Rolf Hugh Hobson (* 18. Juli 1961 in Oslo) ist ein norwegischer Militär- und Marinehistoriker. Er ist am norwegischen Institut für Verteidigungsstudien (IFS, Institutt for Forsvarsstudier) in Oslo.
Hobson erwarb 1986 seinen Magisterabschluss (cand. mag.) in Geschichte an der Universität Oslo und studierte 1988 bis 1993 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 1990 bis 1993 forschte er an der Allgemeinwissenschaftlichen Hochschule (AVH) in Trondheim (heute Universität Trondheim) und ab 1994 war er am IFS. 2000 war er zu einem Forschungsaufenthalt in Paris und 2009 bis 2010 am Institut für Zeitgeschichte in München.
Er ist im Rat der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft.
Seine Interessensgebiete sind norwegische und europäische Militärgeschichte, Erster und Zweiter Weltkrieg und deutsche Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.
Hobson wurde bekannt, als er 1999 in seiner Dissertation an der TNTU Trondheim (veröffentlicht 2002) eine neue Deutung des militärischen Flotten-Wettrüstens zwischen Deutschland und England im Vorfeld des Ersten Weltkriegs vorlegte. Er sieht sie im globalen Kontext des Navalismus, dessen Ideologie insbesondere vom damals international rezipierten Marinestrategen Alfred Thayer Mahan stammt (The Influence of Sea Power upon History, 1890) und setzt sich damit auch von der grundlegenden Untersuchung von Volker Berghahn zum Tirpitz-Plan (1971) ab, der hinter diesem einen deutschen Sonderweg und versteckte innenpolitische Motive der um Machterhalt besorgten wilhelminischen konservativen Elite wirken sah. Auf Mahans Einfluss hin hätten Tirpitz und in Folge seiner Propaganda dann auch die deutsche Öffentlichkeit in den 1890er Jahren einen Wechsel der Flottenpolitik vollzogen, der noch zu Zeiten des Kabinetts von Leo von Caprivi (bis 1894) ausschließlich einer Unterstützung in einem drohenden Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland dienen sollte. Hobson unterschied dementsprechend eine alte preußische von einer neuen gesamtdeutschen Schule der Seekriegsstrategie, die sich um 1897 durchsetzte. Ziel der neuen Strategie war eine Risikoflotte zu bauen, die englische Angriffe abhalten sollte und als Hintergrund-Drohung für die Vertretung weltweiter Kolonialinteressen dienen sollte. Propagiert wurde das Programm in der deutschen Öffentlichkeit durch Tirpitz, der dabei aber die außenpolitischen Folgen der Parteinahme Großbritanniens gegen Deutschland aus den Augen verlor.
Hobson setzte das deutsche militärische Denken in internationalen Vergleich, bezog den Wandel aufgrund der fortgeschrittenen Industrialisierung und die internationale Entwicklung des Seerechts ein. Er diskutierte auch Ähnlichkeiten mit den beiden anderen europäischen Landmächten ohne große koloniale maritime Tradition Österreich-Ungarn und Russland.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hobson, Rolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Hobson, Rolf Hugh |
| KURZBESCHREIBUNG | norwegischer Historiker |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1961 |
| GEBURTSORT | Oslo, Norwegen |