Roland Walter

Roland Walter mit Studenten auf einer Exkursion im Taunus, Juli 1987.

Roland Walter (* 13. August 1934 in Selters, Westerwald) ist ein deutscher Geologe, der unter anderem als Verfasser zweier geologischer Standardwerke zur Erdgeschichte und zur Geologie Mitteleuropas bekannt ist. Von 1997 bis 1999 war er Rektor der RWTH Aachen.

Leben

Während seines Studiums in Münster unter Franz Lotze beschäftigte sich Walter mit Forschungen im Altpaläozoikum Spaniens (Übergang asturisches Schiefergebirge in die Kristallinzone von Galicien). 1962 beschrieb er seine Ergebnisse in der Dissertation Stratigraphie und Tektonik in der nordöstlichen Provinz Lugo (Nordwest-Spanien). Erst nach der Dissertation legte er 1963 sein Diplom ab. 1969 habilitierte er mit Hilfe eines Habilitationsstipendiums der DFG an der Universität Münster mit dem Thema Stratigraphie und Paläogeographie des außeralpinen Siluriums in Nord-, West- und Mitteleuropa und der westlichen UdSSR. Nach der Habilitation unternahm er unter anderem weitere Untersuchungen zur Strukturgeologie des Paläozoikums in Zentralspanien und war als Ingenieurgeologe im Rahmen von Talsperrenbau in Südamerika tätig. Im Mai 1972 nahm er an einer Expedition in die Arktis teil, wobei er die Eisstrukturen im Eclipse Sound zwischen der Bylot-Insel und der Baffininsel untersuchte.

1972 wurde er als Nachfolger von Werner Pleßmann zum Leiter des Lehrstuhls für Geologie und Paläontologie der RWTH Aachen berufen. Neben seiner Lehrtätigkeit, die unter anderem Kartierkurse in Portugal, Spanien und Südfrankreich umfasste, betrieb er mit seiner Arbeitsgruppe geologische Forschungen über die Stratigraphie, Sedimentologie und Strukturgeologie des Altpaläozoikums unter anderem in Südwest-Spanien, in den Ardennen, der Eifel und dem Hohen Venn sowie im westlichen Ural. Darüber hinaus war er maßgeblich an der Vorauswahl eines möglichen Standortes des Kontinentalen Tiefbohrprogramms der Bundesrepublik Deutschland beteiligt. Ein möglicher Standort der im Rahmen dieses Programms geplanten Tiefbohrung lag im Hohen Venn, die Entscheidung fiel jedoch für Windischeschenbach in der Oberpfalz.

Während der Zeit als Leiter des geologischen Institutes arbeitete er an einigen DFG-Projekten mit, so etwa bei Forschungen im Südural und war Mitglied der Steuerungsgruppe des Europrobe SW IBERIA Project. Außerdem war er Vorsitzender des Forschungskollegiums der Deutschen Geologischen Gesellschaft und ab 1991 Vorsitzender der Geokommission der DFG.

Zwischen 1997 und 1999 hatte Walter die Stelle des 46. Rektors der RWTH Aachen inne.

Nach seiner Emeritierung im August 1999 war er zwischen 2000 und 2003 Mitglied des Hochschulrates Baden-Württemberg und von 2000 bis 2004 Vorsitzender und danach Ehrenvorsitzender der „Freunde und Förderer der RWTH Aachen e. V.“ (proRWTH).

Roland Walter ist Träger der Hans-Stille-Medaille (1996) und des von Kaven-Rings der RWTH Aachen (2005). Er lebt heute mit seiner Frau in der nördlichen Eifel.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans-Stille-Medaille an Prof. Dr. Roland Walter. (MS-Word; 351 kB) Nachrichten der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Heft 59, 1996
  2. ↑ R. Walter und K. Blewett: Strukturkartierung und Profilaufnahme im Meereis des Eclipse Sound (Baffin Island). Polarforschung 42, 97–101.
  3. ↑ Provenanzanalyse jungpräkambrischer und jungpaläozoischer Siliziklastika im westlichen Südural: Der Detritus als Relikt verschwundener Krustensegmente und Anzeiger geodynamischer Prozesse
  4. ↑ Ore deposits and geodynamics of the southwestern Variscides (Iberian Pyrite Belt, Massif Central and NW Iberia) (Memento vom 17. Dezember 2005 im Internet Archive)
  5. ↑ Chronik der Stadt Aachen 1997: Roland Walter, Professor für Geologie, wird neuer Rektor der RWTH Aachen. (PDF; 378 kB)
  6. ↑ Toni Wimmer: Stabwechsel im Rektorat der RWTH Aachen. 3. September 1999
  7. ↑ Elisabeth Zuber-Knost: Herausragende Persönlichkeiten bilden Universitätsrat: Neun Externe tragen Mitverantwortung
  8. ↑ Chronik der Stadt Aachen, 2004 (PDF; 528 kB)
  9. ↑ Liste der Preisträger/innen der Hans-Stille-Medaille (pdf; 32 kB)
  10. ↑ Professor Walter mit „Von-Kaven-Ring“ geehrt. RWTH Aachen, 28. Februar 2005