dabei das Herrenhaus von der Straße in den Park versetzt. 1912 verkaufte Gontards Witwe Elisabeth Pauline Bertha Gontard das Gut an die Stadt Leipzig, die 122 Hektar der Feldflur des Gutes für die Errichtung des Luftschiffhafens und Flugplatzes Leipzig-Mockau zur Verfügung stellte.
Beim Luftangriff auf Leipzig vom 20. Juli 1944 wurden Teile des Gutes beschädigt. Nach dem Krieg wurde die Anlage für verschiedene Zwecke genutzt (u. a. Wohnraum, Verwaltung), bevor Teile der historischen Bausubstanz aufgrund von Verfall und mangelnder Erhaltung in der DDR-Zeit verloren gingen.
Koordinaten: 51° 22′ 38″ N, 12° 25′ 22″ O