
Roland Stelter (* 1953 in Berlin) ist ein deutscher Autor, Bildender Künstler und Gestalter.
Stelter wuchs im Berliner Bezirk Wedding als Sohn einer Fabrikschneiderin und des Besitzers eines kleinen Lebensmittelladens auf. Er besuchte das Diesterweg-Gymnasium, wo er eine erste künstlerische und gestalterische Ausbildung bei Horst Henschel erhielt und studierte Soziologie an der Freien Universität Berlin mit einem Abschluss als Diplom-Soziologe bei Urs Jaeggi. An der Hochschule der Künste Berlin studierte er in den 1980er Jahren Aktzeichnen bei Peter Müller. Stelter arbeitete daneben als Zeitungsjunge, Packer, Gärtner, Anstreicher und als Hilfsarbeiter in der Metall- und Bauindustrie. Bereits in den 1970er Jahren war er als Manager für den Kulturaustausch und als wissenschaftlicher Tutor an der Freien Universität bei Wolfgang Fritz Haug tätig.
In den 1980er Jahren war Stelter als Kulturjournalist für Berliner Zeitungen wie Berliner Extra-Dienst, Die Neue und Die Tageszeitung tätig und war Geschäftsführer und Redakteur der Kulturzeitschrift omnibus, die von den großen West-Berliner Kulturinstitutionen wie der Akademie der Künste Berlin, Hochschule der Künste, Deutsche Oper Berlin, Berliner Schaubühne, Freunde der Deutschen Kinemathek herausgegeben wurde. Seit den 1990er Jahren arbeitete er als Gestalter, Content-Manager und Texter für Werbeagenturen. In den späten 1990er Jahren war er PR-Chef des seinerzeit größten deutschen Stadtentwicklers, Entwicklungsträger Bornstedter Feld.
Bereits Anfang der 1990er Jahre hatte Stelter in Berlin-Mitte die Galerie Augustus mitbegründet, in der Künstler wie Kerstin Grimm, Melanie Manchot, Martin Parr, Eva Rubinstein, Ransome Stanley, Emilio Vedova und andere ausgestellt haben. Stelter hat des Weiteren viele kulturpolitische Projekte mitinitiiert und organisiert; außerdem arbeitete er als Schriftsteller, Journalist, Maler, Bildhauer und Fotograf. Im Jahr 1983 war er Mitbegründer des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand und unter Gerhard Schoenberner zusammen mit Heinz Schilling dessen stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Er hat das Großprojekt 1933-1983 mitinitiiert, das zu diesem Thema der kritischen Erinnerung der NS-Zeit erstmals alle demokratischen politischen Richtungen im damaligen West-Berlin kooperieren ließ. Nach dem Fall der Mauer hat er 1993 das Großprojekt Umbruch – Chaos und Hoffnung mit der Unterstützung des Berliner Senats, der Treuhandanstalt und anderen geschaffen. Die Erfahrungen des neuen Europas haben ihn nach 2000 zu seinem internationalen Ausstellungsprojekt Mein Europa inspiriert.
June Carolyn Erlick schrieb zum Projekt Umbruch – Chaos und Hoffnung im New Yorker ARTnews Magazin im Oktober 1993:
Ulrich Roloff-Momin, Senator für kulturelle Angelegenheit des Landes Berlin, schrieb im Grußwort zum Buchkatalog Umbruch – Chaos und Hoffnung 1993:

Karen E. Till schrieb zu Stelters Aktivitäten im Aktiven Museum Faschismus und Widerstand:
Seit den 1990er Jahren arbeitet Roland Stelter in erster Linie als Schriftsteller, Maler, Bildhauer und Fotograf. Seine malerischen, zeichnerischen und bildhauerischen Arbeiten sind stark von der abstrakten Nachkriegsmoderne beeinflusst. Zu Beginn der 1990er Jahre hatte Stelter Emilio Vedova kennengelernt. In Gruppenausstellungen hat er mit Vedova zusammen in der Galerie Augustus Berlin und in der Yavneh Art Workshop Gallery in Israel ausgestellt. Das fotografische Werk Stelters orientiert sich ebenso auf eine strenge Weise an klassischen Kompositionsprinzipien. Es arbeitet weitgehend mit natürlichem Licht und kommt ohne Effekte aus.

