Rolf Rodenstock

R. Rodenstock, 1978

Rudolf „Rolf“ Rodenstock (* 1. Juli 1917 in München; † 6. Februar 1997 ebenda) war ein deutscher Ökonom, Leiter des Familienunternehmens Rodenstock und Wirtschaftsfunktionär.

Leben

Rolf Rodenstock, Sohn von Franziska Rodenstock, geborener Fries, und ihres Ehemannes, des Fabrikanten, Kommerzienrats und Wehrwirtschaftsführers Alexander Rodenstock, leistete nach seiner Schulzeit von 1937 bis 1942 Arbeits- und Wehrdienst. Seit 1940 studierte er Betriebswirtschaft an der Technischen Hochschule München. Während des Zweiten Weltkriegs erhielt er mehrmals Studienurlaub und war in Unabkömmlichkeitsstellung beim Unternehmen Optische Werke G. Rodenstock in München tätig. Nach seinem Abschluss des Studiums als Diplom-Kaufmann erfolgte im Jahr 1944 seine Promotion zum Dr. rer pol.

Im Jahr 1947 habilitierte er sich in München mit der Arbeit Die Genauigkeit der Kostenrechnung industrieller Betriebe und wurde Privatdozent. Von 1956 bis zum Beginn der 1980er Jahre war Rolf Rodenstock (bzw. Rudolf Rodenstock) außerplanmäßiger Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebsorganisation, industrielles Rechnungswesen und technisch-wirtschaftliche Rationalisierung, an der Technischen Universität München.

Bereits 1943 übernahm er die Leitung der Betriebswirtschaftlichen Abteilung der Optischen Werke G. Rodenstock in München. 1945 wurde er im väterlichen Unternehmen Mitglied der Geschäftsführung. 1953, nach dem Tod seines Vaters, übernahm er die Leitung der Optischen Werke als persönlich haftender Gesellschafter und Inhaber.

Unter seiner Leitung wurde die Firma zu einem der führenden Herstellern von Brillengläsern, Brillenfassungen und Präzisionsoptik in Europa. Ab 1983 teilte er die Unternehmensführung mit seinem Sohn Randolf Rodenstock, der 1990 die operative Geschäftsführung allein übernahm. Rolf Rodenstock blieb Gesellschafter.

Er war 1947 Mitbegründer des Fachverbands Feinmechanik und Augenoptik und von 1948 bis 1964 dessen Vorsitzender. 1965 wurde er Vorstandsmitglied des Verbands der Deutschen Feinmechaniker und der Optischen Industrie. Seit 1949 gehörte er dem Präsidium des Landesverbands der Bayerischen Industrie an und führte es von 1955 bis 1977. Seit 1952 war er Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), vom September 1978 bis Ende 1984 dessen Präsident (zuvor Vizepräsident).

Von 1966 bis 1978 war er Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. 1971 wurde er Vizepräsident der Vereinigung der Arbeitgeberverbände in Bayern. 1971 bis 1990 war er Präsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Er war zudem Vorstandsmitglied des Deutschen Industrie- und Handelstags (DIHT), der Handelskammer Deutschland-Schweiz und des Vereins Bayerische Metallindustrie. Außerdem hatte er Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsmandate in der Industrie sowie in der Versicherungs- und Energiewirtschaft.

Das Grab von Rolf Rodenstock im Familiengrab auf dem Waldfriedhof (München)

Am 3. Juli 1959 – er war gerade 42 Jahre alt geworden – wurde ihm der Bayerische Verdienstorden verliehen. Die Ehrenbürgerschaft der Stadt Regen wurde ihm am 24. Februar 1977 verliehen.

Rolf Rodenstock war Rotarier und Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Aus seiner ersten Ehe stammen die Kinder Randolf, Alexandra und Eva-Beatrice. Aus der mit Inge Rodenstock, geborener Haux, im Jahr 1969 eingegangenen zweiten Ehe stammt der 1970 geborene Sohn Benedict.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. auch www.epub.ub.uni-muenchen.de.
  2. ↑ www.sueddeutsche.de.
  3. ↑ Rodenstock, Rolf. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1013.
  4. ↑ www.badw.de.
Personendaten
NAME Rodenstock, Rolf
ALTERNATIVNAMEN Rodenstock, Rudolf
KURZBESCHREIBUNG deutscher Ökonom und Unternehmer
GEBURTSDATUM 1. Juli 1917
GEBURTSORT München
STERBEDATUM 6. Februar 1997
STERBEORT München