Robert Ralf Carkhuff (* 1934) ist ein US-amerikanischer Klinischer Psychologe, Autor und Verleger.
Seinen Doktortitel (Ph.D.) erlangte er 1963 an der University at Buffalo. Danach wurde er ein Schüler von Carl Rogers. Bereits während seines Studiums an der University of Wisconsin wirkte er an dessen Forschung mit. Eines der dabei gewonnenen Ergebnisse bestand in dem Befund, dass in vielen Fällen auch ein nicht-klinischer Spezialist in der Lage war, Ergebnisse zu erzielen, die denen eines ausgebildeten Psychologen gleichwertig waren. Als seine weiteren Mentoren bezeichnete er Clark L. Hull und Orval Hobart Mowrer.
Er war in den frühen 1960er Jahren als praktizierender klinischer Psychologe tätig; dabei arbeitete er in der Springfield Clinic. Als NIMH Postdoc arbeitete er 1963 an der Psychotherapy Research Group an dem Wisconsin Psychiatric Institute der University of Wisconsin, 1963–1988 wird er als Vorsitzender von Human Technology, Inc. genannt, einer Firma, die sich mit Unternehmensberatung beschäftigt. Später war er Verleger und Gründer der Human Resource Development Press (HRD Press) in Amherst und leitete das Unternehmen rund 40 Jahre lang.
Er gilt als Pionier in der Erforschung und Optimierung von Beratungsprozessen. Dabei operationalisierte er theoretische psychologische Konzepte in messbare, trainierbare Fähigkeiten und regte damit die therapeutische Ausbildung an. Ein Kernbereich seines Wirkens besteht in der Entwicklung des sog. Carkhuff-Modells: Dieses basiert auf dem personenzentrierten Modell von Carl Rogers, das er um handlungsorientierte Komponenten erweiterte und abstrakte therapeutische Variablen wie Empathie, Respekt, Echtheit und Konkretheit in erlernbare Verhaltensweisen überführte. Er entwickelte dazu Skalen, um die Qualität helfender Interaktionen hinsichtlich der Aspekte Empathie, Wertschätzung/Respekt, Echtheit/Selbstöffnung, Konkretheit sowie Spontaneität und Intensität messbar zu machen. Die Skalen dienen auch der Ausbildung von Beraterinnen und Therapeutinnen, um hilfreiches Verhalten präzise zu trainieren. Für den Beratungsprozess sind nach seinem Konzept konkrete psychologische Kompetenzen erforderlich (1) Attending (Zuwendung), (2) Responding (Antworten/Eingehen), (3) Personalizing (Personalisieren) und (4) Initiating (Initiieren). Der Prozess einer professionellen Hilfe- oder Beratungssituation selbst wird in fünf Stufen beschrieben: (1) Kontakt herstellen, (2) Exploration, (3) Personalisierung, (4) Initiierung von Handlungen, (5) Evaluation/Transfer. Dieses Rahmenwerk für effektive zwischenmenschliche Hilfeleistung ist in der Ausbildung von Beratern weit verbreitet und wurde in den Pflegewissenschaften, Schulen, Jugendstrafanstalten und anderen sozialen Einrichtungen umgesetzt. In seinen späteren Arbeiten fokussierte er sich auf die Fähigkeiten Relating (Beziehung aufbauen), Representing (Darstellen) und Reasoning (Logisches Denken), um sozioökonomische Probleme in Gemeinschaften zu lösen (The New 3Rs).
| Personendaten | |
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| NAME | Carkhuff, Robert R. |
| ALTERNATIVNAMEN | Carkhuff, Robert Ralf (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Klinischer Psychologe, Autor und Verleger |
| GEBURTSDATUM | 1934 |