Im In- und Ausland fanden zahlreiche Ausstellungen mit Stelters künstlerischen Arbeiten statt. Für seine zusammen mit Lutz Dölle kreierte Großskulptur Fragment des Regens wurde er mit einem Preis ausgezeichnet. In Kooperation mit einem Unternehmen für Biotechnologie hat er 1999 eine Ausstellung zum Thema Gentechnologie mit Gemälden, Großfotos und einer Videoinstallation geschaffen. In der Berliner Gedenkstätte Topographie des Terrors – Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit wurde vom Herbst 2010 bis zum Sommer 2011 seine Foto-Text-Ausstellung Frau Zhuk und ihre Enkelin gezeigt. Mit der Ausstellung berichtete er über das Leben von Frau Zhuk, einer ukrainischen Zwangsarbeiterin, KZ-Insassin und späteren KGB-Verfolgten und ihrer Enkelin. Im Park der American Academy in Berlin und im Zentrum von Osnabrück stehen Großskulpturen von Stelter.
Seinem Wunsch folgend, als Künstler politisches Engagement zu zeigen, hat er im Jahr 2014 im »Kunstmuseum Tschernigow M. Galagan« in der Ukraine die Fotoausstellung »Memories of Europe« durchgeführt.
Im Jahr 2015 wurde vom Oberbürgermeister von Potsdam, der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur von Brandenburg, dem Botschafter von Armenien in Deutschland, dem Repräsentanten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und dem Publizisten Rolf Hosfeld Roland Stelters Marmorskulptur Zivilcourage zu Ehren von Johannes Lepsius im Garten der Lepsiusvilla in Potsdam eingeweiht. Die Marmorskulptur „symbolisiert das durch Johannes Lepsius beispielhaft gelebte zivilgesellschaftliche Engagement gegen Völkermord und Kriegsverbrechen“ (Jann Jakobs, Oberbürgermeister von Potsdam). Sie steht im ehemaligen Militärstädtchen Nr. 7, dem ehemaligen Hauptquartier des KGB in der DDR, auf dem heutigen Gelände der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg inmitten der UNESCO-Welterbestätte zwischen ehemaligem KGB-Gefängnis, Neuem Garten mit Schloss Cecilienhof, in dem das Potsdamer Abkommen 1945 verabschiedet wurde, dem Belvedere von Schloss Sanssouci und der Villa Henkel.
Im artery-Magazin über die Gemälde und Steinskulpturen von Roland Stelter hieß es im Juni 1994:
Peter Herbstreuth schrieb in der Zeitung Der Tagesspiegel am 4. Juli 1994:

Tom Bullman in der Neuen Osnabrücker Zeitung zur Großskulptur Fragment des Regens 1999: „Die inhaltliche Verbindung von Antike und Moderne, das Aufeinandertreffen von Natur und Hightech sowie das Eingehen auf die historischen Gegebenheiten des Ortes sind durch die Auseinandersetzung mit der Skulptur erfahrbar.“
In der Sendung Galerie Rundgang für Radio Kultur von SFB und ORB sagte Simone Reber zur Fotoausstellung Mythos. Moskau in der Galerie Blickensdorf Berlin am 24. April 2001:
Klaus Jörg Schönmetzler, Kulturreferent des Landkreises Rosenheim, in seiner Rede zur Weihnachtsausstellung der Galerie des Kunst und Kultur zu Hohenaschau e.V., 2008:
Julia Brodauf über »Frau Zhuk und ihre Enkelin« in der Zeitschrift Junge Kunst:
Bogdan Gulyay in der ukrainischen Internetzeitung „Gorod.cn.ua – Portal Tschernigova (Portal Çernigova)“ am 10. August 2014 über die Open Air – Vernissage zur Ausstellung »Memories of Europe« von Roland Stelter des Kunstmuseums Tschernigow M. Galagan in der Ukraine:
Jann Jakobs, Oberbürgermeister von Potsdam, sagte in seiner Rede zur Einweihung der Skulptur Zivilcourage am 28. April 2015:
Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur zur Enthüllung der Skulptur »Zivilcourage« am 28. April 2015: „Zivilcourage fange bei jedem Einzelnen an (... ) Die Vertreibungen und Massaker seien durch das Dulden und Wegschauen der damaligen deutschen Reichsregierung begünstigt worden.“
Stelter hat außerdem politisch-philosophische und kulturpolitische Artikel und Essays sowie Kurzgeschichten verfasst; 2005 veröffentlichte er im Rotbuch Verlag seinen Debütroman Leons Bruder, der sich mit der Zeit des Umbruchs nach dem Ende des Kalten Krieges auseinandersetzt. Seit mehreren Jahren arbeitet er an einem zweiten Roman, der sich in einer stärker auf die Zukunft bezogenen Weise mit den Erfahrungen des Umbruchs in den 1990er Jahren auseinandersetzt. Mehrfach trat er im Rahmen des Internationalen Literaturfestival Berlin auf, wie mit seiner Lesung aus seinem Roman Leons Bruder oder im Jahre 2010 mit seiner Beteiligung an der 24-stündigen weltweiten Live-Online-Lesung Authors for Peace am 21. September, dem von den Vereinten Nationen 2002 ausgerufenen Weltfriedenstag.
Tanja Hellwig schreibt in ihrem Artikel Sex und Politik im Kalten Krieg zum Roman Leons Bruder im Südkurier:
Bei Hanno Depner heißt es:
Neben seiner Arbeit als Autor, Bildender Künstler und Gestalter unterrichtete Stelter seit 2010 periodisch als Adjunct Professor an der Webster University in Wien und in Amsterdam/Leiden Fotografie, Gestaltung und professionelles Schreiben. Mit seinem Sohn Julian Stelter betrieb er die Agentur und das internationale Bürgerforum forum bmp – communication design art in international partnership (2010–2016). In einem Naturschutzgebiet im Nord-Osten Deutschlands sanierte er in Kooperation mit seinem Sohn Benjamin Stelter ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble aus dem 18. und 19. Jahrhundert und gestaltete es für moderne Wohn- und Arbeitszwecke.
Stelter wohnte eine Zeit lang in den Vereinigten Staaten, in Frankreich und in Russland. Er hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe. Heute lebt er in Berlin.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stelter, Roland |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Künstler, Autor und Gestalter |
| GEBURTSDATUM | 1953 |
| GEBURTSORT | Berlin |