Rob Krier

Rob Krier, eigentlich Robert Krier, (* 10. Juni 1938 in Grevenmacher, Luxemburg; † 20. November 2023 in Berlin) war ein luxemburgischer Stadtplaner, Architekt und Bildhauer. Er war der ältere Bruder von Léon Krier.

Leben

Rob und Leon Krier: Flößerdenkmal auf der Auerbrücke in Pforzheim (Baden-Württemberg)

Rob Krier wuchs in Echternach und Luxemburg auf, wo sein Vater eine Schneiderei betrieb. Nach seinem Architekturstudium an der TU München (1959–1964) wurde er zunächst Mitarbeiter von O. M. Ungers (1956/56), Frei Otto (1967–71), von Bodo Rasch und Peter Faller + Hermann Schröder (1971–1973) in Stuttgart, um dann an der Architekturabteilung der TH Stuttgart Assistent von Johannes Uhl zu werden.

Er setzte sich kritisch am Fallbeispiel von Stuttgart mit den Stadtstrukturen der Nachkriegsmoderne auseinander und entwickelte aus den Vorbildern historischer Städte neue Straßen- und Platzräume für das Leben in der Stadt. 1975 veröffentlichte er seine Untersuchungen in dem Buch „Stadtraum in Theorie und Praxis“, das ihn international bekannt machte.

Krier lehrte an der École polytechnique fédérale de Lausanne, von 1976 bis 1998 als Professor an der TU Wien und leitete dort das Institut für Gestaltungslehre.

1976 gründete Krier in Wien ein eigenes Büro. Beispiele seiner frühen stadtplanerischen Tätigkeit sind die im Zuge der IBA in Berlin realisierten Blockrandbebauungen an der Ritterstraße (1977–1980), die Stadtvillen an der Rauchstraße (1980) sowie die Wohnhausanlage Breitenfurter Straße in Wien (1981–1987) und das Projekt Kirchsteigfeld in Potsdam (1992–1997), das er gemäß seiner städtebaulichen Vorgaben mit 24 Architekturbüros umsetzte.

Wohnhausanlage Breitenfurter Straße 401–413 mit dem Mahnmal 'Schatten und Licht' im zentralen Rundhof, Wien
Bürohaus Muzentoren mit Christoph Kohl, Den Haag
Brandevoort, Helmond, NL

1993 verlegte Krier sein Büro von Wien nach Berlin und führte es dort mit Christoph Kohl weiter. Sie verwirklichten von 1993 bis Mitte 2010 städtebauliche Projekte in ganz Europa mit Planungsschwerpunkten in den Niederlanden: De Resident (1889–2001) und 't Haegsch Hof (2006–2010) in Den Haag, Noorderhof in Amsterdam (1995–1999), Meander in Amsterdam (1995–2006), Brandevoort bei Helmond (seit 1996), Citadel Broekpolder in Beverwijk-Heemskerk (seit 2001), Gildenkwartier in Amersfoort (1997–2005) und Slot Haverleij bei Herzogenbusch (1998–2011). Viele seiner Bauten und Plätze schmückte Rob Krier mit seinen bildhauerischen Werken.

2003 schenkte Rob Krier seinen kompletten Vorlass dem Deutschen Architekturmuseum, das vom 6. August bis 30. Oktober 2005 die Ausstellung ROB KRIER. Ein romantischer Rationalist. Architekt und Stadtplaner zeigte.

Dankwart Guratzsch würdigte Rob Krier als „Anwalt der schönen Künste“.

Ehrungen und Auszeichnungen

Werk

Architektur und Stadtplanung

Plateau St. Esprit der Cité Judiciaire, Luxemburg

Bildhauerische Tätigkeit

Schriften

Commons: Rob Krier – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Marc Thill: Der Architekt Rob Krier ist gestorben. In: Luxemburger Wort. 21. November 2023, abgerufen am 21. November 2023.
  2. ↑ Rob Krier im Interview mit Lukas Fink, Tobias Fink, Ruben Bernegger: Rob Krier. In: Berliner Portraits. Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin, September 2019, abgerufen am 21. November 2023.
  3. ↑ Rob Krier: Warum wird man Architekt? In: RobKrier.de. Abgerufen am 1. Juli 2025 (englisch, deutsch).
  4. ↑ Rob Krier: Stadtraum in Theorie und Praxis. In: RobKrier.de. 1975, abgerufen am 1. Juli 2025.
  5. ↑ Falk Jaeger: Zum Tod von Rob Krier : Die Stadt als Lebensraum. In: FAZ. FAZ, 23. November 2023, abgerufen am 1. Juli 2025.
  6. ↑ Nachruf: Taten und Leiden der Leiblichkeit. Rob Krier (1938–2023) in: CATO-Magazin für neue Sachlichkeit, Nr. 2, Februar/März 2024 p.70ff.
  7. ↑ Karin Berkemann: Der Architekt und Städteplaner Rob Krier ist tot. In: Online-Magazin moderneREGIONAL. Daniel Bartetzko, Karin Berkemann, 21. November 2023, abgerufen am 22. November 2023.
  8. ↑ Christoph Kohl: In Memoriam Rob Krier. In: CKSA. Christoph Kohl Stadtplaner Architekten, 20. November 2023, abgerufen am 23. November 2023.
  9. ↑ Georg Scherer: Krier & Kohl: Postmodernes Wohnquartier in Den Haag. In: WS WienSchauen. Georg Scherer, 4. November 2023, abgerufen am 23. November 2023.
  10. ↑ ROB KRIER. Ein romantischer Rationalist. Architekt und Stadtplaner. Deutsches Architekturmuseum, 2005, abgerufen am 24. Juni 2025.
  11. ↑ Helge Bofinger: Frankfurt am Main - Rob Krier. Ein romantischer Rationalist. In: 2 | Bauwelt 33 2005. Bauwelt, 2005, abgerufen am 24. Juni 2025.
  12. ↑ Dankwart Guratzsch: Über Mario Morini und „Die nützlichen Künste“. In: YouTube. Ungers Archiv, 8. November 2017, abgerufen am 25. November 2023.
  13. ↑ Deutsche Bauzeitung. Heft 6/1973
  14. ↑ Ofhouses #290
  15. ↑ Denkmaldatenbank – Wohnanlage „Konzepta“
  16. ↑ Internationale Bauausstellung Berlin: Projektübersicht. Berlin 1991, ISBN 978-3-926641-22-9, S. 24.
  17. ↑ Denkmaldatenbank – IBA-Stadtvillen
  18. ↑ Denkmaldatenbank – Wohnanlage Ritterstraße-Nord
  19. ↑ Denkmaldatenbank – IBA-Gebiet Prager Platz
  20. ↑ Léon und Rob Krier: Cité Judiciaire à Luxembourg 1995 Short description: Un projet de Leon et Rob Krier en 1995. In: Rob Krier. Rob Marie Mathias Nicolas Krier O. Univ.-Prof. em., Dr. h. c. Dipl. Ing. Architect, Sculptor, abgerufen am 25. November 2023 (französisch).
Personendaten
NAME Krier, Rob
ALTERNATIVNAMEN Krier, Robert
KURZBESCHREIBUNG luxemburgischer Architekt und Stadtplaner
GEBURTSDATUM 10. Juni 1938
GEBURTSORT Grevenmacher
STERBEDATUM 20. November 2023
STERBEORT Berlin