| Rob Halford, Tons of Rock Festival, Norwegen (2024) Foto: Birgit Fostervold | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Robert John Arthur Halford (* 25. August 1951 in Sutton Coldfield, Warwickshire, England) ist ein britischer Heavy-Metal-Sänger. Er war von 1972 bis 1991 und ist seit 2003 wieder Sänger der Band Judas Priest. Seine markante Stimme mit einem Umfang von 4½ Oktaven (D2–G#6) brachte ihm unter Bezugnahme auf einen Titel des Albums British Steel den Beinamen „Metal God“ ein, außerdem ist er für seine „Rob Halford Screams“ (Screams mit sehr hohen Frequenzspitzen) bekannt.
Robert „Rob“ Halford wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Walsall in der Nähe von Birmingham auf. Sein Vater arbeitete in der Stahlindustrie, seine Mutter war Hausfrau und zeitweise in der Kinderbetreuung tätig. Obwohl nicht ausgesprochen religiös, vermittelten ihm seine Eltern christliche Grundwerte, die für ihn bis heute eine Bedeutung haben. Die Schwerindustrie in seiner Heimat beeindruckte ihn in seinen Jugendtagen sehr. Er fühlte sich der Arbeiterschicht zugehörig. Bereits im Alter von 8 Jahren hatte eine Lehrerin sein Gesangstalent entdeckt und ihn vor anderen Schulklassen singen lassen, was ihm sehr gefallen hatte. Mit 16 Jahren verließ Halford die Schule und begann als Bühnentechniker und Beleuchter zu arbeiten. Er erlebte dabei ein breites Spektrum der Unterhaltungsindustrie und verspürte den Wunsch, nicht nur mitzuarbeiten, sondern selbst auf der Bühne zu stehen. Besonders begeisterte er sich für Blues und Rockmusik, die ihm erlaubten, sein jugendliches Aufbegehren auszudrücken. In den späten 1960er Jahren war er als Sänger in mehreren Rockbands in Mittelengland aktiv, bis er zu Judas Priest stieß. Er lehnte die auf London zentrierte britische Musikindustrie ab und versuchte, an der Etablierung einer Musikszene in seiner Heimat mitzuwirken.

Im Mai 1992 verließ Halford Judas Priest und wandte sich verschiedenen mäßig erfolgreichen Soloprojekten zu, (Fight, 2wo und Halford). Den Kontakt zu seinen früheren Bandkollegen brach er vollständig ab.
Das Solo-Projekt Halford markierte seine Rückkehr zum traditionellen Heavy Metal. Das Album Resurrection mit Bruce Dickinson von Iron Maiden als Gastsänger wurde von vielen Fans, die sich mit der modernen Ausrichtung von Judas Priest während seines Ausstiegs unzufrieden gezeigt hatten, begeistert aufgenommen. Die sich abzeichnende Reunion mit Judas Priest erfolgte 2003.

Halford wirkte beim Hear ’n Aid-Projekt mit und half auch bei Black Sabbath 1992 (als Ersatz für den bei Sabbath auf der Tour ausgestiegenen Ronnie James Dio) für zwei Konzerte und 2004 (Ersatz für den damals erkrankten Ozzy Osbourne) für ein Konzert aus.
2009 beanspruchte Halford den Markennamen Metal God für sich und ließ die Marke in die entsprechenden Schutzregister weltweit eintragen. Beim Deutschen Patent- und Markenamt wird der Eintrag als Wortmarke unter der Registriernummer 008354938 geführt. Als Grund führte Halford später an, dass ihm der Titel von den Fans gegeben wurde. Er möchte ihn aus Respekt schützen, damit das Ansinnen der Fans gewahrt bleibt und sich niemand anderes Metal God nennt. Im gleichen Jahr brachte Halford ein Album mit Weihnachtsliedern („Halford III – Winter Songs“) heraus. Darauf sind Interpretationen von bekannten Weihnachtsliedern und eigene Songs zu finden.
Halford gründete die Firma Metal God Entertainment, die Musikalben verlegt, aber auch Videomaterial produzieren soll.
2014 steuerte er für das Tributealbum This Is Your Life für Ronnie James Dio den Song Man on the Silver Mountain bei.
