Roberta Frank

Roberta Frank (* 9. November 1941 in New York City) ist eine amerikanische Philologin der altenglischen und altnordischen Sprachen und seit 2000 Professorin an der Yale University.

Leben

Frank begann ihr Studium an der New York University, wo sie 1962 den Bachelor of Arts in englischer und vergleichender Literaturwissenschaft erhielt. Daraufhin ging sie an die Harvard University, wo sie die Ausbildung nach dem Master of Arts 1964 mit dem Doktorgrad (Ph.D.) in vergleichender Literaturwissenschaft 1968 abschloss. Der Titel ihrer Dissertation lautet Wordplay in Old English Poetry. 1968 wurde Frank Assistant Professor an der University of Toronto und blieb dort – ab 1973 als Associate Professor und ab 1995 als ordentliche Professorin – bis 2000. Seitdem hat Frank den Marie-Boroff-Lehrstuhl für Englisch an der Yale University inne.

Roberta Frank bezieht in ihrer Forschung neben literarischen auch andere sprachliche sowie dingliche (archäologische) Zeugnisse ein. Ihr geht es darum, deren Faszination aus ihrer Wirkung auf die damaligen Menschen zu verstehen. Sie schreibt engagiert und scheut deshalb in ihren meist in Aufsatzform erschienenen Publikationen vor Polemik nicht zurück, die auch ihres Humors wegen bekannt sind. Seit Jahren beschäftigen sie die Entstehungsbedingungen und die Autorschaft des Beowulf und die literarische Verarbeitung und Rezeption der Schlacht von Maldon (The Battle of Maldon).

Akzente setzte sie auch als Wissenschaftsorganisatorin. Jahrelang im Beirat und Beiträgerin des Dictionary of Old English, gab Frank von 1976 bis 2002 als general editor die Buchreihe Toronto Old English Series und von 1985 bis 2002 die Publications of the Dictionary of Old English heraus. 1981 war Roberta Frank Gründungsmitglied der International Society of Anglo-Saxonists, einer Gesellschaft, der sie 1986 bis 1988 vorstand.

Sie war bis zu seinem Tod im Februar 2025 verheiratet mit dem Mediävisten Walter A. Goffart.

Schriften

Eine umfassende Bibliographie von 1970 bis 2003 findet sich bei: Antonia Harbus, Russell Poole (Hrsg.): Verbal Encounters. Anglo-Saxon and Old Norse Studies for Roberta Frank (= Toronto Old English Series. 13). University of Toronto Press, Toronto u. a. 2005, ISBN 0-8020-8011-1, S. 5–12. Wichtige Werke:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Das schreibt sie sich auf ihrer universitären Homepage selbst zu.
  2. ↑ Jonathan Jarrett: Reading Roberta Frank really is a joy, isn’t it?, Blogeintrag des Mediävisten Jarrett vom 13. Mai 2008.
  3. ↑ Siehe die Website (Memento vom 31. März 2013 im Internet Archive) der Gesellschaft.
  4. ↑ Roberta Frank: A Scandal in Toronto: The Dating of “Beowulf” a Quarter Century On. In: Speculum. Band 82, Nr. 4, 2007, S. 843–864, hier S. 844, doi:10.1017/S0038713400011313.
Personendaten
NAME Frank, Roberta
KURZBESCHREIBUNG amerikanische Philologin, Altanglistin und Skandinavistin
GEBURTSDATUM 9. November 1941
GEBURTSORT New York City