
Robert Lebeck (* 21. März 1929 in Berlin; † 14. Juni 2014 ebenda) war ein deutscher Fotojournalist und bedeutender Sammler u. a. von Fotografien des 19. Jahrhunderts und Zeitschriften aus der Frühzeit des Fotojournalismus.
Robert Benjamin Lebeck wurde am 21. März 1929 als Sohn des Juristen Kurt Lebeck (gest. 1943) und dessen Ehefrau Maria geb. Kühne in Berlin geboren. Sein Großvater war der Maler Walter Kühne (1875–1951). Robert wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Seine Eltern wurden 1934 geschieden und das Sorgerecht dem Vater zugeschrieben. Da sein Vater zu diesem Zeitpunkt bereits an einer schweren Krankheit litt, wuchs Robert Lebeck bei der Großmutter Olga Lebeck auf. Die Schulferien verbrachte er oft bei seinem Onkel Albert Lebeck in Donaueschingen. Robert Lebeck wurde 1944, im Alter von 15 Jahren, zur Wehrmacht eingezogen und kam an die Ostfront. Er schlug sich Richtung Westen bis Schwerin durch und geriet 1945 in amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr absolvierte er am Donaueschinger Fürstenberg-Gymnasium sein Abitur und studierte Völkerkunde in Zürich und New York, wo er auf den Bildjournalismus der Magazine Life und Look aufmerksam wurde. Fotografen wie Alfred Eisenstaedt, David Douglas Duncan und W. Eugene Smith wurden ihm zum Vorbild.
Die Fotografie lernte er autodidaktisch und arbeitete ab 1952 als Fotoreporter, zunächst für verschiedene Heidelberger Zeitungen, später für Illustrierte wie Revue (1955 Büroleiter in Frankfurt), Kristall (1960–1966) und Stern (1966–1977). Von 1977 bis 1978 war er mit Klaus Harpprecht Chefredakteur des Magazins GEO. Ab 1979 arbeitete er wieder für den Stern.
In den 1950er Jahren fotografierte Lebeck das Nachkriegsdeutschland, beginnend 1952 mit „Adenauer beim Rosenfest in Baden-Baden“ für die Rhein-Neckar-Zeitung, Kriegsheimkehrer (1955), Winston Churchill in Bonn (1956), beim Jazzfestival in Frankfurt und den Filmfestspielen in Berlin (1956), sowie auch im Ostteil der Stadt. 1958 war er beim Begräbnis Papst Pius XII. in Rom.
Bekannt wurde Lebeck mit seiner ersten großen Auslandsreportage Afrika im Jahre Null (1960 für Kristall). Sein Foto des Degendiebs von Léopoldville, der bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit des Kongos König Baudouins Degen stahl, ging um die Welt und wurde, wie er es selbst formulierte, zu seiner „Visitenkarte“. Danach war er weltweit für Reportagen unterwegs. Seinen Fotos wurde erstmals 1962 im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe eine erste Ausstellung gewidmet. 1966 zog er zwei Jahre für den Stern nach New York. Mit Willy Brandt war er auf Wahlkampfreise und begleitete ihn nach dem Wahlsieg 1972 für zwei Jahre. Neben politischen und Gesellschaftsreportagen porträtierte er ebenso viele Schriftsteller, bildende Künstler, Musiker und Schauspieler; vor allem seine intimen Bilder von Romy Schneider sind bekannt. Die Frage, ob Schneider und Lebeck „etwas miteinander hatten“, bejahte Georg Stefan Troller.
Hatte er sich zuvor für den Jugendstil interessiert, dann Postkarten gesammelt, baute er eine bedeutende Sammlung zur Fotografie des 19. Jahrhunderts auf, die viele Inkunabeln der Fotografiegeschichte beinhaltet und seit 1994 zum Bestand des Museums Ludwig in Köln gehört. Lebeck wandte sich danach Zeitungen und Magazinen zu, die er innerhalb von zwölf Jahren zu einer konsistenten Geschichte der Fotoreportage anhand ihrer Publikationen von 1839 bis 1974 zusammentrug. „Kiosk“ hieß 2001 die erste Ausstellung dieser Sammlung, die im Kölner Museum Ludwig und danach im Altonaer Museum Hamburg gezeigt wurde.
Zu seinem 80. Geburtstag zeigte der Berliner Martin-Gropius-Bau 2009 die bisher umfangreichste Ausstellung seiner Fotos.
Robert Lebeck wohnte in den 1990er Jahren im Médoc in Frankreich. Seit 2001 lebte er wieder in seiner Geburtsstadt Berlin.
Lebeck war viermal verheiratet, führte eine Ehe mit der Hamburger Galeristin Elke Dröscher, hatte eine Tochter und einen unehelichen Sohn.
1991 heiratete er die 30 Jahre jüngere Grafikerin Cordula Lebeck, mit der er einen Sohn und eine Tochter hatte.

Am 4. Juli 2014 wurde er auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II in Berlin beigesetzt.
Die umfangreiche Sammlung Robert Lebeck, die mehr als 30.000 Exponate umfasst, wurde 2016 vom Land Berlin gekauft. Teile daraus waren bis Ende Januar 2017 in der Ausstellung Kiosk – Sammlung Robert Lebeck im Deutschen Pressemuseum im Ullsteinhaus Berlin zu sehen.
Im Film 3 Tage in Quiberon (2018) ist Robert Lebeck (dargestellt von Charly Hübner) der Fotograf, der, zusammen mit dem Stern-Reporter Michael Jürgs (Robert Gwisdek), ein auf drei Tage angelegtes Interview mit Romy Schneider (Marie Bäumer), in einem Kurhotel in Quiberon (Bretagne) führen soll, die dort seit vier Tagen zur Entgiftung untergebracht war. Die deutsch-französisch-iranische Regisseurin Emily Atef ließ sich von dem tatsächlich in Quiberon stattgefundenen Interview mit Lebecks Fotografien, die im Buch Romy Schneider. Letzte Bilder eines Mythos 1986 publiziert wurden, inspirieren.
Zahlreiche thematische Zusammenstellungen seiner Postkarten sind bei Harenberg in der Reihe Die bibliophilen Taschenbücher erschienen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lebeck, Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fotograf und Fotojournalist |
| GEBURTSDATUM | 21. März 1929 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 14. Juni 2014 |
| STERBEORT | Berlin |