Halford bekannte sich erst 1998 öffentlich zu seiner Homosexualität:
„I think that most people know that I've been a gay man all of my life, and it's only been in recent times it's an issue that I feel comfortable to address … something that I feel has a moment, and this is the moment to discuss it.“
„Ich denke, die meisten Leute wissen, dass ich schon mein ganzes Leben lang ein schwuler Mann bin. Das ist etwas, mit dem ich erst seit jüngster Zeit mit Gelassenheit umgehen kann … etwas, das einen bestimmten Zeitpunkt braucht, um darüber zu reden – und dieser Punkt ist nun gekommen.“
Halford gab dazu später an, er habe sich auch mit Rücksicht auf die musikalische Karriere von Judas Priest lange Zeit sehr bedeckt gehalten, wenn auch seine Texte verschiedentlich Andeutungen enthielten; so der Text von „Raw Deal“, den seine Band gleichwohl akzeptiert habe. Rückblickend habe er mehr auf andere als auf sich selbst Rücksicht genommen.
2017 zeigte er sich wütend über Rückschritte in der Gleichbehandlung und die zunehmende Gewalt gegen Homosexuelle. Er habe immer geglaubt, dass die Dinge sich schließlich zum Besseren wenden würden, sehe sich aber getäuscht.
Der Metal-Forscher Jörg Scheller würdigte 2026 Halfords Verdienste um Toleranz im Heavy Metal:
„Judas Priest bleiben … nicht nur mit Blick auf die Musik eine wichtige Band. Als erster offen schwuler Metal-Star – er outete sich 1998 – setzt sich Halford für Toleranz, Liberalität und Vielfalt ein, ohne dabei Identitätshuberei zu betreiben oder in jene missionarische, überhebliche und aggressive Haltung zu verfallen, die viele aktivistische Weltverbesserer auszeichnet und die mehr neuen Schaden anrichtet, als sie alten wiedergutmacht. In seiner Autobiographie «Confess» schreibt er, dass er keine Regenbogenfahne schwenken müsse – er sei die Regenbogenfahne des Metal. Das gilt auch dann, wenn er ganz in schwarzes Leder gekleidet ist. Damit verkörpert und lebt Halford die noch immer beste Tugend, die der klassische Heavy Metal um 1980 ausgeprägt hat: leben und leben lassen!“
In den 1980er Jahren hatte Halford mit massiven Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen, unter anderem konsumierte er exzessiv Kokain. Erst kurz vor einem totalen psychischen Zusammenbruch gelang es ihm, sich von seiner Sucht zu befreien. Seit 1986 ist er nach eigenen Angaben drogenfrei und empfindet dies als großen Gewinn für sein Leben.
2013 machten Fotos Schlagzeilen, die Halford im Rollstuhl zeigten. In der Folgezeit sah man ihn des Öfteren mit Gehstock laufen. Später verriet er, dass er eine schwierige Rückenoperation hatte. 2021 teilte er mit, dass er während der vergangenen beiden Jahre an Prostatakrebs litt und mehrere Behandlungen über sich ergehen lassen musste.
Halford lebt in Phoenix, Arizona in den USA. Er hat jedoch auch Wohnsitze in Amsterdam und Walsall. Musikalisch fühlt er sich dem Blues und Rock ’n’ Roll verbunden, schätzt jedoch auch den Sänger Frank Sinatra.
Im September 2025 gab er bekannt, dass er bereits seit 2024 mit seinem langjährigen Lebenspartner verheiratet ist. Dieser habe sich wegen der homophoben Stimmung in seiner Heimat Alabama bis dahin nicht zu einer Eheschließung entschließen können.
2010 wurde Halford mit dem Grammy Award for Best Metal Performance ausgezeichnet.
Der US-amerikanische Post-Punk-Musiker Atom and His Package, bürgerlicher Name Adam Goren, thematisierte Halfords Coming-out in dem Musikstück Hats Off to Halford (Hut ab vor Halford), erschienen auf dem Album Making Love, (No Idea Records, 1999).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Halford, Rob |
| ALTERNATIVNAMEN | Halford, Robert John Arthur (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Heavy-Metal-Sänger |
| GEBURTSDATUM | 25. August 1951 |
| GEBURTSORT | Sutton Coldfield, Warwickshire, England |