Robert Bossuat

Robert Émile Étienne Bossuat (* 6. August 1888 in Paris; † 12. November 1968 ebenda) war ein französischer Romanist und Mediävist.

Leben

Ab 1908 besuchte Bossuat in seiner Heimatstadt die École nationale des chartes (Grande école) und konnte 1910 mit der von Paul Meyer betreuten Arbeit ‘Li Livres d'amours’ de Drouart La Vache sein Studium erfolgreich abschließen; ebenso erfolgreich 1914 auch die Agrégation de grammaire. Noch im selben Jahr wurde er einberufen und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Nach Verwundung und Gefangenschaft war er Gymnasiallehrer in Laon, Dijon und Paris.

Er habilitierte sich 1928 mit den beiden Arbeiten Drouart la Vache, traducteur d'André le Chapelain, 1290 (Paris 1926) und (Hrsg.) Li livres d'amours de Drouart La Vache (Paris 1926). Seine Lehrer waren, außer Paul Meyer, Antoine Thomas, Alfred Jeanroy und Mario Roques. Edmond Faral (1882–1958) war sein Freund.

Ab 1927 machte er Lehrstuhlvertretungen an der École pratique des hautes études und ab 1930 an der Sorbonne. Von 1937 bis 1955 (unterbrochen durch erneute Kriegsteilnahme und Gefangenschaft 1940 bis 1941, er war Rektor der „Universität“ des OFLAG VIII H) besetzte er an der École national des chartes den Lehrstuhl für Narrative und literarische Quellen, von 1955 bis 1958 als Nachfolger von Clovis Brunel den Lehrstuhl für Romanische Philologie (Nachfolger: Jacques Monfrin [1924–1998]). Ab 1947 war er Mitherausgeber der Zeitschrift Le Moyen Âge und ab 1962 als Nachfolger von Mario Roques Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres.

Robert Bossuat war der Bruder des Historikers und Mediävisten André Bossuat (1892–1967). Er starb mit achtzig Jahren am 12. November 1968 in Paris und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Cimetière parisien de Pantin (Département Seine-Saint-Denis) bei Paris.

Werke (Auswahl)

als Autor
als Herausgeber
als Übersetzer

Literatur

Personendaten
NAME Bossuat, Robert
ALTERNATIVNAMEN Bossuat, Robert Émile Étienne (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG französischer Romanist und Mediävist
GEBURTSDATUM 6. August 1888
GEBURTSORT Paris
STERBEDATUM 12. November 1968
STERBEORT Paris