Robert Fleischanderl

Robert Fleischanderl (* 15. September 1967 in Brixlegg, Tirol) ist ein österreichischer bildender Künstler und Fotograf.

Leben

Robert Fleischanderl wuchs in Vomp in Tirol auf. Nach dem Studium der Chemie an der Universität Innsbruck absolvierte er ein Praktikum bei Magnum Photos in New York und war Assistent bei Erich Hartmann und Martine Barrat in New York. Es folgte ein Masterstudium in Image and Communications am Goldsmiths College, University of London u. a. bei Ian Jeffrey, sowie ein Studienaufenthalt am Maison europeènne de la photographie in Paris. Seit 1998 ist er als freischaffender Fotograf und Künstler tätig. Robert Fleischanderl lebt und arbeitet in Wien. Er ist Autor mehrerer Bücher, wie fourteen people, Weidle 2000, Guschlbauer weiche Kokosbusserl, Skarabaeus 2003, 2000–2006 New Architecture in Alto Adige, Springer Wien New York, 2006 und anderen. Seine Arbeiten wurden international in Ausstellungen gezeigt und seine Fotos weltweit in Magazinen publiziert. Er erhielt mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit, wie zum Beispiel das Österreichische Staatsstipendium für Künstlerische Fotografie oder das Emanuel-und-Sophie-Fohn Stipendium.

Werk

Robert Fleischanderl beschäftigt sich in seinen Arbeiten als künstlerischer Fotograf formal immer wieder mit fotografischer Rezeption, wie Bilder von der Betrachterin, vom Betrachter wahrgenommen werden können. Darüber hinaus bilden gesellschaftspolitische Themen wie kulturelle Identität, häusliche Gewalt, Altern, Holocaust, Tod, Erbkrankheit, Kindsein und zutiefst menschliche Sehnsüchte seine inhaltlichen Schwerpunkte. Er bedient sich dabei gern des Porträts und des großformatigen Bildes bei seinen oft langjährigen Projekten.

Der Kunsthistoriker Günther Oberhollenzer schreibt: Ohne belehrend zu sein, nimmt Fleischanderl uns schließlich in die Pflicht, das aktive Schauen im Raum wieder neu zu entdecken, das Erleben eines Bildes durch Wechsel von Distanz und Nähe, das Staunen und sich Überwältigen lassen durch das künstlerische Original. Ein Abenteuer, das es sich wahrlich einzugehen lohnt.

Werke

Rezeption

Im April 2004 stellte Johannes Saltzwedel im Nachrichtenmagazin Der Spiegel fest, dass gerade die vielen offenen Fragen in Robert Fleischanderls Bildband fourteen people über deutschsprachige, jüdische Emigranten beweisen, welch ein Kunstwerk ihm damit gelungen ist.

Anne Katrin Feßler schreibt über Guschlbauer weiche Kokosbusserl, Österreichische Ansichten, ein fotografischer Kommentar im Der Standard: „Aber selbst wenn Fleischanderls Bilder menschenleer sind, umschreibt er das Wesen der Wiener treffsicher. Machen Sie Platz in ihrem Bücherregal für ein weiteres Buch über Österreich: Zwischen "B" wie Thomas Bernhard und "P" wie Hugo Portisch.“

Ausstellungen

Stipendien, Auszeichnung

Stipendien

Auszeichnung

Monografien

Essay

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Fleischanderl Robert – küveti – künstler:innenvereinigung tirol. Abgerufen am 21. Februar 2024.
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  3. ↑ Günther Oberhollenzer: Liebe zur Kunst. 19. November 2014, abgerufen am 22. Februar 2024.
  4. ↑ Cathrin Kahlweit: Gewalt gegen Frauen wird verdrängt. In: https://www.sueddeutsche.de/. 22. November 2024, abgerufen am 10. Februar 2025.
  5. ↑ Der Garten als Zufluchtsort: "Das erträgliche Stück Welt, das man sich erschaffen kann". Abgerufen am 16. Februar 2024.
  6. ↑ oe1.orf.at: Gedanken in Grünen | MO | 14 06 2021 | 7:52. Abgerufen am 16. Februar 2024.
  7. ↑ Leonie Wahl: „Void“ Tanz-Performance, Off-Theater. Abgerufen am 16. Februar 2024.
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  11. ↑ Neue Architektur in Südtirol 2000 - 2006 - Publikationen - Südtiroler Künstlerbund. Abgerufen am 16. Februar 2024.
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  26. ↑ Leo Andergassen (Hrsg.): Der Traum vom späteren Leben, Kinderporträts von 1500 bis heute, Landesmuseum Schloss Tirol. 2015, ISBN 978-88-6839-130-0.
  27. ↑ Willkommen. Abgerufen am 13. März 2024.
  28. ↑ Radio ORANGE 94.0. Abgerufen am 16. Februar 2024.
  29. ↑ Robert Fleischanderl – An Adventure: Robert Fleischanderl – An Adventure im Atelierhaus Kendlerstraße 35 im Rahmen der Foto Wien. 26. Februar 2019, abgerufen am 16. Februar 2024.
  30. ↑ eSeL: Housing I+II. Abgerufen am 13. März 2024.
  31. ↑ Schönheit vor Weisheit 2020. In: Tiroler Landesmuseen. Abgerufen am 16. Februar 2024 (österreichisches Deutsch).
  32. ↑ Klaus Lorbeer: Ausstellung: Robert Fleischanderl – der Garten meiner Mutter – FOTOobjektiv. Abgerufen am 16. Februar 2024 (deutsch).
  33. ↑ Vandalismus : Foto-Ausstellung zu häuslicher Gewalt zerstört. 19. November 2024, abgerufen am 20. November 2024.
  34. ↑ Robert Fleischanderl: Auferstehung und Tod des Augenblicks. Anmerkungen zu einem Paradoxon der Fotografie. In: Fotogeschichte, Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie, Heft 78, S. 89, Jonas Verlag. 2000, abgerufen am 16. Februar 2024.
Personendaten
NAME Fleischanderl, Robert
KURZBESCHREIBUNG österreichischer bildender Künstler und Fotograf
GEBURTSDATUM 15. September 1967
GEBURTSORT Brixlegg, Tirol